Hallo,
Man fängt ja beim Studium auf Abiturniveau an und lernt dann
dazu.
Ja, das ist natürlich so. Sonst bräuchte man gar nicht erst lange rumstudieren. Ich habe aber interessiert zur Kenntnis genommen, dass es offenbar mehr als einen Lehrer gibt, der meint, für seine Studierfähigkeit hätte die Abiturnote nur eine begrenzte Aussagekraft. Dieselben Lehrer betrachten in der Rolle des „Studierfähigkeitbescheinigers“ hingegen recht wohl das Abitur als prima Maßstab und scheuen sich nicht, ihre Schüler in mehr oder weniger studierfähig einzuteilen.
ver-x-facht. Wenn ich dann davon, also vom Neugelernten, sagen
wir, 95% vergesse, bin ich einem Abiturienten immer noch
haushoch überlegen (Wenn ich nur die Hälfte des Abiwissens
beherrsche, brauche ich mich in die Staatssexamensprüfung gar
nicht erst hineinsetzen). Selbst wenn mir mal etwas entfällt,
wozu macht man Unterrichtsvorbereitung?
Ja. Den Eindruck habe ich bei Lehrern auch immer. Der Wissensvorsprung besteht darin, dass sie selbst früher wissen, welches Kapitel im Mathebuch als nächstes drankommt.
Das einzige Problem sind Schülerfragen, die kann man nämlich
nicht vorhersehen, und die können Sachen fragen, auf die kommt
man einfach nicht.
Schülerfragen sind also ein Problem? Jetzt verstehe ich auch, warum Lehrer in Prüfungen den Schülern so gerne problematische Fragen stellen. Damit sie sich für die vielen problematischen Fragen im Unterricht revanchieren können.
Ein weiteres Problem hat man als Fremdsprachenlehrer.
Lesetexte auf dem Niveau ab, sagen wir, 5. oder 6. Lernjahr
enthalten alle Grammatikphänomene plus Ausnahmen und
Redewendungen. Und dann fragt dich ein Schüler zu einem
beliebigen Phänomen, warum das so ist - na und dann saug dir
mal die Regel aus den Fingern!
Umgekehrt wird das von den Schülern aber recht wohl verlangt. Und die müssen neben den Fragen zu obskuren Sprachphänomenen noch obskure Fragen zur Theorie des Gregorianischen Mönchsgesangs, Molekularbiologie, Klimazonen der Erde, Germanische Wanderbewegungen vor dem Einfall der Hunnen, Quantenphysik, Infinitesimalrechnung, einer erbaulichen Rede von Kierkegaard, Chemie der Kohlenwasserstoffe und so weiter und so fort beantworten.
sollte man anfangen, Regeln intuitiv zu beherschen, als
Student sollte man das erst recht könnnen. Das heißt,. man
weiß, DASS etwas so ist, aber nciht mehr, WARUM.
Von einem Experten oder gar einem Lehrer erwarte ich aber schon, dass er das WARUM beherrscht. Ohne erheblich über das Niveau des Abiturs herausragendes Wissen geht das natürlich nicht.
Übrigens: Schüler dürfen Mut zur Lücke haben. Auch in
mündlichen und schriftlichen Leistungsnachweisen - auch eine
4-, für die in Englisch 50% des erfragten Wissens fehlen
dürfen, ist ausreichend (so ist die Schulnote als Wortlaut
definiert).
Na super. Dann schau doch mal, was aus einem Schüler mit einem „ausreichenden“ Abschluss noch werden kann. Richtig. Hartz IV.
Gruß
Fritze