Angeregt durch die Colon-Hydro-Therapie-Dingsbumssache frag ich mal…
Welche mittel- oder langfristigen Effekte auf den Darm kennt man, die durch die Lebensführung entstehen?
Die erwähnten Verkrustungen sind natürlich Humbug. Ich habe einige Därme von innen gesehen, die nur kurz mit kaltem Wasser gespült wurden und keiner zeigte irgendwelche Verkrustungen. Das ist offensichtlich Verarschung, wie richtig gesagt wurde. Mein (SEHR belesener) Bioloehrer hat aber mal erzählt, die Ernährung habe Einfluss auf das Darmkrebsrisiko. Das ist ja erstmal nicht verwunderlich. In diesem Zusammenhang nannte er die Möglichkeit, dass Fäulnisprozesse Neoplasien begünstigen. Auch noch nachvollziehbar. Hierzu meinte er, dass sowas besonders leicht bei einer fleischreichen, ballaststoffarmen Ernährung passieren könne und dass hier wirklich kleine Brocken eventuell zurückbleiben könnten in Falten/Taschen, zumindest für eine begrenzte Zeit. Er meinte, eine sehr ballastreiche Ernährung wirke etwa wie… Stroh, mit dem man einen Stall ausfegt.
War die Sache mit der Retention von Fleischstücken und damit verbundenen Fäulnisprozessen eine WISSENSCHAFTLICH fundierte, publizierte und nachgewiesene Sache bzw. wird das so an Universitäten gelehrt?
Danke für die Links. Leider scheinen die Autoren der Artikel von der Thematik nicht wirklich Ahnung zu haben oder verstecken das gut. Ob merkwürdige Ausleitungen funktionieren ist natürlich sehr fraglich. Aber es gibt schon so Ablagerungen… ZB kann man in transmissionselektronischen Aufnahmen von Neuronen mit zunehmendem Alter des Körperspenders mehr Lipofuszingranula/Telolysosomen sehen, die als wahrscheinlich nicht verwertbar und nicht ausscheidbare „Müllhalden“ angesehen werden. Amadoriumlagerungen, nachfolgende Zyklisierungen und Kondensationen erzeugen im Körper mit dem Alter nicht abbaubare Aggregate, deren Konzentration etwa proportional mit dem Lebensalter zunimmt. Diese Sache ist extrem wichtig, da sie mit den Spätfolgen von Diabetes mellitus zu tun hat.
Intra- und extrazelluläre Proteinaggregate werden massiv mit neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht, bzw. sind für einige recht sicher verantwortlich.
Dass von diesen jedem Fachmann bekannten Dingen in den Texten keine Rede ist macht keinen guten Eindruck.
auf dem Niveau. das Dich interessiert, wirst Du Dich auf reine Forschungsartikel beschränken müssen. Und da hast Du glaube ich besseren Zugang als die meisten hier.
Wer weiss, vielleicht springt Dich da gerade ein Doktorarbeitsthema an…
da weiß dein biolehrer mehr als die gesamte wissenschaft:
deren aktueller stand ist nämlich, daß man nichts genaues weiß. sämtlichen spuren, denen man nachging konnte kein kausaler zusammenhang nachgewiesen werden. immer dann, wenn es zusammenhänge geben zu scheint, ist die ursache unklar, die datenlage je nach untersuchung widersprüchlich, noch ist eine klare schlussfolgerung möglich.
zusammenfassung: die wissenschaft ist nicht soweit, generelle aussagen zu treffen.
generell ist in sachen krebs ja noch jede menge zu erforschen.