Abnehmen ohne zu hungern?

Hallo,

habe einiges zuviel, aber auch noch keine Diät hinter mir. Habe leider aber schon im Bekanntenkreis viele Erfahrungen gesammelt, und möchte wissen, ob etwas dran ist.

  1. Eine Fettzelle, die einmal aufgebaut ist, wird nie wieder abgebaut (maximal kann sie schrumpfen, um dann erneut bereit zu sein)

  2. Abnehmen geht praktisch nur durch negative Energiebilanz, die deutlich ausfallen muss, um das „Notprogramm“ des Körpers zu umgehen

  3. Wer immer schlank war, kann deutlich mehr essen (saufen am Wochenende, naschen etc.) als jemand, der mal dick war.

  4. Dauerhaft schlank bleiben heisst dauerhaft hungern. Egal, ob durch weniger, oder durch gesundes statt gewolltes.

Übrigens, Hungern ist jetzt bei mir sehr weit gefasst. Wenn ich viel Sport mache, und „nur“ soviel Esse wie sonst, obwohl ich dann das doppelte vertragen kann, dann ist das für mich auch hungern.

Kennt jemand echte Beispiele von Leuten, die nach der Pubertät dick waren, und ohne täglich zu hungern 20 oder mehr Kg weniger wiegen? Und wenn ja, wie machen die das?

Gruß
achim

Ich frage mich immer, warum so leute wie JojoFischer, D!Soest, Otfried-Fischer Harry Weinfreund:wink: oder selbst Jan Ulrich so fett bleiben, wenn es einen Weg gäbe da runter zu kommen. Und ich habe damals schon bei Robert der Niere kein Verständnis gehabt, dass er sich für eine Rolle Pfunde anfuttert. Vielleicht wäre er heute sonst nicht so aufgegangen, war doch ein hübscher Mann!

Hallo!

  1. Eine Fettzelle, die einmal aufgebaut ist, wird nie wieder
    abgebaut (maximal kann sie schrumpfen, um dann erneut bereit
    zu sein)

Das mit dem Nichtabbauen stimmt schon, aber die Zellen leben auch nicht ewig. Und das mit dem bereit sein ist so eine Sache:
Jeder Mensch hat eine Fettschicht! Und ob da nun was angelagert wird hat primär etwas mit der Energiebilanz zu tun, nicht mit der Zahl an Fettzellen, denn die hat wie gesagt jeder. Der Jojo-Effekt hat viel mit Gewohnheit zu tun und mit der Dehnbarkeit des Magens, der bei dickeren Menschen größer und dehnbarer ist als bei Schlanken. Der Magen bildet sich nach dem Abnehmen nicht so schnell zurück…

  1. Abnehmen geht praktisch nur durch negative Energiebilanz,
    die deutlich ausfallen muss, um das „Notprogramm“ des Körpers
    zu umgehen

Das ist richtig, denn wenn man nur etwas weniger futtert, dann wird zum Beispiel der Glycogenspeicher in der Leber angezapft. Und diesen Speicher füllt man nach der Diät sehr leicht wieder auf. Natürlich nimmt man auf Dauer schon ab, aber das geht sehr langsam.
Damit der hartnäckige Fettspeicher angebrochen wird, muss man deutlich weniger essen!!!

  1. Wer immer schlank war, kann deutlich mehr essen (saufen am
    Wochenende, naschen etc.) als jemand, der mal dick war.

Ich habe gelesen, dieser Eindruck sei auf subjektive Einschätzung zurückzuführen. Der Stoffwechsel eines Menschen stellt sich nach längerem Schlanksein um und der Körper hat kein richtiges Gedächtnis. Ausgenommen sind z.B. Diabetes Typ II oder Ablagerungen in Gefäßen, aber ansonsten stellt sich der Körper um…

  1. Dauerhaft schlank bleiben heisst dauerhaft hungern. Egal,
    ob durch weniger, oder durch gesundes statt gewolltes.

Nein, das stimmt nicht! Denn nach der Rückbildung des Magens und des Stoffwechsels bekommst du nicht mehr soviel Hunger und bist in der Lage ohne zu hungern weniger zu essen. Schlanke Menschen müssen nicht zwangsweise Hungern!
Stell dir vor, du wögest zehn Kilo mehr. Nimmst du nun auf dein Gewicht ab und hieltest es vielleich ein Jahr oder so, dann hättest du danach auch keine Probleme, denn momentan geht es dir damit ja auch nicht schlecht… Genauso ergeht es schlanken Menschen. Sie essen weniger, weil sie weniger Hunger haben.
Das gilt natürlich nicht für Models, die schon fast ihre Organe anknabbern ;-(
Du musst allerdings deine Gewohnheit, soviel zu essen, ändern. Das ist wie eine Abhängigkeit vom Vorgang des Rachens, obwohl ich nicht sagen will, du hättest eine Fresssucht, doch wie das Rauchen ist es mit dem Essen: Nikotinkaugummis helfen nicht immer, obwohl ich dazu nichts sagen kann, da ich Nichtraucher bin… Genauso musst du dein Essverhalten etwas ändern und nur essen, wenn du objektiv Hunger hast, nachdem du abgenommen hast und dich in der ersten Zeit zusammenreißen.
Sport hilft sicher, auch wenn du mehr isst und es wäre auch nicht schlecht etwas Krafttraining zu betreiben, denn das Mehr an Muskeln verbraucht Energie und wenn du dabei Ergebnisse (müssen anfangs nicht optisch sein) erziehlst (was schnell geschieht) dann spornt das auch an!!!
Tipp von mir:
Auf energiearme Getränke setzten.
Tees (vor allem Kräutertees) sind gut für den Körper und helfen vor zu viel Säure, die oft in Säften ist… Davon kannst du etwa einen Liter pro Tag trinken! Mehr ist wegen der ätherischen Öle schlecht…
Auch Süßmittel (z.B. in Getränken) sind nicht unbedingt schlimm und trocknen die Tränen des Zuckerverzichts, sofern man dann nicht wie verrückt futtert, wenn man z.B. ein Lightgetränk getrunken hat.
Trinke fettarme, statt Vollfettmill
Schau auf die Angabe auf der Packung von Getränken:
Säfte wie vom Apfel und Limos haben etwa 200 kJ pro 100 ml
Nimm Getränke mit weniger Energie!!!
Auch nicht schlecht sind Brausetabletten:
Wieviel die Vitamine darin helfen ist umstritten, aber diese Getränke sind energiereduziert
VG, Stefan

Als ich mal 10kg abnehmen wollte und es auch tat (diese 10kg kamen vom Extrem-Bier-Konsum nach dem Abitur) habe ich es mir als „angehender“ Wirtschaftswissenschaftler ganz einfach gemacht:

Erstelle dir einfach eine Bilanz für den Tag, für die Woche, für den Monat.

Auf der Soll-Seite einfach alle Kalorien die du aufgenommen hast, also Essen, Getränke, etc.

Auf der Haben-Seite alles was verbraucht wurde, also dein Grundumsatz und eben zusätzliche Aktivitäten (wie 2h Golf, 1h Tennis,etc…).

War der Saldo im Soll war ich zufrieden…
Wichtig ist dann, dass man sich ein Ziel setzt, wie z.B.: "Jede Woche eine negative Energiebilanz). So konnte man am Wochenende auch mal an einem Tag Hamburger essen und diese mit 6 halben Bier runterspülen…

Wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass 1kg Körperfett den ungefähren Energiegehalt von 7000kcal hat, wird das Abnehmen noch viel leichter…

Du solltest jedoch immer daran denken, dass du nicht wichtige Nährstoffe in deiner Diät weglässt!

Kannst du gerne mal ausprobieren… irgendwann bring ich auch mal ein Buch zu dieser Sache raus :wink:

Hi ho,

Der Jojo-Effekt hat viel mit Gewohnheit zu tun und mit
der Dehnbarkeit des Magens, der bei dickeren Menschen größer
und dehnbarer ist als bei Schlanken. Der Magen bildet sich
nach dem Abnehmen nicht so schnell zurück…

Sehr vage ausgedrückt, da kann man viel reininterpretieren. Natürlich wird jemand, der nach einer Diät wieder in seine alten Essgewohnheiten zurückfällt, wieder zunehmen. Das Problem mit dem „mehr-zunehmen“ liegt daran, dass sich der Körper auf den vermeintlichen Nahrungsmangel sehr schnell eingestellt hat (der Grundumsatz des Körpers sinkt dabei) und die nach der Diät im Überfluss vorhandenen Energiemengen in Fettzellen (vohandene und neue, falls erforderlich) einlagert.

Der Magen kann sich übrigens sehr schnell anpassen, also schrumpfen oder dehnen, das ist ein unheimlich flexibles Organ.

  1. Abnehmen geht praktisch nur durch negative Energiebilanz,
    die deutlich ausfallen muss, um das „Notprogramm“ des Körpers
    zu umgehen

Das ist richtig, denn wenn man nur etwas weniger futtert, dann
wird zum Beispiel der Glycogenspeicher in der Leber angezapft.
Und diesen Speicher füllt man nach der Diät sehr leicht wieder
auf. Natürlich nimmt man auf Dauer schon ab, aber das geht
sehr langsam.

Die negative Energiebilanz muss einfeutig nicht sehr gross sein. Bei einer niedrigen negativen Energiebilanz dauert das Abnehmen zwar länger, aber die Haut hat genug Zeit sich zurück zu bilden

Damit der hartnäckige Fettspeicher angebrochen wird, muss man
deutlich weniger essen!!!

Das ist falsch. Wie gesagt genügt eine etwas geringe negative Energiebilanz zum Abnehmen, solange man sich genug Zeit nimmt. Dadurch wird auch verhindert, dass der Körper seinen Grundumsatz senkt.

Stell dir vor, du wögest zehn Kilo mehr. Nimmst du nun auf
dein Gewicht ab und hieltest es vielleich ein Jahr oder so,
dann hättest du danach auch keine Probleme, denn momentan geht
es dir damit ja auch nicht schlecht… Genauso ergeht es
schlanken Menschen. Sie essen weniger, weil sie weniger Hunger
haben.

Wenn Menschen Maschinen wären, dann vielleicht. Stellt sich nur die Frage, warum auch ehemals schlanke Menschen dick werden…

Du musst allerdings deine Gewohnheit, soviel zu essen, ändern.
Das ist wie eine Abhängigkeit vom Vorgang des Rachens, obwohl
ich nicht sagen will, du hättest eine Fresssucht, doch wie das
Rauchen ist es mit dem Essen: Nikotinkaugummis helfen nicht
immer, obwohl ich dazu nichts sagen kann, da ich Nichtraucher
bin… Genauso musst du dein Essverhalten etwas ändern und nur
essen, wenn du objektiv Hunger hast, nachdem du abgenommen
hast und dich in der ersten Zeit zusammenreißen.

Übergewicht mit der Sucht nach Zigaretten zu vergleichen ist unseriös. Die Stoffe in einer Zigarette greifen auf unheimlich Komplexe Weise in den Organismus des Menschen ein, selbst die Forschung ist sich noch nicht klar darüber, welche Stoffe neben dem Nikotin die Sucht wirklich auslösen.
Auch das objektive feststellen, ob man Hunger hat, ist nicht möglich, da das Hungergefühl per se ein rein subjektives ist (das zum Beispiel bei Magersüchtigen komplett verschwinden kann).
Ein zusammenreissen ist im Grunde nur in der Phase der Ernährungsumstellung nötig. Dick wird man nicht nur, weil man zuviel isst, sondern auch weil man falsch isst. Genau da setzen zum Beispiel die Weight Watchers an, die ihren Kunden das Essen wieder beibringen.

Grüsse,

Herb

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Der Magen kann sich übrigens sehr schnell anpassen, also
schrumpfen oder dehnen, das ist ein unheimlich flexibles
Organ.

Das hab ich gar nicht angezweifelt. Ich meine ja nur, dass man dann satt ist, wenn der Magen gedehnt ist, aber dass bei Menschen, die über längere Zeit viel gegessen haben, der Magen sich mehr dehnen kann oder und diese Menschen deswegen nicht mehr so schnell satt werden können wie Normalgewichtige. Dass der Magen bei jedem sich dehnt und zusammenzieht ist doch klar :smile: Oder habe ich dich falsch verstanden

Auch ansonsten meinen wir wohl gar nichts grundsätzlich verschiedenes.
Ich bin ja selbst der Meinung, man sollte die ganze Sache langfristig machen und halte nichts von Blitzdiäten. Nur dachte ich, mit dem was ich geschrieben habe seine Frage zu beantworten, weil ich dachte, vieles von ihm bezöge sich auf eine „Diät“, obwohl eine Ernährungsumstellung nötig ist… Zum Beispiel mit der Energiebilanz:
Wenn man eine zeitlich knapper bemessene Diät macht, reicht etwas negativ ja echt nicht aus. Wenn es um eine Nahrungsumstellung geht, dann reicht es und ist auch gesünder…
Mit der Nahrungs- und Ernährungsumstellung sollte ja auch ein neuer Umgang mit der eigenen Gesundheit und dem eigenen Körper verbunden sein. Ich bin ja selbst der Meinung und will zum Ausdruck bringen, dass man seine Gewohnheiten ändern muss und bewusster essen, oder eben nicht essen (wie Chips beim Fernsehen) sollte und schlechte Angewohnheiten ablegen muss. Nur deshalb habe ich mit dem zugegebenermaßen hinkenden Rauchervergleich angefangen, weil Raucher manchmal in ähnliche Muster verfallen, wie Rauchen beim Warten auf den Bus oder so… Oder denkst du, die stillen nur ihre chemische Sucht? Ich meine, es gibt ja auch mechanische Zwangshandlungen wie Fingernägelkauen oder so…

VG, Stefan

Huhu!

Kennt jemand echte Beispiele von Leuten, die nach der Pubertät
dick waren, und ohne täglich zu hungern 20 oder mehr Kg
weniger wiegen? Und wenn ja, wie machen die das?

Hier, ich.
Ich habe ca. 37 kg abgenommen. Ohne zu hungern und ohne mir extrem alles zu
verkneifen!

Wie ich das gemacht habe?
Erstmal, ohne das KLICK im Hirn geht nix. Aber ich bin der Meinung, dass man
diese Motivation nicht erzwingen kann. Entweder sie ist da, oder nicht *peng*
Das nur mal am Rande.

  • Ich habe die Schokolade im Supermarkt gelassen. Da konnte ich dran
    vorbeigehen, oder nur ab und zu mal etwas mitnehmen. Alles, was zu Hause
    rumliegt wird auch umgehend gegessen. Und nicht nur ein, zwei Stückchen Schoki,
    nein, die ganze Tafel. Aber was nicht da ist, kann nicht gegessen werden!
  • Man muss nicht alles mit Käse überbacken oder mit Sahne anreichern :wink:
  • Geflügel statt Salami oder Hackfleisch.
  • Reste kommen in den Kühlschrank und werden NICHT zwischendurch weggenascht.
  • Beim Kochen nicht zuviel vorprobieren, dass andere Leute schon satt vom
    Probieren wären.
  • Die Friteuse wurde eingemottet.
  • Aufhören zu essen, wenn man satt ist. Falls man zwei Stunden später wieder
    Hunger hat, kann man ja wieder etwas essen. Bei uns gibt es ja immer etwas!
  • weniger Cola, Softdrinks etc. trinken.

Ich habe mir nichts verkniffen, d.h. ich habe Pizza gegessen, Schokolade,
Kuchen etc. Und dann auch eine ganze Pizza, wenn ich soviel Hunger hatte!

Und mit Sport wäre das ganze wohl noch besser gelaufen, aber, äääh… :wink:

Der Zeitraum war ca. ein Jahr, in dem ich 34 kg abgenommen habe.
Seit Janaur halte ich das Gewicht, bzw. bin in den gut 10 Monaten noch drei kg
losgeworden und ich esse ganz normal!
Und normal heißt bei mir leider nicht sehr gesund, Gemüse mag ich einfach
nicht.

Also, das geht!
Nichts überstürzen und nicht übertreiben, das ist eigentlich das wichtigste!

Bye, Vanessa

Hi ho,

Nur deshalb habe ich mit dem zugegebenermaßen hinkenden
Rauchervergleich angefangen, weil Raucher manchmal in ähnliche
Muster verfallen, wie Rauchen beim Warten auf den Bus oder
so… Oder denkst du, die stillen nur ihre chemische Sucht?
Ich meine, es gibt ja auch mechanische Zwangshandlungen wie
Fingernägelkauen oder so…

Beim Rauchen treffen psychologische wie physische Phänomene aufeinander. Gerade die Interaktion zwischen den physisch wirksamen Stoffen, der sozialen Situation und dem psychologischen Zustand des Rauchers machen die Sucht aus. Deshalb ist es für viele so schwer, damit aufzuhören.
Beim Essen hingegen ist die Ausgangslage schon ganz anders: Der Mensch muss essen um zu leben (rauchen hingegen nicht). Übergewicht ist nicht mit einer Fresssucht gleichzusetzen. Gewohnheiten wie die Chips zum TV lassen sich auch sehr schnell wieder abstellen, da ist keinerlei Suchtmechanismus im Spiel.
Natürlich gibt es auch Fresssüchtige, aber eben bei weitem nicht so häufig wie von Dir angedeutet.

Grüsse,

Herb