Orlistat, Sibutramin, aber…
Hallo Isa,
das Heer der Übergewichtigen und Abnehmwilligen ist groß, der Wunsch, ohne Anstrengung und Eigendisziplin eine Traumfigur zu erlangen, ist reichlich vorhanden, aber eben auch nur ein zu schöner Traum.
Wer etwas verkaufen will, das von der Plausibilität her gar nicht funktionieren kann, muss die Menschen vor allem anhand von hier scheinbaren Erfolgen, die mit eindrucksvollen Zahlen und zeitlich nicht nachvollziehbaren Fotos belegt werden, gut überzeugen (hier: überreden) können.
Man kann nicht in einer Woche 5 kg (Fett) abnehmen, erst recht nicht ohne Ernährungsumstellung!!!
Wer so etwas behauptet, der lügt schlichtweg.
Wer bewusst (also nicht krankheitsbedingt) und mit Erfolg einiges an Gewicht abgenommen hat und dann auch hält, schafft das nur mit einer gewissen Disziplin - und genügend Fachkenntnissen.
Die erste Frage muss lauten: Warum ist jemand übergewichtig? In Frage kommen in erster Linie die familiäre Disposition, mangelnde Bewegung, Gewohnheiten, Suchtverhalten in bezug auf Essen, das unterschiedliche Gründe haben kann.
Es gibt zur Zeit zwei wirksame Medikamente (ein 3. befindet sich noch in der Zulassung), die verschreibungspflichtig sind und die in der Regel nur dann verschrieben werden, wenn der Patient bereits ca. ein viertel bis ein halbes Jahr erfolglos abgenommen hat, bzw. gesundheitliche Gründe es anraten und wenn tatsächlich Übergewicht besteht, - denn diese Medikamente haben beträchtliche Nebenwirkungen.
Mit Orlistat (in Xenical - Nebenwirkg. u. a.: fettiger, öliger Stuhl, Bauchschmerzen, Stuhlinkontinenz) oder Sibutramin (in Reductil - Nebenwirkg. u. a.: Verstopfung, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel) kann ein adipöser Patient ohne Nahrungseinschränkung nur ca. 2-4 kg abnehmen. Daher ist eine Ernährungsumstellung (fettarme Mischkost) in den meisten Fällen zwingend notwendig, und dann kann der Patient zusätzlich mit Hilfe dieser Medikamente einschl. weiterer Maßnahmen, wie z. B. regelmäßige Bewegung, langfristig sein Gewicht reduzieren.
Meistens funktioniert das nicht, ohne eine gute Aufklärung mit Ernährungslehre und eine lange Weiterbetreuung des Patienten in entsprechenden Gruppen (z. B. Weightwatchers). Dadurch werden Fehlernährung und Rückfälle eher vermieden. Die meisten Patienten ohne Begleitung werden schnell wieder rückfällig, denn verübergehende Diäten funktionieren bei familiärer Disposition nicht.
Wer sein Gewicht halten will, muss sich bewusst (wie gelernt) ernähren und das ein Leben lang!
Die Disziplin wird belohnt: neben einem besseren Aussehen, ist er ein gesunder Mensch ohne die diversen Krankheiten, die aus der Adipositas resultieren, und etwas ganz wesentliches bemerkte der Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, Herr Prof. Dr. Wirth: er hat eine gute Lebensqualität!
Denn eine gewisse Leichtigkeit bringt Lebensfreude, man fühlt sich jünger, denn man hüpft eine Treppe mal eben hoch ohne kurzatmig zu werden, man schnarcht nachts nichts mehr, man fühlt sich frisch und ermüdet nicht bei körperlichen Aktivitäten, usw.
Gruß, Renate
hilfreiche Seiten:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/07/01/120a0902…
http://www.adipositas-gesellschaft.de/ratgeber.php
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