ABS abschalten oder 'richtig' einstellen?

Hallo zusammen,

meinen Ibiza 6L habe ich vor 2 Jahren als Jahreswagen gekauft. Seit dem stelle ich immer wieder fest, dass er extrem schlecht bremst. Das heißt, dass das ABS total früh anspricht und wenn es dann anspricht ist die Bremswirkung deutlich geringer als zuvor. Ich bin mir sicher, dass die Bremsleistung, zumindest bei meinem speziellen Ibiza, um ca. 20% besser wäre wenn ich das ABS abschalten könnte.

Ich vermute das es entweder ein sehr minderwertiges ABS ist oder das bei meinem Auto irgendetwas nicht richtig funktioniert. Aber kann das bei ABS eigentlich sein? Ich habe gehört das man in der Werkstatt z.B. die stärke der Servounterstützung einstellen kann. Gibt es etwa auch eine Einstellmöglichkeit zum ABS?

Ich bin eh kein Freund von ABS, aber es ist wohl verboten es ab zu schalten. Zu Testzwecken hatte ich heute mal die Sicherung gezogen, aber wegen der ganzen anderen Fehlermeldungen bin ich dann doch nicht losgefahren.

Da ich generell sehr vorrausschauend fahre, und mir der schlechten Bremswirkung bewußt bin hatte ich noch keine Probleme. Aber manchmal ist nicht alles vorraussehbar und dann kommt es auf 2 Meter an. Jemand anders hat übrigens schon einen Auffahrunfall bei nasser Straße mit diesem Wagen produziert, ich war leider nicht dabei. Die schlechte Bremswirkung ist im übrigen sowohl bei trockener Fahrbahn, Regen und Schnee relativ gleich. Jeweils ca. 20% weniger als ich erwarten würde. Das fällt mir immer wieder auf wenn ich mit anderen Autos fahre. Ich denke ich hätte mich schon früher drum kümmern sollen. Aber wie?

Die sprittsparende Serienbereifung ist dem Thema sicher nicht zuträglich, mein Auto hat hinten Trommelbremsen und ist aus Spanien importiert.

Wer kann mit einen Tip geben?

MFG,
Richard Klein

Hallo,

Die sprittsparende Serienbereifung ist dem Thema sicher nicht
zuträglich, mein Auto hat hinten Trommelbremsen und ist aus
Spanien importiert.

Aber gerade hier würde ich anfangen: Wie ist denn der Zustand der Reifen? Wenn die keinen Grip (mehr) haben, dann ist schlecht bremsen. Und das ABS setzt ein, wenn die Reifen blockieren.

Gruß,
Haelge

Hallo Richard,

Ich bin mir sicher, dass die Bremsleistung, zumindest
bei meinem speziellen Ibiza, um ca. 20% besser wäre wenn ich
das ABS abschalten könnte.

Wie kommst du zu deiner „Sicherheit“ ? Durch reproduzierbare Vergleichsversuche ?

Ich vermute das es entweder ein sehr minderwertiges ABS ist

Das gibt es nicht. Die ABS-Hersteller (Zulieferanten) auf dieser Welt kannst du an den fünf Fingern einer Hand abzählen. Und die sind qualitativ alle auf einem vergleichbaren Niveau.

oder das bei meinem Auto irgendetwas nicht richtig
funktioniert. Aber kann das bei ABS eigentlich sein? Ich habe
gehört das man in der Werkstatt z.B. die stärke der
Servounterstützung einstellen kann. Gibt es etwa auch eine
Einstellmöglichkeit zum ABS?

Nein. Das wäre auch echt schlimm, könnte an einem doch recht komplexen System wie ABS jede Hinterhofwerkstatt „herumfummeln“ !

Ich bin eh kein Freund von ABS,

Glaubst du etwa ernsthaft, du könntest im Notfall oder bei glatter Fahrbahn besser bremsen und gleichzeitig die Spur halten, als es dir ABS ermöglicht ?

Die schlechte Bremswirkung ist im übrigen sowohl bei trockener Fahrbahn,
Regen und Schnee relativ gleich. Jeweils ca. 20% weniger als
ich erwarten würde. Das fällt mir immer wieder auf wenn ich
mit anderen Autos fahre.

Hattest du denn das Equipment, um das reproduzierbar zu messen ?
Mal als ein Tip für dich als zukünftigen Ingenieur : Verlass dich nicht auf „gefühlsmäßige“ Einschätzungen. Zwar kann der Glaube Berge versetzen, aber letztlich sind „harte“ Zahlen das, was in der Technik zählt.

Die spritsparende Serienbereifung ist dem Thema sicher nicht
zuträglich, mein Auto hat hinten Trommelbremsen und ist aus
Spanien importiert.

Ob Trommel- oder Scheibenbremse : das hat nur was mit dem gleichmäßigen Ansprechverhalten zu tun, nämlich welche Fußkraft für eine bestimmte Bremswirkung aufzubringen ist.
Und wo das Auto zusammengeschraubt wurde, das ist hierfür absolut egal.
Gruß
Karl

Hallo,

die Aufgabe des ABS besteht ja auch nicht darin, „besser“ zu bremsen, sondern nur das Fahrzeug besser steuerbar machen bei einer Vollbremsung.

Auszug Wiki:
„Es bewirkt in erster Linie nicht eine Verkürzung des Bremsweges, der sich in manchen Fällen sogar verlängern kann, sondern sorgt hauptsächlich dafür, dass das Fahrzeug im besten Falle während des Bremsvorgangs vollständig steuerbar bleibt und nicht ausbricht.“

Gruß
Didi

Hallo Karl,

vielen Dank für deine Antwort. Für meine Einschätzung habe ich natürlich keine reproduzierbaren Messungen gemacht. Ein gutes Bauchgefühl ist aber dennoch etwas, was ich auch in meinem zukünftigen Ingenieursleben, nicht missen möchte. Ich würde dir gerne Zahlen benennen, damit wir beide sehen, dass mein Bauchgefühl nicht ganz falsch ist, aber das kann ich leider nicht.

Ich wäre auch zufrieden damit von anderen Ibiza Fahrern zu hören, dass dieses Auto verhältnismäßig schlecht bremst.

Und ganz ehrlich, auch wenn du mir himmelweite Selbstüberschätzung attestieren wirst, ja ich bin der Meinung, dass ich ohne ABS besser zurecht kommen würde. Es gibt keine Situation in der ich mich über das ABS jemals gefreut habe, im Gegenteil ich habe mich immer nur darüber geärgert. Wenn ich die Bremse voll durchtrete, dann will ich auch voll bremsen, lenken ist dann eher nebensächlich.

In den meisten Situationen ist es doch auch so, dass man entweder ausweichen oder maximal verzögern möchte. Ohne ABS bin ich auch sehr gut damit gefahren bei einer Vollbremsung wieder soweit von der Bremse zu gehen bis lenken wieder möglich war, wenn es denn überhaupt notwendig war. Ich gebe dir aber gleichzeitig Recht das ABS prinzipiell keine schlechte Sache ist. Bei den meisten Autos funktioniert es ja auch gut. Aber mal ganz ehrlich, wäre ABS nicht deutlich besser wenn es geschwindigkeits- und lenkwinkelabhängig wäre? Unter 30 km/h, wo es auf jeden cm ankommt ist es meiner Meinung nach nicht nötig und vor allem nicht wenn man sowieso geradeaus fahren möchte.

Je länger ich darüber nachdenke desto mehr Sorgen mache ich mir, dass ich meinem ABS unrecht tue und es tatsächlich an den Reifen liegt. Wäre ich doch nur eine kleine Runde bei gezogener Sicherung gefahren dann wüsste ich es. Allerdings bremset das Auto sowohl mit Winter- als auch mit Sommerreifen mies. Beiden Reifen sind nicht in einem schlechten Zustand, nur ziemlich klein. Aber die Auflagefläche soll theoretisch ja nichts damit zu tun haben.

Mit freundlichen Grüßen,
Richard Klein

Hallo Richard,

Ein gutes Bauchgefühl ist aber dennoch etwas, was ich auch in meinem
zukünftigen Ingenieursleben, nicht missen möchte.

Der Rat eines ehemaligen/pensionierten Entwicklungsleiters: Erhalte dir das Bauchgefühl auch auf jeden Fall. Nur behalte es für dich. Und gehe nur mit abgesicherten Erkenntnissen nach „außen“. Schreibe in keinen Versuchsbericht von deinem Bauchgefühl. Ansonsten wirst du „rasiert“.

Und ganz ehrlich, auch wenn du mir himmelweite
Selbstüberschätzung attestieren wirst, ja ich bin der Meinung,
dass ich ohne ABS besser zurecht kommen würde. Es gibt keine
Situation in der ich mich über das ABS jemals gefreut habe, im
Gegenteil ich habe mich immer nur darüber geärgert.

Was war denn der konkrete Grund für deine Verärgerung ? Das Pulsieren im Bremspedal ? Oder etwa deine subjektive Einschätzung, ohne ABS wäre der Bremsweg kürzer gewesen ? Zu letzterem: Quod errat demonstrandum.

Wenn ich die Bremse voll durchtrete, dann will ich auch voll bremsen,

Das tust du gerade mit ABS, denn das regelt auf das Maximum der µ-Schlupf-Kurve aus. Besser geht’s nicht, sieht man mal von den vergleichsweise seltenem „Schneepflug“-Kriterium bei Tiefschnee oder im losen Geröll ab. Nur dabei wäre der Bremsweg bei blockierten Rädern etwas kürzer als bei nicht blockierenden.

lenken ist dann eher nebensächlich.

Mit der Erhaltung der Lenkfähigkeit bleibt auch die Spurhaltung gewährleistet. Letzteres ist bei blockierenden Rädern nicht gegeben, dh es kommt verflucht leicht zum Schleudern.

In den meisten Situationen ist es doch auch so, dass man
entweder ausweichen oder maximal verzögern möchte.

Und warum nicht beides, wenn’s durch ABS geht. Ist doch ein Sicherheitsgewinn.

Ohne ABS bin ich auch sehr gut damit gefahren bei einer Vollbremsung
wieder soweit von der Bremse zu gehen bis lenken wieder
möglich war, wenn es denn überhaupt notwendig war.

Sehr geübte Fahrer kommen mit der Qualität der Dosierung der Bremse durchaus nahe dem Bereich, den ABS schafft. Aber eine Regelfrequenz von 5-10Hz (wie bei ABS) schafft man einfach nicht.

Aber mal ganz ehrlich, wäre ABS nicht deutlich besser wenn es geschwindigkeits- und lenkwinkelabhängig wäre?

Irgendwo unter 5km/h regelt ABS nicht mehr, wegen Raddynamik und Erkennungsgrenzen für die Raddrehzahl.
Das mit dem Lenkwinkel geht in Richtung ESP.

Unter 30 km/h, wo es auf jeden cm ankommt ist es meiner
Meinung nach nicht nötig und vor allem nicht wenn man sowieso
geradeaus fahren möchte.

Warum - um Himmels willen - soll man ABS deaktivieren, wenn es Nutzen bringen kann ?

Je länger ich darüber nachdenke desto mehr Sorgen mache ich
mir, dass ich meinem ABS unrecht tue und es tatsächlich an den
Reifen liegt. Wäre ich doch nur eine kleine Runde bei
gezogener Sicherung gefahren dann wüsste ich es.

Eine kleine Runde nützt da noch nichts, um das reproduzierbar zu erfassen. Und dann bitteschön messen , nicht nur auf das Bauchgefühl stützen.

Allerdings bremst das Auto sowohl mit Winter- als auch mit Sommerreifen mies.

Was meinst du mit „mies“ ? Spricht sie zu wenig giftig für dich an ?

Beiden Reifen sind nicht in einem schlechten Zustand,
nur ziemlich klein. Aber die Auflagefläche soll theoretisch ja
nichts damit zu tun haben.

Auch praktisch nicht. Um dazu überhaupt Unterschiede zu erfassen, musst du professionell messen.
Grüße
Karl

Hallo,

ich glaube, Dein Problem versteht niemand richtig. Ich kannte das auch von unserem Ibiza (gleiches Modell). Mit der Krücke auf welliger Fahrbahn etwas zu stark abgebremst, mir rannte ein Kind vors Auto, löste das ABS aus, danach hatte das Teil eine Bremsleistung wie auf Schnee, trotz trockener Fahrbahn. Das ABS schaltet bei Grip sich nicht wieder aus! Bremsdosierung hat der Wagen nicht. Entweder alles oder gar nix. Deswegen rate ich Dir trotzdem davon ab, das ABS abzuschalten. Könnte im Schadensfall dumm für Dich ausgehen!
Ich hab es dann später nochmals auf einem abgesperrten Platz probiert. Wieder selbes Drama. Ging man kurz vom Pedal und trat dann erneut drauf, gings wieder. Auskunft von Händler, fährst halt zu flott. Vom Rest der Vorderachse will ich gar nicht anfangen. Fazit:
Die Krücke nach 4 Jahren, 33000km, wegen diverser Vorderachsmängel entnervt verkauft. Seit Sep 07 fahren wir einen Golf 5, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das war unser 4ter, aber auch letzter Seat (immer nur Zweitwagen!). SehenEinsteigenAussteigenTotlachen

Gruss Uwe

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Hallo Karl,

wie ich schon oben schrieb, dieses Modell Ibiza besitzt eine katastrophale Bremse. Eigentlich eine Frechheit, das sowas eine Zulassung bekommt. Ich weiss nicht, ob es bei den bauähnlichen Polos oder Fabias ähnlich ist. Aber diese Anlage ist im Notfall mehr als eine Zumutung! Und ohne ABS ist die Bremsanlage im kalten Zustand äusserst giftig, neigt sofort zum blockieren! Wie schon gesagt, ich bin froh, daß ich meiner Liebsten dieses Auto nicht mehr zumuten muss.

Gruss Uwe

Hallo Karl,
Danke Uwe,

jetzt bin ich ja doch fast erleichtert, dass ich nicht der erste bin der sich über die Bremse des Ibizas beschwert. Uwe hat das schon ganz gut beschrieben was mich auch stört. Mein Bachgefühl ist, in diesem nicht wissenschaftlichen Bericht, meiner Meinung nach auch etwas was man einigermaßen ernst nehmen darf. Wenn man es nicht gemessen hat heißt es ja nicht das es nicht trotzdem so ist. Ich bin froh das Uwe ähnliche Erfahrungen gesammelt hat und davon berichtet hat. Auch gut das er dieses Auto nicht mehr hat. Aus diesem Grund lasse ich nämlich auch nicht gerne andere Leute mit meinem Auto fahren. Karl, wen du diese Erfahrung mit meinem Auto machen möchtest lasse ich dich gerne fahren, du weißt ja nun auch um diese „Gefahr“ :wink: Naja SOO schlimm ist es nun auch nicht, aber halt auch nicht gut.

Mir gefällt zu lesen, dass laut Wikipedia sich der Bremsweg in einigen Fällen verlängert da ABS dafür ausgelegt ist das Auto steuerbar zu halten. Diese Entmündigung nicht mehr darüber urteilen zu dürfen ob man wirklich bremsen oder doch lieber lenken möchte empfinde ich als unangenehm. Bremse ist Bremse und soll bremsen. :wink:

Na egal, einigen wir uns darauf das der 6L ein schlechtes ABS hat!?

MFG
Richard Klein

meinen Ibiza 6L habe ich vor 2 Jahren als Jahreswagen gekauft.
Seit dem stelle ich immer wieder fest, dass er extrem schlecht
bremst. Das heißt, dass das ABS total früh anspricht und wenn
es dann anspricht ist die Bremswirkung deutlich geringer als
zuvor.

Mach einen Bremsversuch bei trockener Straße. Trotz ABS sollten die Reifen quitschen - aber halt nicht laut und durchgehend, sondern nur so ein bisserl. Wenn sie das tun, regelt das ABS bis zur Blockiergrenze und funktioniert.

Ich bin eh kein Freund von ABS, aber es ist wohl verboten es
ab zu schalten.

99% aller Autofahrer sind mit ABS besser dran als ohne. Die restlichen heißen u.a. Schumacher, Röhrl, Sutil, …

Oder mal ganz im Ernst: In einer unvorbereiteten Gefahrensituation trittst Du voll in die Bremse UND wirst gelichzeitig am Lenkrad auf Ausweichkurs drehen. Da rettet Dir ABS in den allermeisten Situationen den Ar***, solange Du nicht gerade auf losem Schotter o.Ä. fährst.

Teste doch mal den Bremsweg aus Tempo 80. Das tut den Reifen (dank ABS!) auch nicht weh.
Dann miss den Bremsweg aus.
Bei trockener Straße sollte man so bei 25m liegen.
(Tabelle Bremsweg/Geschwindigkeit:
40m 100km/h
32m 90km/h
26m 80km/h
20m 70km/h
14m 60km/h
10m 50km/h
6 m 40km/h
4 m 30km/h)
Übrigens: Wer schon mal nen Fahrsicherheitstraining gemacht hat weiß, dass eine richtige Vollbremsung von den meisten Teilnehmern erst nach dem dritten oder vierten Versuch geschafft wird.

Hi,

das Wichtigste in diesem Zusammenhang habe ich hier noch nicht gelesen, vielleicht aber auch überlesen: was sagt die Werkstatt zu deinem Problem?
Kannst du es denen vorführen?
Wurde der Fehlerspeicher des ABS ausgelesen?
Ist die mechanische Bremsanlage definitiv fehlerfrei?

Wie schon weiter unten geschrieben wurde, ist die Technik und damit natürlich auch die Bremse deines Seat baugleich mit der Technik von Polo und Fabia. Wenn die Bremse dort funktioniert, muss sie also auch bei deinem Ibiza funktionieren, es sei denn, es liegt ein Fehler vor, der behoben werden muss.

Viele Grüße
WoDi

Hallo Richard,

Uwe beschrieb :

a) „Und ohne ABS ist die Bremsanlage im kalten Zustand äusserst giftig, neigt sofort zum blockieren!“
Damit ist wohl gemeint, dass die kalte Trommelbremse, nachdem sie lange genug bei feuchter Witterung gestanden hat, um einen leichten Rostfilm auf der Bremsfläche auszubilden, wesentlich giftiger reagiert als im Normalzustand und deswegen eher zum Blockieren (also Eingriff von ABS) neigt. Dass ABS dann eingreift ist ja i.O., kein nachteiliges Verhalten. Dieses ist bekannterweise ein generelles Verhalten jeder Trommelbremse, nicht nur bei SEAT. Auch ich „erfahre“ das auf 'nem Polo mit derselben Bremsanlage. Stelle mich darauf ein, da ich ohne ABS „groß“ geworden bin.
b) „auf welliger Fahrbahn etwas zu stark abgebremst, mir rannte ein Kind vors Auto, löste das ABS aus, danach hatte das Teil eine Bremsleistung wie auf Schnee, trotz trockener Fahrbahn.“
Wenn auf sehr welliger Fahrbahn durch die Schwingungsbewegungen der Räder diese immer wieder und lange genug „in der Luft hängen“ (bzw. entlastet werden) hat das - bremstechnisch gesehen - denselben Effekt wie eine rutschige Fahrbahn. Dass ABS auch dann regelt ist gewollt. Ohne ABS könnte man ebensowenig besser bremsen.

Mein Bauchgefühl ist, in diesem nicht wissenschaftlichen Bericht,
meiner Meinung nach auch etwas was man einigermaßen ernst
nehmen darf. Wenn man es nicht gemessen hat heißt es ja nicht
das es nicht trotzdem so ist.

Da Bauchgefühle subjektiv geprägt sind, oft genug nicht frei sind von objektiven Fehleinschätzungen, ist - nicht nur dem angehenden Ingenieur - anzuraten, sich auf nachvollziehbare Fakten zu stützen.

Karl, wen du diese Erfahrung mit meinem Auto machen möchtest
lasse ich dich gerne fahren, du weißt ja nun auch um diese
„Gefahr“ :wink:

Vielen Dank für das Angebot. Fahre 'nen Polo mit derselben Bremsanlage. Und bin damit rundweg zufrieden.

Mir gefällt zu lesen, dass laut Wikipedia sich der Bremsweg in
einigen Fällen verlängert da ABS dafür ausgelegt ist das Auto
steuerbar zu halten.

Das sind die wenigsten Fälle. Dafür sind es die allermeisten Fälle, in denen ABS besser ist. Ist doch besser so als umgekehrt. Oder ?

Diese Entmündigung nicht mehr darüber urteilen zu dürfen,
ob man wirklich bremsen oder doch lieber lenken möchte,
empfinde ich als unangenehm.

Es geht nicht nur um Lenkfähigkeit beim Bremsen, sondern auch um die Spurstabilität. Sprich: die Kiste soll nicht ins Schleudern geraten.

Bremse ist Bremse und soll bremsen. :wink:

Das siehst du zu einfach. Der Bewegungsablauf eines Autos ist nicht eindimensional, sondern mindestens zweidimensional : Längs- und Querbewegungen.

Na egal, einigen wir uns darauf das der 6L ein schlechtes ABS
hat!?

Nein. Sonst hätte es auch keine Typzulassung gegeben.
Gruß
Karl