Hi Enno,
stimm prinzipiell auch wieder.
Doch nehmen wir mal an, Übergewicht ist ein Symptom für eine wie auch immer geartete Störung. Kommt nun der Druck von außen (Gesellschaft) sich den Normen anzupassen, und ein Mensch tut das, falls er es schafft, ist das gesund? In einer Statistik hieß es mal, daß im Verhältnis Menschen die mal übergewichtig und später abnahmen eine kürzere Lebenserwartung hatten, als die welche übergewichtig blieben. Ich kann es mir insofern vorstellen und erklären, da eine reine Symptombehandlung, selbst wenn dies auch zum Problem werden kann, nichts bringt. Der Gesellschaft ist das natürlich gleich. Die ist da eher kurzsichtig. Ergo, ist es doch an jedem selbst sich abzugrenzen und eben offen für Menschen zu sein, die entweder toleranter sind oder / und etwas weiter blicken können.
Ich stimme Dir prinzipiell zu, doch die Zeiten ändern sich. Heute sind viele Menschen auf einem Individualitätstrip, wollen anders sein als Andere. Nun gut, Übergewicht ist nicht etwas mit dem man positiv auffällt, doch man fällt auf (wobei - wie lange noch?).
Doch mehr noch meine ich, es hängt von der eigenen Sichtweise ab, was uns begegnet. Auf einer anderen Ebene, wie es gerade in einem anderen Brett thematisiert wurde, könnte ein Mensch mit Mitte 40 meinen, keinen Job mehr zu bekommen, gleichwohl andere mit Mitte 50 immer noch und immer wieder eine neue Arbeit finden. Es ist sicherlich richtig, daß mit zunehmenden Alter, die Arbeitgeber nicht mehr einstellen wollen (Kündigungsschutz), doch es ist nicht die Regel. Und nun Henne oder Ei? Bekommen manche den Job nicht, weil der Arbeitgeber sie keinesfalls einstellen würde oder bekommen sie den Job nicht, weil sie schon mit der Erwartungshaltung zum Vorstellungsgespräch gehen, falls sie überhaupt eines anstreben? Wieso sollte ein Arbeitgeber jemanden einstellen, gleich welchen Alters, wenn der Stellensuchende selbst nicht dran glaubt, genommen zu werden? Und so ist das auch mit Übergewicht zu sehen. Ausgrenzung oder gesellschaftlicher Druck hat auch viel mit der Einstellung zu sich selbst zu tun.
Last but not least, Übergewicht mag wohl am Augenscheinlichsten sein. Doch was ist mit den ganzen anderen Süchten, Zwängen, Neurosen, Psychosen… die die Leute so mehr oder weniger drauf haben? Natürlich kann man(n) sagen, eine Besoffene laßt sich besser flach legen, doch wie ist das im tagtäglichen Umgang? Übergewicht mag auf den ersten Blick zu Ablehnung führen, doch gibt es nicht schwerwiegendere Gründe, Probleme in Beziehungen mit seinem Mitmenschen zu haben bzw. zu bekommen?
Teils ekelt es mich, riecht jemand stark nach Rauch. Ich setze mich gerne mit Menschen auseinander, doch wie will ich das tun, ist jemand sternhagelvoll? Ein Tourette-Syndrom würde mich so weiter nicht stören, bloß mag ich keine lauten und häßlichen Geräusche. Und wenn jemand aufschreit, würde mich DAS stören. Bei Leuten bei denen alles haargenau an einem bestimmten Platz stehen muß und nichts verrückt werden darf, fühle ich mich sehr unwohl… Ich kann Unzuverlässigkeit auf den Tod nicht ausstehen. Und womit jemand kann oder nicht kann, ist doch auch wieder vom Menschen abhängig. Andere können wieder mit anderen Dingen nicht gut klarkommen.
Im Umgang mit Menschen zählen doch gar nicht mehr die Dinge, die auf den ersten Blick so augenscheinlich waren. Klar, hierfür muß man einen zweiten oder gar tieferen Blick riskieren wollen. 
Ciao,
Romana
Ciao,
Romana