Ich interessiere mich sehr für Fotografie. Derzeit beschäftigt mich eine Frage, die ich mir mangels ausreichender Physikkenntnisse nicht herleiten kann.Vielleicht ist ein Fotograf oder Optiker hier, der mir weiterhelfen kann.
Angenommen ich fotografiere einen Würfel, dessen Kanten aus Stangenmaterial bestehen. Der Würfel soll die Kantenlänge a haben. Auf meinem Bild ist der Abstand zwischen den beiden hinteren senkrechten Kanten ein Prozentanteil von a, z.B. 0,5 x a.
Kann man daraus, wenn man den Abstand der Würfels zum Objektiv b kennt, ermitteln, mit welcher Brennweite fotografiert wurde? Hat das irgendwas mit dem Fluchtpunkt zu tun, den Maler bei ihren Bildern einsetzen?
Das würde mich sehr interessieren.
Danke
Atlacamani
Hallo,
Nicht die Perspektive ist von der Brennweite abhängig, sondern der Abbildungsmaßstab. Beweis: wenn man ein WW-Foto und ein Telefoto des gleichen Motives vom gleichen Standort nebeneinanderlegt, hat der mit dem Tele gemachte Ausschnitt des WW-Bildes die gleiche Perspektive, er ist nur kleiner.
Die Basisformel der Abbildung mit optischen Linsen ist: 1/F= 1/v + 1/u; F ist die Brennweite in mm, v = Bildweite, der Abstand zwischen Objektivmittelpunkt und der Abbildungsebene in mm, u = Gegenstandsweite, der Abstand von Objektivmittelpunkt zur Hauptebene des Gegenstandes in mm. Daraus können alle anderen Parameter errechnet werden, z.B. ist der Abbildungsmaßstab v/u etc.
Diese Formeln sind praktische Annäherungen ausreichender Genauigkeit, für präzise Auswertungen müssten Linsenparameter mitberechnet werden.
Und: natürlich kann man aus den Würfelangaben dei Brennweite ableiten, aber wozu???
Grundsätzlich ist der Fluchtpunkt der Malerei damit zu tun: scheinbar treffen parallele Linien visuell irgendwo zusammen (mathematisch nur in der Unendlichkeit), eben am Fluchtpunkt.