Moinmoin,
aufgrund einer chronischen Erkrankung (Multiple Sclerose) leide ich seit Jahren unter regelmässigen Schmerzattacken (hauptsächlich verursacht durch Spastiken), die ich als gegeben hinnahm und nicht therapieren liess (wegen unerwünschter Nebenwirkungen der entsprechenden Medis).
Als ich nun jedoch aufgrund einer extrem schmerzhaften Zahnbehandlung ein Schmerzmittel nehmen musste, wurde mir das Schmerzmittel *Tramal* in Tropfenform verschrieben.
In einer Dosierung von 3X60 Tropfen -über den Tag verteilt- konnte ich den Tag schmerzfrei verbringen.
Und nun der für mich positive Nebeneffekt:
Keine Spastiken mehr.Keine unliebsamen Nebenwirkungen.
Nach dem Abklingen der Zahnprobleme stzte ich das Schmerzmittel ab und die Spatiken kehrten wieder.
Also machte ich über sieben Tage mal einen Test:
Täglich zwei mal 60 Tropfen mit viel Flüssigkeit genommen.
Die Folge:keinerlei Schmerzattacken mehr.
Absoluter Gewinn an Lebensqualität.
Nun jedoch mein Problem:
Im Beipackzettel wird die Gefahr der psychischen und physichen Abhängigkeit erwähnt.
Kann mir jemand sagen, wie ich das zu bewerten habe?
Wie würde sich das äussern?
Der Zustand der Schmerzlosigkeit ist zwar himmlisch, aber ich möchte mir das narütlich nicht mit einem unbekannten möglichen Übel erkaufen.
Bitte, wer kann mit einem Rat helfen?
Danke
Gerhard Peters
CROSSPOSING in Sucht und Prävention; Antworten bitte dort.Danke
Hallo Gerhard!
Tramal ist ein sehr starkes Schmerzmittel, daß auf das Zentralnervensystem wirkt. Deswegen hat es auch so eine hervorragende Wirkung.
Es macht, über einen längeren Zeitraum genommen ( das kann manchmal schon nach 14 Tagen losgehen) einen körperliche Abhängigkeit (Suchtgefahr!) wegen seiner morphinähnlichen Wirkung.
Deine Spastiken werden wegen genau dieser Wirkungsweise besser geworden sein.
Die psychische Abhägigkeit äußert sich eher in die Richtung, daß gerade Menschen mit chronischen Schmerzen, zum ersten Mal Schmerzfreiheit erleben und das möchte niemand missen.
Es besteht aber ein ganz großer Negativfaktor:
Du wirst die Tramaldosierung im Laufe der Zeit immer weiter steigern müssen, da sich der Körper an die ihm zugeführet Schmerzmittelmenge gewöhnt! Hat er sich erstmal an die Maximaldosis gewöhnt und Du hast trotzdem Schmerzen, wir meistens auf Morphine umgestellt ( z.B. bei Krebspatienten).Also keine sehr schönen Aussichten.
Eine Anregung noch:
Du kannst in einem Krankenhaus einen Termin in der sogenannten Schmerzambulanz machen lassen. Dort beschäftigt man sich nur mit Patienten, die chronische Schmerzen erleiden müssen. Dort werden diese, individuell auch mit Schmerzmitteln (oft Kombinationen aus verschiedenen Präperaten),eingestellt.
Zum Schluß noch ein Buchtip:
Es ist ein Nachschlagewerk, in dem Nutzen und Risiken, aller gängigen Medikamente aufgeführt sind. Zudem sind noch etliche Erklärungen dabei und mit diesem Buch, kommt auch ein Laie gut zurecht.Es heißt:
Bittere Pillen
Erschienen im: Verlag Kiepenheuer & Witsch
Autoren:Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss
Kostete zu DM-Zeiten noch 49,80 MARK und es erscheint jedes Jahr neu.
Gruß
Natascha