Hallo Kinga,
->Keine Abrechnungen = Schwarzarbeit???
Verschiedene Möglichkeiten:
(1) Lohn & Gehalt nach draußen gegeben, zu einer Billigkanzlei mit dementsprechend dauernd überlasteten Mitarbeitern: „Ach ja, den Neuen muss ich auch noch anlegen; wo krieg ich jetzt sein Geburtsdatum her, ist ja schon wieder halb achte - achwas, den zieh ich provisorisch durch, dann hat er wenigstens sein Geld“. Die angefangenen Bruchstücke schubladisieren sich, so dass sie schließlich objektiv nicht mehr zu meistern sind.
(2) Jefe macht die Abrechnungen selber und hat das unter (1) beschriebene Problem oder noch ärgere.
(3) Unternehmen ist in Schieflage und versucht, „vorübergehend“ ohne Abführen von Beiträgen und LSt „klarzukommen“. In diesem Fall geht es um Schwarzarbeit.
(4) Unternehmen führt bewusst und systematisch keine Beiträge ab. Schwarzarbeit.
(5) Schlamperei
(6) Viele andere möglichen Gründe.
Klären lässt sich das am einfachsten durch einen Anruf bei der eigenen Krankenkasse (soweit pflichtversichert). Vorsicht allerdings: Die mahnen im Zweifelsfall nicht lang rum, sondern dürfen in eigener Sache ohne den Weg über das Gericht vollstrecken. Wenn z.B. (3) zutrifft, ist zuerst der Zoll und dann der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens schneller da als hie und da erwartet. Kann also dazu führen, dass nicht bloß die Beiträge, sondern auch die Nettoauszahlungen bald fehlen.
Bevor Artillerie in Stellung gebracht wird, sollten die Fragen „Sind Sie schon dazu gekommen? - Fehlen Ihnen noch Angaben oder Unterlagen von mir?..“ schonmal gestellt worden sein.
Ein anderer Fall:
Wenn man einen Minijob (400€-Job) hat, bekommt man da
Gehaltsabrechnungen?
Ja, sollte bzw. muss. Und zumindest und zuerst einen Nachweis über die Anmeldung bei der Bundesknappschaft (Regelfall) oder der Krankenkasse (kanns auch geben). Allerdings auch hier die Problematik, dass man die ordentliche Abrechnung bloß erzwingen kann, indem man ggf. den Job selber gefährdet. Ansprechpartner („Bin ich überhaupt bei Ihnen angemeldet?“) ist die Bundesknappschaft („Minijob-Zentrale“), falls von dort „Nein“ kommt, eventuell auch die eigene Krankenkasse.
Schöne Grüße
MM