Hallo Sebastian,
Danke an alle, die so schnell geantwortet haben und ich habe
gleich eine Ergänzung, um Missverständnisse zu vermeiden:
Ich glaube nicht, daß ich einfach keine Kinder will. Der
Gesellschaftsdruck spiel bei mir auch keine Rolle und ist in
meiner Fall auch gar nicht da.
Hm, es hört sich aber auch nach mehrmaligem Lesen nicht unbedingt so an, als WOLLTEST Du Kinder 
Ich möchte mir einfach nicht die Chance nehmen lassen, ein
glücklicher Vater zu sein.
Das ist aber ein Thema, das auf ganz viele Lebensbereiche zutrifft: nehme ich den Job X oder Y, welche Ausbildung wähle ich, wohin ziehe ich, wen heirate ich, heirate ich überhaupt, kaufe ich eine Immobilie oder bleibe ich Mieter usw., usw. Ja, ich weiß, an einer Stelle hinkt der Vergleich: Kinder sind nunmal absolut unrevidierbar, wenn sie da sind, gibt es keine Korrektur dieser Entscheidung.
Für mich hört sich das, was Du schreibst, so an: „Wenn ich auf Kinder verzichte, weil ich eigentlich keine mag, dann könnte ich etwas verpassen, und das will ich nicht.“
Es ist wirklich nicht böse gemeint, aber dieser Ansatz reicht meiner Meinung nach nicht aus, um Kinder in die Welt zu setzen, und ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken machst.
Die Umkehrung ist nämlich: „Jetzt habe ich Kinder, es ist nicht so toll, wie gedacht, gewisse Dinge gehen einfach nicht mehr (weil das Geld für mehr Personen reichen muss, weil die Kinderunterbringung nicht so einfach ist wie gedacht, weil das Kind im falschen Moment krank wird usw., es gibt massenhaft abschreckende Beispiele *g*). Warum nur habe ich mir das angetan ? Ich will jetzt aber *setzeirgendetwasein* und kann nicht mehr !“
Ich behaupte mal, auch wenn Du Dich FÜR Kinder entscheidest, „verlierst“ Du dabei etwas anderes. Niemand kann Dir sagen, wie es Dir dann geht.
Zum Thema „wenn das Kind erst einmal da ist, wirst Du es lieben“ kann ich nur sagen, das ist meiner Meinung nach eine romantische Verklärung. Ein Elternliebe-Gen, das automatisch auf höchstes Glück schaltet, ist nicht wirklich vorhanden, auch wenn es natürlich in den meisten Fällen so läuft.
Ich selbst wollte übrigens nie Kinder und wurde sozusagen zu Kind Nr. 1 „überredet“ *g*. Inzwischen haben wir 3 Kinder (absichtlich !) und sind meistens sehr glücklich darüber, würden die Kleinen nie wieder hergeben. Ich könnte mir aber theoretisch durchaus ein Leben ohne eigene Kinder vorstellen, es muss sich nicht jede® zu Nachwuchs zwingen *g*.
Zumal ich ja vermute, daß nur eine
Art Traume verhindert, daß meine Kinderwunsch Hormone ihren
Dienst aufnehmen.
Mein „Trauma“ (war es im psychologischen Sinne sicher nicht) war, dass ich meinen jüngeren Bruder weitgehend aufziehen mußte. Er war sooo anstrengend, und ich hatte viel zu früh viel zu viel Verantwortung, so dass ich als junge Erwachsene das Gefühl hatte, ich hab schon genug Windeln gewechselt in meinem Leben *g*.
Alles Gute wünscht Dir
Inselchen