der Sohn von Bekannten ist seit ca. drei Wochen stationär in einer Jugendpsychiatrie. Die Eltern machen sich Sorgen, weil in der ganzen Zeit noch kein Elterngespräch statt gefunden hat und auch keine Gespräche mit dem Sohn seitens der Therapeuten/Ärzte, nur so „Wie geht’s dir heute“, „Hilft dir das Medikament XY“ etc. Es wird einiges mit den Jugendlichen unternommen und der Tag ist straff organisiert. Als Laie fragt man sich, wo bleibt die Therapie ? Oder ist die „Couch“ nicht mehr aktuell ?
die angebliche Sorge der Eltern scheint mir, nicht so selbstverständlich zu sein, wie es sich auf dem ersten Blick so darstellt.
Hast Du schon erwogen, selbst initiativ zu werden? Hierbei würde sich anbieten, über das Jugendamt eine fachgerechte Betreuung des Kindes zu veranlassen und zu gewährleisten.
Als Laie fragt
man sich, wo bleibt die Therapie ? Oder ist die „Couch“ nicht
mehr aktuell ?
Die „Couch“ war noch nie so richtig aktuell im stationären psychiatrischen Ablauf.
Wenn überhaupt analytisch / tiefenpsychologisch orientierte Behandlung in stationärer Psychiatrie vorkommt (nur in entsprechend orientierten Kliniken), dann eher modifizierte analytisch fundierte Behandlungen im Gegenübersitzen. (Leider.)
Hinzu kömmt, dass sehr viele Jugendpsychiatrien heute nur noch verhaltenstherapeutisch orientiert sind und entsprechend arbeiten.
Ich kann Dir da also nicht allzu viel Hoffnung machen. ;-(
Gruß,
Branden
nun, wenn noch nicht mal ein Gespräch mit den Eltern statt gefunden hat, würde ich an den ihrer Stelle das Gespräch suchen zu den behandelnten Ärzten.
Man macht sich ja schon Gedanken darum, wenn lediglich interessant ist, ob das Medikament wirkt. Die Therapie als solche lässt sich da nicht erkennen. Ich würde dir also empfehlen das Gespräch zu suchen, entweder du (je nachdem wie nahe du der Famielie stehst), oder eben die Eltern selber.
Aber kümmern würde ich mich wirklich, es gibt überall schwarze Schaafe, oder eben es muss so sein und um da die Sorge zu nehmen hilft nur ein klärendes Gespräch.
Hallo Lexi
Hinzu kömmt, dass sehr viele Jugendpsychiatrien heute nur noch
verhaltenstherapeutisch orientiert sind und entsprechend
arbeiten.
Branden
Hallo Branden,
worin besteht solch eine Verhaltenstherapie? Angeblich werden an der Klinik täglich Ausflüge mit den Jugendlichen gemacht und Ergo-oder Misiktherapie, aber um ins Vergnügungsbad zu gehen muss man nicht unbedingt in stationäre Behandlung zu x-hundert Teuronen am Tag…Das eigentliche Problem wurde bislang nicht angegangen. Die Eltern sind hilflos und wollen nicht Unruhe stiften mit „lästigen“ Fragen.
Hast Du schon erwogen, selbst initiativ zu werden? Hierbei
würde sich anbieten, über das Jugendamt eine fachgerechte
Betreuung des Kindes zu veranlassen
Wie sieht sowas konkret aus ? Die häuslichen Verhältnisse sind in Ordnung.
Lexi
worin besteht solch eine Verhaltenstherapie? Angeblich werden
an der Klinik täglich Ausflüge mit den Jugendlichen gemacht
und Ergo-oder Misiktherapie, aber um ins Vergnügungsbad zu
gehen muss man nicht unbedingt in stationäre Behandlung zu
x-hundert Teuronen am Tag
Das stimmt. Klingt auch nicht so wahnsinnig nach Verhaltenstherapie; allerdings muss man zugestehen, dass so eine stationäre Behandlung immer ein komplexes Behandlungskonzept hat / haben sollte…Dazu gehören diese soziotherapeutischen G’schichten wie Spaziergänge usw usf.
…Das eigentliche Problem wurde
bislang nicht angegangen.
Da erhebt sich die Frage: Was ist das eigentliche Problem? Wir können hier alle nicht von außen die Sache besser machen…
Gruß,
Branden
es gibt zig verhaltenstherapeutische Einzelverfahren, die für ein konkretes Therapieangebot zusammengestellt werden können. Deshalb kann man schlecht sagen, worin die Verhaltenstherapie besteht.
Angeblich werden
an der Klinik täglich Ausflüge mit den Jugendlichen gemacht
und Ergo-oder Misiktherapie, aber um ins Vergnügungsbad zu
gehen muss man nicht unbedingt in stationäre Behandlung zu
x-hundert Teuronen am Tag…
Könnte man denken, wenn einem nicht klar ist, daß das ein wichtiger Bestandteil eines Therapieangebots sein kann.
Für Außenstehende sehen therapeutische Maßnahmen manchmal gar nicht so aus, als seien es erfolgversprechende therapeutische Maßnahmen. Manchmal ist aber genau das erfolgreich, was von außen nicht so aussieht, und das, was von außen mit Erfolg in Verbindung gebracht wird, bringt manchmal nicht den Erfolg.
Die Eltern sind hilflos und wollen
nicht Unruhe stiften mit „lästigen“ Fragen.
Wenn ich einer der beiden Eltern wäre und ich solche Bedenken hätte, würde ich versuchen, einen Termin bei dem behandelnden Therapeuten zu bekommen und die mich bedrückenden Fragen an ihn richten. Ich würde dem Therapeuten im Gespräch eine Chance geben und ihn als Experten betrachten. Denn nur, wenn ich den Therapeuten als Experten anerkenne, kann der Therapeut eine Chance haben. Sonst hat die ganze Geschichte von vornherein so gut wie keine Aussicht auf Erfolg.
Da erhebt sich die Frage: Was ist das eigentliche Problem? :Gruß,
Branden
Hallo Branden,
soweit ich weiß hatte der Jugendliche aus Sicht der Eltern plötzlich erhebliche Konzentrationsprobleme und der ambulante Therapeut war sich nicht sicher ob Depression vorliegt oder ADH oder beides.
Die Fassade muss stehen bleiben!
Die Klinik hat Pflichten.
Die Eltern nicht.
Der Sohn hat Pflichten, die Eltern nicht.
Die Bekannten haben Pflichten: Kümmer du dich mal Lexi.
Die Eltern nicht.
Die Therapeuten/
Die Therapie vesagt - findet nicht statt.
Haben die Eltern vielleicht versagt? Versagen sie im Moment auch?
Vielleicht ist die Therapie ja im Moment den armen Jungen aus dieser verlogenen Fassadenstruktur auszulösen und ihm im Zusammensein mit anderen zu zeigen, daß dort Offenheit herrscht und keine falsche Mauertaktik.
Wenn der gute dann erstmal entspannt hat und sich öffnen kann, wird er therapiefähig sein. Das ist der Start jedes Klinikaufenthaltes: den Patienten ankommen lassen, ihn therapiefähig machen und den Eigenwillen zur Änderung der Lebenssitaution entstehen zu lassen.
ein Gipsverband wäre eine sicherlich deutlich sichtbare aktive Therapie. Schaut einfach hin und bemerkt IHR, daß seine Seele im Rossltuhl sitzt.
gruss
local
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der Sohn von Bekannten ist seit ca. drei Wochen stationär in
einer Jugendpsychiatrie. Die Eltern machen sich Sorgen, weil
in der ganzen Zeit noch kein Elterngespräch statt gefunden hat
Gruß
Lexi
Nachdem der stationäre Aufenthalt nunmehr schon in die 5. Woche geht (nicht in die 4. wie ich dachte), haben die Eltern jetzt nachgefragt, und es stellte sich heraus, das Elterngespräch war einfach vergessen worden ,wegen organisatorischer Probleme durch Erkrankung von Personal. Man kann nur hoffen, dass die Therapie besser ist als die Oragnisation…