Abmahnung und Kündigung gleichzeitig?

Hallo LeoLo,

Dir ist aber der erste Satz von mir aufgefallen? Ich habe ja
ausdrücklich darauf hingewiesen, warum es „blöd laufen“ wird,
wenn sie untätig bleibt.

Ist mir echt unterlaufen … Sorry

Grüsse zurück :smile:
Asmodine

Danke für die schnelle Antwort,

mein Bekannter IST ja zu Hause, die Arbeitsstelle war über 300 km weit weg. Zuerst hat er sich ein Auto ausgeliehen und ist damit hingefahren.
Dort hatte ihm die Zeitarbeitsfirma eine Pension vermittelt in der er wohnen soll. Nur war die Pension 2 Stunden Fußweg bzw 1 Stunde Fußweg + 1 Station Bahnfahrt von der Arbeitsstelle entfernt, und er hatte dem AG gesagt dass er das so nicht ohne Auto kann, der AG versprach sich um eine Pension zu kümmern die näher an der Arbeitsstelle war. Mein Bekannter fuhr also nach zwei Tagen Arbeit über das Wochenende mit dem geliehenen Auto wieder nach Hause. Mein Bekannter saß 4 Tage zu Hause und wartete auf einen Anruf des Chefs dass eine nähere Pension gefunden war und dass das Gehalt für den Vormonat eingeht, damit er die Bahnfahrkarte kaufen kann. Es kam aber kein Geld und kein Anruf, der Chef war telefonisch nach dem zweiten Versuch nicht mehr erreichbar, und dann kamen Abmahnung und Kündigung gleichzeitig.

So, jetzt hab ich mir alles von der Seele geschrieben, puh!

Marlies

Hallo Marlies,

das ist ja richtig verworren bei ihm. Aber dennoch recht einfach zu beantworten. Er sollte sofort zum AA in seinem Ort gehen und die Situation schildern. Gleichzeitig sollte er einen Anwalt aufsuchen, der ihn mit Hilfe von Prozesskostenhilfe oder Gewerkschaft in diesem Fall vertritt.

Ich bezweifle, ob es in der geschilderten Situation noch sinnvoll ist, dem Arbeitgeber anzuschreiben, dass man immer noch seine Arbeitskraft zu Verfügung stellen möchte. Schliesslich hat er durch die Pendelei fast gleich hohe Ausgaben, wie er in dieser Zeit verdient hat. 2 Stunden Fußweg ist meiner Ansicht nach eine Zumutung, wenn der Arbeitgeber wusste, dass er kein Fahrzeug hat.

Lieben Gruss
Asmodine

Hallo

2 Stunden Fußweg
ist meiner Ansicht nach eine Zumutung, wenn der Arbeitgeber
wusste, dass er kein Fahrzeug hat.

In der Regel kann es dem AG aber ziemlich egal sein, ob der AN zu Fuß, mit dem Auto, auf dem Bauch robbend, oder mit dem Hubschrauber zur Arbeit kommt. Es obliegt dem AN, sicherzutellen, daß und wie er rechtzeitig seinen Dienst antritt. Zwei Stunden zu Fuß dürften eine sehr kurze Anfahrtszeit mit dem Auto darstellen, je nachdem, wie schnell man geht :smile:.

Die Abmahnung kann nach der jetzigen Schilderung gut und gerne zurecht erteilt worden zu sein. Man müßte allerdings den Wortlaut kennen. Eventuell hätte der AG seinen faux pas vermeiden können, wenn er den AN vorher erst einmal nachweislich zur umgehenden Arbeitsaufnahme aufgefordert hätte. Dafür wird er sich vermutlich in naher Zukunft vor Gericht dann ins Bein beißen…

Richtig, um das zu unterstreichen, ist aber, daß hier umgehend ein Fachanwalt aufzusuchen ist!

Gruß,
LeoLo

Hallo

In der Regel kann es dem AG aber ziemlich egal sein, ob der AN
zu Fuß, mit dem Auto, auf dem Bauch robbend, oder mit dem
Hubschrauber zur Arbeit kommt. Es obliegt dem AN,
sicherzutellen, daß und wie er rechtzeitig seinen Dienst
antritt. Zwei Stunden zu Fuß dürften eine sehr kurze
Anfahrtszeit mit dem Auto darstellen, je nachdem, wie schnell
man geht :smile:.

Ich gebe dir da vollkommen recht. Wenn nicht der kleine Satz von Marlies wäre: „der AG versprach sich um eine Pension zu kümmern die näher an der Arbeitsstelle war.“ Dem AG war also bewusst und (an)erkannte die Umstände, dass er dem AN eine viel zu weit entfernte Pension besorgt hat. Der AN hat sich auf diese Aussage verlassen und ihn bei Wort genommen. Sonst hätte er sich sicherlich selbst um eine andere Pension gekümmert.

Lieben Gruss
Asmodine

Hallo

Ich gebe dir da vollkommen recht. Wenn nicht der kleine Satz
von Marlies wäre: „der AG versprach sich um eine Pension zu
kümmern die näher an der Arbeitsstelle war.“ Dem AG war also
bewusst und (an)erkannte die Umstände, dass er dem AN eine
viel zu weit entfernte Pension besorgt hat. Der AN hat sich
auf diese Aussage verlassen und ihn bei Wort genommen. Sonst
hätte er sich sicherlich selbst um eine andere Pension
gekümmert.

Darauf sollte man sich nicht verlassen. Das ist erst einmal nur die Interpretation eines Gesprächs, bei dem wir beide nicht waren. „Ich verspreche, daß ich mich kümmere“ heißt erst einmal gar nichts. Der AG müßte, wenn man sich darauf stützen will, schon fast im Wortlaut (und dann auch noch nachweislich) gesagt haben: „Ich verspreche, daß ich mich um eine näher gelegene Pension kümmere. Wenn ich das nicht schaffe, müssen Sie da auch nicht hin.“

Alles andere hat arbeitsrechtlich gesehen meines Erachtens nicht die geringsten Legitimation der Arbeitsverweigerung zur Folge.

Gruß,
LeoLo

Hallo Leolo,

interessanter Thread!

Ich habe das so verstanden, dass der Bekannte von Marlies BLANK ist und deshalb weder mit Auto noch mit Bahn die 300 km zur Arbeitsstelle fahren könnte, egal ob er dort dann zu Fuß von der Pension zur Firma kommt oder mit Bahn oder mit Auto.
Das heisst für mich, durch die ausbleibende Zahlung des Gehaltes für den Vormonat hat der AG dem AN verunmöglicht, die Arbeit weiter anzutreten!

Michael

Hallo

Ich habe das so verstanden, dass der Bekannte von Marlies
BLANK ist und deshalb weder mit Auto noch mit Bahn die 300 km
zur Arbeitsstelle fahren könnte, egal ob er dort dann zu Fuß
von der Pension zur Firma kommt oder mit Bahn oder mit Auto.
Das heisst für mich, durch die ausbleibende Zahlung des
Gehaltes für den Vormonat hat der AG dem AN verunmöglicht, die
Arbeit weiter anzutreten!

Sicherlich gibt es da eine Grenze, wo man dem AG die Schuld zuzuweisen versuchen könnte, aber als der Vorfall stattfand, war der Schilderung nach der Lohnverzug noch unter einer Woche. Das wird ganz sicher keinen Grund für eine Arbeitsverweigerung darstellen.

Gruß,
LeoLo

Hallo Leolo!

Der Michael hat das ganz richtig verstanden, mein Bekannter IST pleite und HAT kein Geld mehr, ist also auf den Gehaltseingang DRINGENDST angewiesen. Das hat er dem Zeitarbeitsfirmenchef auch mehrmals gesagt.

Schaut wohl doch so aus, dass mein Bekannter die Arschkarte gezogen hat! Der sitzt jetzt bei seiner Mutter in der Wohnung, die leiht ihm kein Geld, er hat EV abgelegt und kriegt bei der Bank auch keinen Dispo.
Und der Chef da drückt sich ums Zahlen, nein! Die Welt ist ungerecht!

Marlies