Hi,
meine Nichte wird Ende August nach einem Jahr aus Australien zurückkehren. Sie hat dort im Grunde als Praktikantin auf einer Pferdefarm gearbeitet. Nun hat sie plötzlich Lust auf mehr Schule bekommen, was ich super finde und worin ich sie gerne unterstützen möchte. Doch was mag für sie jetzt das richtige sein?
Sie hat ihren Realschulabschluss gemacht und anschließend war sie an einer privaten Schule, an der sie den Abschluss zur staatlich geprüften Gymnastiklehrerin gemacht hat. Sie war dort sehr motiviert und hat viele Zusatzqualifikationen erworben. Bevor sie nach Australien ging, war ihr Ziel, therapeutisches Reiten zu machen. Sie hat auch schon zwei Pferde (ein Isländer und ein kleines Pony). Doch wie gesagt, sie hat jetzt Gelüste auf mehr Schule bekommen. Am liebsten würde sie ihr Abi machen und dann noch evtl. Sportmedizin studieren. Doch letzteres, so glaube ich, wird sich bald verflüchtigen. Sie ist eher der Typ, der sich selbständig machen wird. Aber was gäbe es da für sie an Möglichkeiten? Abi? Ok, fände ich nicht schlecht, wenn sie einfach Lust aufs Lernen hat. Aber was soll sie damit nachher anfangen? Sie ist lebenslustig, lässt sich nicht unbedingt was sagen und kann durchaus im therapeutischen und „Bewungsbereich“ erfolgreich werden. Hat da jemand einen guten Tipp?
Also, wäre echt toll, wenn jetzt möglichst viele Anregungen kommen würden.
gruß
trail
Es scheint, daß die junge Dame doch ganz gut zurecht kommt. Und daß ihr früher oder später von selbst die richtigen Ideen kommen. Warum also sich einmischen? Bei ihrem Naturell scheint das doch nicht produktiv zu sein.
Das Abi nachzuholen halte ich für pure Zeitverschwendung. Gerade in heutigen Zeiten.
Mit freundlichem Gruß
jo perrey (ex-Gymnasiallehrer und Abendschullehrer)
Es scheint, daß die junge Dame doch ganz gut zurecht kommt.
Und daß ihr früher oder später von selbst die richtigen Ideen
kommen. Warum also sich einmischen? Bei ihrem Naturell scheint
das doch nicht produktiv zu sein.
Das Abi nachzuholen halte ich für pure Zeitverschwendung.
Gerade in heutigen Zeiten.
Jetzt mal abgesehen von der Nettikette: das ist das dümmste was ich in meinem Leben je gehört habe.
Das Abitur ist der Einstieg in - EGAL WAS. Und es ist nicht sonderlich schwer. Es gibt (nicht allgemeinbildende) Gymnasien, an denen man die obligatorische zweite Fremdsprache im Schnelldurchlauf machen kann. Trotzdem hat man danach die allgemeine Hochschulreife.
Warum sollte sie nicht Biologie (da sind aber nachher viele Enttäuscht), Zoologie oder Tiermedizin studieren und sich selbständig machen.
Jedenfalls, wenn Sie LUST hat das zu machen, sollte sie das versuchen.
Gruß
Peter
Mit freundlichem Gruß
jo perrey (ex-Gymnasiallehrer und Abendschullehrer)
Warum sollte sie nicht Biologie (da sind aber nachher viele
Enttäuscht), Zoologie oder Tiermedizin studieren und sich
selbständig machen.
na klar, aber möglicherweise kommt sie von selbst darauf, oder? Ozeanologie, WMF- oder Greenpeace-Tätigkeit, Försterin, Tierpflegerin - die Palette ist breit. Nicht immer wird ein Abitur benötigt, zu dessen Erlangung immerhin noch einmal 3 Jahre die Schulbank gedrückt werden müßte. Es ist an ihr, ihre Vorlieben und die Chancen abzuschätzen. In meiner ehemaligen Schülerschaft gibt es eine Reihe von Hochschulabsolventen, für die das Examen der Einstieg ins Taxifahrerdasein war. Wer alternative Ideen hat, wird sie notfalls auch ohne Abi verwirklichen.
Daß sich das Abi nach einem Minimum von Berufsjahren im Schnellverfahren nachholen läßt, ist mir bekannt. Ich war eine Reihe von Jahren an einem Abendgymnasium tätig.
Hi,
also, es geht hier nicht um Einmischung. Meine Nichte hat mich darum gebeten, mal die Lage, Chancen und Möglichkeiten abzuchecken. Und sie möchte nun mal definitiv weiter zur Schule und weiter lernen. Am liebsten eben Abitur machen. Aber eben da stehe ich und weiß nicht, wo und wie und welcher Weg. Sie wohnt im Kreis Pinneberg und die Schule, oder was denn nachher auch immer, sollte von dort aus mit dem Auto erreichbar sein. Aber dort im Umkreis gibt es scheinbar nur technisch-wirtschaftlich ausgerichtete Schulen, die zum Abi führen. Soweit jedenfalls mein derzeitiger Wissensstand. Und ob das Abendgymnasium so eine gute Idee ist, weiß ich nicht. Zumindest ist es wohl doch recht belastend, gleichzeitig zu arbeiten und dann abends noch zur Schule zu gehen.
Aber vielleicht stimmt das ja so alles gar nicht. Und wie gesagt, vielleicht hat ja jemand einfach gute Ideen oder Tipps.
gruß
trail
ich glaube die richtigen heißen berufsbildende Gymnasien. Das Problem bei Schulwechsel ist in der Regel die dritte Fremdsprache. Die fängt eben im allgemeinbildenden Gymnasium bereits in der 7. Klasse an.
Oder ist sie sprachlich eh vorbelastet? So dass ihr das nichts ausmacht.
Wahrscheinlich kann Dir sogar euer normales Gymnasium vor Ort weiterhelfen. Die haben sicherlich die richtigen Adressen für Dich.
Viele Grüße
Peter
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also ohne eine Wertung abzugeben, nur folgende Informationen:
Das Abitur kann deine Nichte an jedem beliebigen Gymnasium machen, sie müßte dort dann eben die komplette Oberstufe (je nach Bundesland zwei, zweieinhalb oder drei Jahre) nachholen. In bestimmten Bundesländern kann evtl. vorher eine Eingangsprüfung gefordert werden.
Von diesem Weg würde ich aber abraten, weil ich aus meiner Zeit als Gymnasiast (Rheinland-Pfalz) weiß, daß die allermeisten Realschüler, die nach der zehn zu uns gewechselt sind, es nicht geschafft haben - nicht etwa, weil sie geistig dazu nicht in der Lage gewesen wären (obwohl das bei dem ein oder anderen sicherlich auch zutraf), sondern weil sie die Arbeitsweise des Gymnasiums (komplett anderer Textumgang in den meisten Fächern, wesentlich komplexere Mathematik [auch in der Physik]) nicht kannten und sich die auch nicht schnell genug aneignen konnten.
Es gibt aber, zumindest in RP, reine Oberstufen, die dazu gedacht sind, Schüler mit Realschulabschluß oder Mittlerer Reife zum Abitur zu führen. Hier sind die Durchfallquoten dann auch entsprechend geringer.
Schon mal Danke für die Anregungen. Ich merke aber, ich muss noch ein paar Infos nachreichen. Also, Bundesland ist Schleswig-Holstein. Hamburg wäre auch noch irgend wie zu mauscheln. Und meine Nichte ist fast 21, wenn sie zurück kommt. Und da ist natürlich „normales“ Gymnasium nicht mehr drin.
Technisch-wissenschaftlicher Zweig ist für sie nichts (null Interesse), deshalb kommt solch eine Schule auch nicht für sie in Frage.
Naja, und sprachlich bringt sie halt perfektes Englisch mit nach Hause. (zumindest für Schulanforderungen)
So, hoffe, dass ich nicht noch was wichtiges vergessen habe.
gruß
trail
also, es geht hier nicht um Einmischung. Meine Nichte hat mich
darum gebeten, mal die Lage, Chancen und Möglichkeiten
abzuchecken.
also, hier in Bayern gibt es Ganztags-„Gymnasien“, meist ist es die Oberstufe, die sich speziell an Menschen richten, die bereits berufstätig waren. Diese Schulen nennen sich „Kolleg“, also hier in München zum Beispiel „München-Kolleg“. Die Adresse von denen wäre z.B. hier zu finden: http://www.bbinet.de/tippsundtricks/tag_2004/tag_200…
Vielleicht hat Hamburg eine ähnliche Einrichtung, Bildung ist ja nun mal Ländersache.
Der nächste Schritt wären natürlich die Zugangsvoraussetzungen, ob Deine Nichte schon genug „berufstätig“ war, kann ich hier nicht sagen. Aber da wäre der geeignete Weg, eine solche Schule in eurem Umkreis zu finden und dann dort nachfragen.
Von diesem Weg würde ich aber abraten, weil ich aus meiner
Zeit als Gymnasiast (Rheinland-Pfalz) weiß, daß die
allermeisten Realschüler, die nach der zehn zu uns gewechselt
sind, es nicht geschafft haben -
da hab ich aber ganz andere Erfahrugen gemacht.
Ich kenn ettliche Schüler und Schülerinnen, die nach der 10 in die Oberstufe Gym gewechselt haben.
Da es nicht alle konnten, man mußte damals einen gewissen Notendurchschnitt haben, wurde da schon mal gesiebt.
Die Durchfallquote (in NW) war nicht höher oder niedriger als bei den ‚Urgymis‘ die Motivation eher größer, weil sie sich bewust für einen Wechsel ans Gymnasium entschieden haben.