Abitrage oder Arbitrage

Vielleicht sollte ich im Finanzbrett fragen, aber zuerst mal sprachlich.

Ich habe heute zum ersten mal im Zusammenhang mit Wetten das erste obige Wort gehört und vage verstanden, was das bedeutet.

Dann habe ich herausgefunden, dass es auch die zweite Form gibt.

Darum die Frage, liebe Fachleute,

welche der beiden Formen ist die korrekte oder gebräuchlichere?

Woher kommt/en das/die Wörter? Welche Etymologie?

Und wie kann man damit Geschäfte machen?
Und scheints ganz verlustlose und sichere Geschäfte mit garantiertem Gewinn.
Die Antworten und Erklärungen, die ich bisher im Netz gefunden habe, sind mir zu wenig konkret.

Also bitte nicht auf Wikipädia o. ä. hinweisen. Da war ich schon.

Kann man das für einen Deutschlehrerkopf verständlich erklären?

Ich wäre recht dankbar dafür.

Gruß Fritz

Hallo Fritz,

Arbitrage ist korrekt.

Falls du mehr Infos darüber benötigst, findest du eine ausführliche Erläuterung auf http://www.wikipedia.de mit dem Suchbegriff Arbitrage.

Gruß

Phoebe

Hi Fritz,

wenn du sowas meinst wie ‚Nutzung der Kursunterschiede‘
oder aber ‚Schiedsspruch‘, dann ist es ‚arbitrage‘ und
kommt, so weit ich weiss, vom lateinischen ‚arbiter‘.
„abitrage“ habe ich noch nie gehoert –

Gruesse
Elke

Servus, Fritz,

Elke hat es ja schon erklärt: es geht um die unterscheidlichen Preise, die man mit ein und demselben Wertpapier an verschiedenen Börsen erzielen kann.
http://www.tradingtalk.de/arbitrage.html
Das Wort kommt von „arbitratus“ - freie Wahl, Gutdünken
http://arbitrage.adlexikon.de/Arbitrage.shtml
Übrigens wird es auch bei Sportwetten verwendet. Auch da macht man mit Quotendifferenzen den Gewinn.
l.g. jenny

Seits mer net bös!

Also bitte nicht auf Wikipädia o. ä. hinweisen. Da war ich
schon.

Da war ich schon, hab aber nicht so recht profitiert davon.

Kann man das für einen Deutschlehrerkopf verständlich
erklären?

Wie kann ich ein Geschäft machen, indem ich die verschiedenen Kurse oder Quoten nutze?

Etwas - naja, nicht gerade verzweifelt!
Fritz

Servus, Fritz:smile:

Ich versuchs mal für das Finanzgeschäft zu erklären:

Arbitrage Händler (du selbst kannst als Nichtfachmann, m. E., keine Arbitrage Geschäfte an der Börse tätigen) ziehen ihren Gewinn aus dem mehr oder weniger gleichzeitigen Kauf und Verkauf eine Ware an verschiedenen Märkten. Da das ja alles elektronisch und virtuell vor sich geht, kannst du also gleichsam an einer Börse billig einkaufen und die selbe Ware an der nächsten Börse zeitgleich teuer (teurer) verkaufen.

Das am leichtesten verständliche Arbitrage Modell ist wohl das sogenannte Währungsdreieck: Wenn du zb. Schweizer Franken kaufen möchtest, kann es bei entsprechenden Differenzen in den Wechselkursen günstiger sein, über den Umweg Yen oder US-Dollars Franken zu kaufen, als direkt mit Euro Franken zu kaufen.

Der Arbitrage Händler hat die wichtigsten Börsen, an denen seine Ware gehandelt wird, ständig auf seinem Bildschirm - er kann also sofort auf Kursschwankungen reagieren - und muss auch sofort und schnell reagieren, weil diese Schwankungen sich durch Angebot und Nachfrage sehr schnell wieder ausgleichen. D.h., die Möglichkeit, durch Arbitrage Gewinn zu machen, ist zeitlich immer sehr begrenzt.

So ähnlich hat mir das mal mein Bankmensch erklärt - ich hoffe, ich hab es halbwegs verstanden:smile:

Wie das bei Wetten funktioniert, weiss ich nicht.

Lieben Gruss, jenny

Doitsches Sprake , schweres Sprake !

(:o)

Angel

Doitsches Sprake , schweres Sprake !
Angel

Sprichst du das „d“ in „seid’s“ wirklich weich?

Wie machst du das? Wie ist dein Mund-, Zungen-, Zahn-, Hals-, Rachen- und Kehlkopfewerk gebaut, dass du das kannst?

Aber schon recht!
Fritz

Wiederholung ist die Mutter des Lernens!
Auch dein untertänigster Diener, liebe Jenny,

und missbrauchen wir das Sprachenbrett noch ein bisschen.

So ähnlich hat mir das mal mein Bankmensch erklärt - ich hoffe, ich hab es halbwegs verstanden:smile:

Jetzt habe ich mir also auch ein Beispiel zurecht gemacht:

Die Aktien der Sternfirma kosten an der Tokioter Börse 743, 842 Euro das Stück.
An der New Yorker Börse aber 743, 659 Euro.

Den viel größer wird ja wohl die Schwankung nicht sein, oder?

Jetzt kaufe ich in New York eine Sternaktie und verkaufe sie sofort wieder in Tokio.

Somit habe ich einen Gewinn von 0, 187 Euro gemacht.

Stimmt doch? Oder nicht?

Damit sich so ein Geschäft lohnt, muss ich doch wenigstens 1000 Aktien kaufen, also 743 659 Euro investieren, denn dann hätte ich mit 187 Euro vielleicht meine Unkosten für Telefon, Fax, Netzgebühren und was auch immer heraus.

Und um wirklichen Reibach zu machen, müsste ich Millionen haben und sie einsetzen. Und da weiß doch ein cleverer Geschäftsmann eine bessere Verwendung, oder nicht?
Wer also lässt sich auf sowas ein?

Wie das bei Wetten funktioniert, weiss ich nicht.

Da ist es mir auch noch schleierhafter. Denn da müsste ja eine Buchmacher eine günstigere Quote bieten als ein anderer. Und ich müsste bei beiden Geld stehen haben, aber kurz vor dem Spiel oder Rennen das Geld von dem einen zum anderen transferieren.
Und glaubst du, dass der eine den Braten nicht riechen würde und mich aus seiner Liste rauswerfen?

Oh, ich gebs auf. Habe ich doch nicht die Spur von Spekaulationsmasse, nur einen Bettel voll Negativkapital. :-[

Liebe Grüße zurück nach Wien.
Fritz

Der Frühling hat heute Abend einen Knick bekommen. Es regnet und es ist unangenehm kühl.

Guten Morgen, lieber Fritz:smile:

Habe ich doch nicht die Spur von
Spekaulationsmasse, nur einen Bettel voll Negativkapital. :-[

Damit bist du ein klassischer Fall von Merger Arbitrage…*gggg*
Aber das erfragst jetzt im Brett Business/Finanzen und Börse…gell???..*lach*

Ich verabschiede mich jetzt Richtung Bauernhaus und wünsche dir speziell(!) und auch allgemein ein Frohest Osterfest!

Hallo Fritz

Das d am Ende weich zu sprechen, faellt mir nicht schwer. Ich tue so,
als wuerde ich Seide sagen, aber wenn das d heraus ist, sage ich zur
Ueberraschung meines Gehirns und Sprechapparates s statt e.
Ein Wort auf stimmhaftem d ausklingen zu lassen, ist in der deutschen
Sprache zwar nicht vorgesehen, aber wenn du gutes Englisch sprechen
willst, dann musst du das koennen, z.b. in food. Da noch ein s
anzuhaengen macht die Sache nicht schwieriger.

Gruss, Tychi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Im Übrigen ist das „seid’s“ auch nur die halbe Wahrheit, der zweite Teil mit „mer“ ist nur angedeutet.

Komplett würde es heißen „seid’s’ma“ und schon hätten wir das Problem mit dem endständigen s gelöst.

Gerhard

Ihr könndses aber! :wink: owT
FR

Hoi Fritz!

Jetzt habe ich mir also auch ein Beispiel zurecht gemacht:

Die Aktien der Sternfirma kosten an der Tokioter Börse 743,
842 Euro das Stück.
An der New Yorker Börse aber 743, 659 Euro.

Genaugenommen der Verkaufspreis an der Tokioter Börse, nicht der
Einkaufspreis, wegen den Börsekosten sind diese etwas unterschiedlich.
Aber soweit stimmt dein Beispiel

Den viel größer wird ja wohl die Schwankung nicht sein, oder?

Jetzt kaufe ich in New York eine Sternaktie und verkaufe sie
sofort wieder in Tokio.

Somit habe ich einen Gewinn von 0, 187 Euro gemacht.

Stimmt doch? Oder nicht?

Ja!

Damit sich so ein Geschäft lohnt, muss ich doch wenigstens
1000 Aktien kaufen, also 743 659 Euro investieren, denn dann
hätte ich mit 187 Euro vielleicht meine Unkosten für Telefon,
Fax, Netzgebühren und was auch immer heraus.

Und um wirklichen Reibach zu machen, müsste ich Millionen
haben und sie einsetzen. Und da weiß doch ein cleverer
Geschäftsmann eine bessere Verwendung, oder nicht?
Wer also lässt sich auf sowas ein?

Börsianer spekulieren normalerweise. Bei dieser Art
von Geschäft ist das Risiko aber = 0. Er weiß ja, daß
er 1 Mio Stück kaufen und zeitgleich woanders wieder
verkaufen kann. Ohne Risiko.
Das ist selten an der Börse, aber wie Du Dir denken kannst,
je geringer das Risiko, desto geringer der Gewinn. Es lohnt sich
aber trotzdem für all jene, die viel Geld kurzzeitig zur Verfügung
haben.

Gruß
Gerald

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Daneschön, lieber Gerald,

für diese Bestätigung meiner laienhaften Ausführungen.

Die Risikolosigkeit ist also das, was solche Geschäfte attraktiv macht!

Gruß Fritz