Abi nachholen

Hi,

ich hab vor gut 8 Jahren meinen Hauptschulabschluss gemacht und 2003 meine Lehre zum Kaufmann im Groß/Aussenhandel abgeschlossen.

Nun merk ich, dass mein Beruf und die damit verbundenen Möglichkeiten total unbefriedigend sind. (In der Schule war mir das damals leider alles egal.)

Daher möchte ich gerne in den Bereich Forschung/Entwicklung und hab da nun einen langen Weg vor mir.

Da ich aus München komme, ist hier an Abendschulen ein Sprung von Hauptschule zu Fachabi. gar nicht möglich. Deshalb überlege ich, ein Fernstudium zu machen.

Nun meine Frage:

Ist es über ein Fernstudium überhaupt möglich, vom Wissen eines Kaufmanns/Hauptschülers, das Fachabitur zu schaffen oder ist der Sprung einfach zu groß?

Das Problem hierbei ist wiederrum, mache ich mittlere Reife zwischen drin und erst dann Abi, dann vergehen locker 5 - 6 Jahre und es kostet eine Menge Geld.

Derzeit bin ich 21 jung und arbeite bei nem Personalvermittler als Account Manager.

Hallo,

in jedem Bundesland gibt es Bestimmungen für den Hochschulzugang für „befähigte Berufstätige“, der sogenannte 3. Bildungsweg(ohne Abi).
Unter dem Link der Kultusministerkonferenz http://www.kmk.org/hschule/Synopse2007.pdf
findest du die landesrechtlichen Bestimmungen für den Hochschulzugang ohne Abitur. Vielleicht erfüllst du ja die Voraussetzungen bzw. ist ein Umweg in diesem Sinne für dich der kürzere Weg.

Gruß anna (die auch ohne Abi das Diplom gebaut hat…)

Hi,

Du müßtest theoretisch mit deinem Schulabschluss + Berufsausbildung auf die BOS dürfen (passender Schnitt vorausgesetzt), in den Wirtschaftszweig. Da hast Du nach einem Jahr die Fachhochschulreife, nach einem Wweiteren Jahr die fachgebundene Hochschulreife und mit zweiter Fremdsprache auch die allgemeine Hochschulreife. Allerdings wäre das als Vollzeitschüler. BOS-Schüler bekommen aber BAFöG. Zum ganzen siehe hier:

http://www.fos-bos-altoetting.de/download/files/BOS%…

Der Besuch von Vorklasse oder Vorkurs ist wirklich sehr zu empfehlen, ich sehe die Unterschiede bei meinen eigenen Schülern.

Viele GRüße,

Die Franziska

Hallo Anna!

Gruß anna (die auch ohne Abi das Diplom gebaut hat…)

Wie geht das denn??

Allu
(neugierig)

Hallo,

die Zugangsmöglichkeit für „befähigte Berufstätige“ ergibt sich aus dem Hochschulrahmengesetz (§27 Abs. 2) und wird (wegen Länderhoheit) durch die Länder unterschiedlich umgesetzt. In dem Link kann man die Regelungen nachlesen.

Hintergrund des Ganzen ist die Tatsache, dass es eben Fachkräfte in verschiedenen Bereichen gibt, auf die die Wissenschaft nicht verzichten kann und will. Im Grunde ist dieser „3. Bildungsweg“ eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung, bei der die Studierfähigkeit (wissenschaftliches Arbeiten)durch Prüfungen nachgewiesen wird. Das ist nicht einfach, aber man erspart sich den Weg, das Abi als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung komplett nachzuholen, obwohl man in seinem Fachgebiet bleiben möchte (muss man dabei auch). Das, was man durch die Berufserfahrung voraus hat gleicht sich mit dem, was Abiturienten zusätzlich gelernt haben dann vom Arbeitaufwand her aus - z.B. sind päd. und psychol. Grundlagenkenntnisse für Erzieher im Studium Erziehungswissenschaft Wiederholung, dafür müssen sie sich eben möglicherweise beim erstellen von schriftlichen Arbeiten mehr Anlesen (Aufbau, richtiges Zitieren etc.).

Ich hab das Ganze in Schleswig- Holstein durchgezogen. Da waren die Voraussetzungen folgende:

  • nerkannte Berufsausbildung in einem studienverwandten Arbeitsfeld, Berufsabschluss mind. mit Note 3,0
  • mind. 5 Jahren Berufserfahrung im entsprechenden Beruf (mit Ersatzzeiten)
  • mind. 3 Jahre Hauptwohnsitz im Bundesland

Man wird dann zum Probestudium zugelassen (2 Semester) und muss dann in allen (!) Fächern sogenannte Leistungskontrollprüfungen ablegen. Werden die bestanden, darf man weiter studieren (evl. wird man auch eingestuft, aber das kam bei uns nicht vor). Das Vordiplom. welches ja dann zwei Semester später anstand, war echt einfacher - also geschaut wird da schon. Letztlich haben aber wärhend meiner Unijahre alle, die nicht schon vor Jahresfrist aufgegeben haben, weil es dann doch nicht das Richtige war, auch bestanden. Das ist wohl ne Motivationsfrage und wie gesagt - in vielen Belangen taten sich die Abiturienten durchaus schwerer, wohl, weil es im Abi eben um eine allgemeine, zum (beliebigen) Studium befähigende Bildung handelt.

Das Vordiplom ist dann der erste bundesweit gültige Abschluss - wobei das noch keine Hochschulzugangberechtigung ersetzt, diese erwirbt man erst mit dem Diplom. D. h. mann kann nicht mit dem Vordiplom einfach so die Uni wechseln. Ich habe damals nach dem Vordiplom das Bundesland gewechselt und da sollte ich direkt nochmal eine Zugangsprüfung ablegen. Nach meiner Frage, ob sie mich dann tatsächlich mit gültigem Vordiplom als Erstsemester aufnehmen wollten gab es Verwirrung und dann eine Sondergenehmigung.

Ich fand die beschriebene Form des Zugangs (Probestudium und Prüfung) eigentlich ziemlich gut. Man kann sich in dem Jahr gut einarbeit, schauen, ob es das ist, was man wollte und die Professoren kennen lernen. Eine andere Form ist die Zugangsprüfung oder Eignungsfestellungsprüfung oder Einstufungsprüfung vor dem Studium - finde ich persönlich viel schwieriger, weil man ziemlich „aufs Blaue“ lernt und schon ziemlich offensiv sein muss… in den entsprechenden Bundesländern gibt auch wesentlich weniger Quereinsteiger.

Warum nicht direkt nach der Schule zum Abi? Dafür gibts sicherlich viele Gründe… Meiner war, dass ich in der Ex- DDR nicht politisch korrekt war und daher nicht auf die Oberschule durfte. Meine kirchlichen Berufsausbildungen wurden dann zwar als fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung (auch für Uni) anerkannt, aber nur in den neuen Bundesländern - ich lebte aber damals schon in den Gebrauchten :wink:

Für mich wars die richtige Entscheidung und hat mir zu vielen neuen Erkenntnissen verholfen, auch und gerade, weil ich auf Berufserfahrung (und Lebenserfahrung) aufbauen konnte.

Puh, das war wohl bisher mein längster Bericht hier im Forum… ich hoffe, Deine Neugier ist gestillt :wink:

Grüße
anna

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Hallo Mike,

kannst Du nicht auf eine techniker schule gehen? Da kann man auch das Abi nachholen, allerdings weiß ich nicht, ob man da nicht mittlere Reife braucht. Aber Deine Ausbildung wertet Deinen Abschluß ja schon um einiges auf.
Und techniker schulen gibts ein paar in München. Evtl. mal beim A nachfragen.

Grüße Karamell

Hi Mike

Ist es über ein Fernstudium überhaupt möglich, vom Wissen
eines Kaufmanns/Hauptschülers, das Fachabitur zu schaffen oder
ist der Sprung einfach zu groß?

Ich möchte hierzu einen Aspekt zu bedenken geben:
Der Aufwand, ein Fachabitur zu machen, ist recht groß. Der Aufwand, eine „Allegemeine Hochschulreife“, sprich ein normales Abitur zu machen, ist nicht sehr viel größer - aber Du hast sehr viel mehr Möglichkeiten.
Mich persönlich würde in deiner Situation nur reizen, ein richtiges Abitur zu machen, um dann studieren zu können, was ich will.
Gruß,
Branden

Hi,

ich habe am Bayernkolleg das Abitur nachgemacht und kann es nur empfehlen.
Kolleg dauert 3 Jahre und man bekommt Bafög.
Es ist auch möglich nebenher zu arbeiten wenn man einigermasen organisiert ist.
Ich kenne relativ viele Leute die versucht haben an der BOS in 2 Jahren die Allgemeine Hochschulreife zu machen. Viele haben aufgehört und für den Rest war es tierisch stressig.
Fachabitur würde ich nicht machen - da ist man zu eingeschränkt.
http://www.bayernkolleg-augsburg.de/
Das ist die Augsburger Homepage - das System ist aber an allen Kollegs das gleiche.

ich wünsche dir VIEL ERFOLG!

Susanne