ABS spinnt, Bremsversagen

Habe ein schwerwiegendes Problem mit dem Bremssystem meines neuen Skoda Fabia:
Wenn beim Bremsen ein Uebergang von festem Strassenbelag zu nicht festem (Splitt, Sand, Staub usw.) auftritt, spinnt das ABS und die Bremse stellt sich tot. Restbremsleistung dann geschaetzte 10%.

Habe dadurch schon einige lebensgefaehrliche Situationen durchstehen muessen. Meine Werkstatt hat den Fehler bisher nicht abstellen koennen, daher denke ich jetzt an Wandlung (Auto vor 4 Monaten neu gekauft).

Meine laienhafte Frage: Ist das ein oft auftretendes Verhalten bei ABS?
Wo koennte nach der Ursache gesucht werden?

Mit freundlichen Gruessen

Hartmut

Frage
Hallo Hartmut,

Habe ein schwerwiegendes Problem mit dem Bremssystem meines
neuen Skoda Fabia:
Wenn beim Bremsen ein Uebergang von festem Strassenbelag zu
nicht festem (Splitt, Sand, Staub usw.) auftritt, spinnt das
ABS und die Bremse stellt sich tot. Restbremsleistung dann
geschaetzte 10%.

Was heißt: „stellt sich tot?“ Wenns glatt ist (Splitt, Sand, Staub, Laub, Eis…:smile:) , hast Du keine Bremswirkung, ob mit ABS oder ohne…

Habe dadurch schon einige lebensgefaehrliche Situationen
durchstehen muessen. Meine Werkstatt hat den Fehler bisher
nicht abstellen koennen, daher denke ich jetzt an Wandlung
(Auto vor 4 Monaten neu gekauft).

Meine laienhafte Frage: Ist das ein oft auftretendes Verhalten
bei ABS?

Äh ja, ich wüßte nicht, wo hier nach meinem Verständnis der Frage ein Fehler sein soll:wink:

Wo koennte nach der Ursache gesucht werden?

Reibungskoeffizient ->0?:wink:

Nein, Spass beiseite. Wenn Dir jemand helfen soll, dann müßtest Du schon ein bisschen genauer beschreiben, was „stellt sich tot“ bedeutet. Betrifft es alle Räder? Klappt das ABS-Lösen nicht? Oder das wiederanbremsen nach dem Lösen…
Ansonsten befürchte ich, dass das nichts wird mit einer hilfreichen Antwort.

Grüße
Jürgen

Hallo Juergen,

Erst einmal danke.

Genauere Beschreibung:
ALLE Raeder drehen sich weiter als wuerde nicht gebremst. Im Bremspedal ist ein leichtes „Rubbeln“ zu spueren. Der Pedaldruck bleibt hart.

Ein „Vergleich“, der das Gefuehl beim Bremsen vielleicht am besten wiedergibt: Es fuehlt sich an, als wenn auf einer Bremstrommel gebremst wuerde, die aus einem frisch geschaelten (feuchten) Baumstamm
besteht. Damit laesst sich das Rutschen der Bremse und Rubbeln am besten vergleichen.

Also: Nicht die Reifen rutschen auf dem Untergrund, sondern die Bremse bremst nicht. Oder fast nicht (mit vollem Koerpergewicht auf dem Bremspedal habe ich bisher das Auto jedesmal gerade noch so zum Stehen gebracht).

Nur zur Info: Bin kein Autoneuling, habe gut 40 Jahre Fuehrerschein und die unterschiedlichsten Autos auch im Gelaende und bei Orientierungsfahrten bewegt. Vom Fahren habe ich also (etwas) Ahnung, von der Technik weniger.

Gruss

Hartmut

Verwunderung
Hallo Hartmut,

Deine Erfahrung in Ehren, aber ich erkenne eigentlich immer noch nichts unübliches an Deiner Beschreibung(!), wenn ich davon ausgehe, dass Du Dich mit Deinem PKW auf rutschigem Gelände bewegst.

Wenn Du dort bremst, dann hörst und fühlst Du ein Klacken/Ruckeln in der Bremsanlage, das schlicht daher rührt, dass das ABS-System immer wieder bis zum Blockieren der Räder bremst (was auf rutschigem Gelände ja sehr schnell erreicht ist) und die Bremse wieder löst. Soweit ist das absolut normal für ABS-Fahrzeuge.

Dasselbe passiert natürlich auch bei Notbremsungen, weswegen ja auch nicht mehr die „Stotterbremse“ von früher verwendet werden muss/soll.

Eine Erhöhung der Pedalkraft sollte in beiden Fällen eigentlich keine Verbesserung der Situation bringen, da Du dann ja schon das Kräftelimit der Bremsanlage überschritten hast.

Unnormal wäre jetzt, wenn dies auch bei geringer Bremsleistung auf trockenem, sauberen Straßenbelag auftreten würde. Allerdings kann ich mir das kaum vorstellen, da die Sensorik der ABS-Anlage eigentlich für jedes Rad einzeln die Drehzahl abgreift und somit auch nur wirken sollte, wenn das Rad tatsächlich blockiert…

Grüße
Jürgen

Hallo Hartmut,
das ist das ABS Verhalten.
Ohne ABS würdest Du trotz Einwirkung der Bremse und des aber jetzt noch möglichen lenkens auf ein Hindernis knallen.
Das ruckeln im Pedal zeigt das greifen von ABS.
Glücklicherweise wurde ich bei Übernahme meines ersten Fahrzeuges mit ABS vom Händler daraufhin gewiesen. Trotzdem hat es mich erschreckt als die passende Situation kam.
So ging es auch meiner Tochter, die dieses Fahrzeug jetzt fährt.
gruß
Dirk m.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke fuer die Antworten soweit.

Aber das kann es doch nun wirklich nicht sein, dass ich in dem Augenblick, in dem ich auf rutschenden oder rollenden Untergrund komme, praktisch null Bremskraft habe und ungespitzt in das naechste Hindernis knalle.
Und das auch, wenn nicht alle Raeder von rollendem oder rutschendem Untergrund betroffen sind.

Wenn das wirklich die normale Wirkung von ABS waere, dann ist es mir nicht verstaendlich, dass ein solches „moerderisches“ System ueberhaupt zugelassen wurde.
Das kann so nicht sein. Dann wuerden die Autowracks an mit Rollsplitt ausgebesserten Strassen haufenweise herumliegen.

Ich verstehe das Prinzip von ABS schon, aber eine (verringerte) Bremsleistung muesste auch auf rollendem Untergrund da sein.
Es ist aber wirklich so, dass ich in diesen Situationen eine (minimale) Bremswirkung nur mit roher Gewalt erzeugen kann.

Loest euch beim Nachdenken doch einfach mal von dem Gedanken, wie es sein sollte und auch normalerweise ist, und ueberlegt, warum es so ist, wie ich es schildere.
Ich bin weit davon entfernt, mich in einem Forum wichtig machen zu wollen. Ich moechte einzig wieder ohne die Angst fahren koennen, dass meine Bremsen bei unpassender Gelegenheit versagen.

Gruss

Hartmut

Das ist normal…
Hallo Hartmut,

bei extrem schlüpfrigen Untergrund, wie Schlamm, Eis, festgefahrener Schnee, ist der Reibungskoeffizient nahe 0 und das ABS versucht ja die Blockade der Reifen zu verhindern. Demnach muß ja das ABS den Bremsdruck am Rad wieder mindern, um den Reifen drehen lassen zu können, bevor dann wieder der Bremsdruck erhöht wird bis kurz vor Blockiergrenze. Die überschüssige Bremsflüssigeit in der Regelphase wird über eine Hochdruckpumpe zurück in den Hauptbremszylinder gedrückt, was dann sich dem Fahrer als Pulsieren oder Rubbeln bemerkbar macht.

Früher ohne ABS hat sich vor Deinem Rad ein Schotterkeil (Dein Beispiel) gebildet und Du bist doch noch relativ schnell zum stehen gekommen. Heute verhindert das ABS das Blockieren, und der Bremsweg verlängert sich, ABER die Seitenführungskraft der Vorderräder bleibt durch deren kontinuierliche Drehung erhalten udn Du kannst einem Hindernis ausweichen.

Ist der Untergrund nun extram schlüpfrig, wird sehr viel Bremsflüssigkeit in den HBZ gepumpt und das Bremspedal wird bretthart.

Gegenmaßnahme: So fest Du kannst auf die Bremse treten. Das Pedal bricht nicht ab :wink:)

Bei ABS-Fahrzeugen sollen im übrigen Notbremsungen mit voller Wucht ausgelöst werden (Richtig wie ein Ochs reinlatschen, volle kanne drauftreten), um das ABS sofort in Aktion zu bringen. (Im ADAC-Kurs gelernt)

gruß

dennis

Noch eine kleine Ergaenzung:

Wie sich normale ABS-Wirkung anfuehlt, weiss ich. Es ist, als ob Bremsbelaege und Bremsscheibe eine Raspeloberflaeche haetten.

Aber hier ist nichts davon zu spueren. Glatt, wie gefettet, und nur ca. 10 „Rubbler“ pro Sekunde.

Hartmut

Hallo Hartmut,

Danke fuer die Antworten soweit.

Bitte.

Aber das kann es doch nun wirklich nicht sein, dass ich in dem
Augenblick, in dem ich auf rutschenden oder rollenden
Untergrund komme, praktisch null Bremskraft habe und
ungespitzt in das naechste Hindernis knalle.

Doch. ABS heißt nicht „Bremswegverkürzerer“ sondern „Anti-Blockier-System“ um bei einer Vollbremsung führungsfähige Vorderräder zu haben.

Und das auch, wenn nicht alle Raeder von rollendem oder
rutschendem Untergrund betroffen sind.

Das Soll nicht sein. Da ist die Wirkung des ABS sehr gut, denn nur die von der Blockade betroffenen Räder werden gelöst, damit nicht die Räder mit dem haftenden Untergrund das Auto zur Seite ziehen, wie zB im Winter: Ausweichmanöver, weil Bus entgegenkommt, 2 Räder auf dem verschneiten Seitenrand, 2 Räder auf dem freigefahrenen Asphalt und dann beim Bremsen verreißt es das Auto und Peng an ein parkendes geknallt (selbst vom Bus aus gesehen).

Es ist aber wirklich so, dass ich in diesen Situationen eine
(minimale) Bremswirkung nur mit roher Gewalt erzeugen kann.

Ja. Du mußt gegen die Hydraulikpumpe ankämpfen um den Bremsdruck aufrechtzuerhalten.

Loest euch beim Nachdenken doch einfach mal von dem Gedanken,
wie es sein sollte und auch normalerweise ist, und ueberlegt,
warum es so ist, wie ich es schildere.

Vielleicht werden deswegen als Gegenmaßnahme heute die Bremsassistenten eingebaut, da viele Autofahrer so wie Du darüber geklagt haben…

Ich bin weit davon entfernt, mich in einem Forum wichtig
machen zu wollen. Ich moechte einzig wieder ohne die Angst
fahren koennen, dass meine Bremsen bei unpassender Gelegenheit
versagen.

Du hast es eigentlich vollkommen richtig geschildert. Aber: Es ist oft so, daß viele Pkw-Fahrer (und noch mehr Frauen) nicht mit ABS umzugehen wissen. Leider.

Die deutschen wollen allen Technischen Scheiße im Auto haben, aber damit umgehen können die wenigsten. Ich persönlich brauche kein ESP und will keines, denn je mehr ich mich auf die Technik verlasse, umso verlassener bin ich, wenn sie nicht funktioniert.

gruß

dennis

Hier offiziell:
Ich zitiere den Einleitungssatz aus dem SSP264 von VW:

"Aus Unfallstatistiken geht hervor, daß allein 1999 493 527 Unfälle in Deutschland Ihre Ursache beim Fahrzeugführer hatten. Bei Ursachen, wie Nicht-Beachten der Vorfahrt, falsche Straßenbenutzung, unangepaßter Geschwindigkeit oder ungenügendem Sicherheitsabstand wären viele dieser Unfälle durch einen besseren Bremsablauf zu verhindern gewesen.

Was bedeutet das ? Untersuchungen haben gezeigt, daß viele Fahrzeugführer mangels Erfahrung die Bremsen in einer Notsituation nicht ausreichend betätigen. Das heißt, die maximal mögliche Bremswirkung der Bremsen wurde nicht erzeilt, weil die Fahrer das Bremspedal nicht stark genug betätigt hatten. Aus diesem Grund wurde der Bremsassistent entwickelt, um die Fahrer in kritischen Bremssituationen zu unterstützen."

weiter heißt es: „Durch den Einsatz des Bremsassistenten wird der Bremsdruck gesteigert, bis die ABS-Regelung einsetzt, um ein Blockieren der Räder zu vermeiden. So kann die maximal ereichbare Bremswirkung ausgenutzt und der Bremsweg deutlich verkürzt werden.“

D.h.: Bei Notbremsung mit ABS-Fahrzeugen immer schlagartig das Brmspedal voll durchtreten.

gruß

dennis