ABS spricht schnell an: gut oder schlecht?

Hallo
Ich finde das bei meinem Auto das ABS ziemlich schnell anspricht. z.B. beim einfahren in die Auffahrt bei höchstens 10-15km/h.
Kann man das unterschiedlich einstellen?
Ist das bei einzelnen Autos oder eher von Marke zu Marke unterschiedlich?

Danke vorab.
Gruß GF

Hallo!

Also einstellen kann man da nichts.
Bei älteren Autos, mir sind da die alten Audi Coupe bekannt, konnte man das ABS abschalten.
In Deinem Fall könnte das an rutschigen Fahrbahnbelag ev. in Verbindung mit schlechten Reifen, und Nässe oder Eis liegen.

Das ABS tritt also in Aktion, wenn die Räder rutschen.
Das hat also im Prinzip nichts mit einem guten oder schlechten ABS zu tun, sondern mehr mit der Kraftübertragung Reifen zur Fahrbahn.

Übrigens haben die ABS- Systeme auch eine Mindestgeschwindigkeit, unter der die nicht arbeiten.
Das dürfte so bei 5 oder 10 km/h sein.

Grüße, Steffen!

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Hallo
Ich finde das bei meinem Auto das ABS ziemlich schnell
anspricht. z.B. beim einfahren in die Auffahrt bei höchstens
10-15km/h.
Kann man das unterschiedlich einstellen?

Nein. Dafür gibt es auch keinen Grund

Ist das bei einzelnen Autos oder eher von Marke zu Marke
unterschiedlich?

Um überhaupt Unterschiede feststellen zu können, müsstest du berufsmäßiger Testfahrer sein.

Danke vorab.
Gruß GF

Hallo,
das ist die Aufgabe von ABS : wenn du - den Fahrbahnbedingungen entsprechend - zu stark auf die Bremse getreten hast, die Räder also zu blockieren drohen, die Reifen durchzurutschen drohen (mit Verlust der Lenkbarkeit des Fahrzeuges), dann hilft ABS indem es den Bremsdruck dosiert zurücknimmt. Bremswirkung geht dabei nicht verloren, allerhöchstens minimal. Deswegen kannst/sollst du im Falle einer Notbremsung und wenn dabei die ABS-Regelung anfängt/greift, voll auf der Bremse stehen bleiben.
Gruß
Karl

Hi,

die Reifen
durchzurutschen drohen (mit Verlust der Lenkbarkeit des
Fahrzeuges), dann hilft ABS indem es den Bremsdruck dosiert
zurücknimmt.

nunja, fast richtig. Durchrutschen sollen sie schon, aber weniger als bei einer Vollblockade. Ich hörte von 30-50%.

grüße,
J+

Bremswirkung geht dabei nicht verloren,
allerhöchstens minimal.

Hallo Karl!

In einigen Ausnahmefällen ist das ABS aber nicht nützlich.
Ich könnte mir da schon einen Notschalter für Extremsituationen vorstellen, oder aber die Mindestgeschwindigkeit auf 40km/h erhöhen.

Mir ist da in meiner beruflichen Laufbahn als LKW- Fahrer mal was ganz blödes passiert:
Und zwar musste ich in Zwickau immer einen steilen, gepflasterten Berg hineinfahren, der an einer Kreuzung endet.
Der Berg war bekannt dafür, dass er im Winter sehr glatt ist.
Mit dem IFA L 60 ohne ABS war das kein Problem. Der hat scheinbar das Eis weggeschoben und stand immer bei einer Bremsung.

Aber später, mit einem MAN mit ABS bin ich bei Schnee trotz Schrittgeschwindigkeit den gesamten Berg heruntergerutscht, über die 4-spurige Strase, Kreuzung + Strassenbahnschienen darübergerutscht, und letztendlich an der Bordsteinkante der gegenüberliegenden Sztrassenseite zum Stehen gekommen. Da hat mir die Lenkbarkeit auch nicht geholfen, wo sollte ich denn hin lenken ? Und ob der LKW gelenkt hätte, möchte ich stark bezweifeln, das war wie auf einem Schlitten.
Das war wirklich riesengrosses Glück, dass es mitten in der Nacht war, und kein Auto oder eine Strassenbahn kam.

Grüße, Steffen!

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Hi!

Ich schliesse mich hier Steffen an. Der Grund liegt wohl eher in den Reifen / Fahrwerk.

Der Normalfahrer kommt m.E. so gut wie nie in eine Situation, in der er ohne ABS besser dran wäre. Da zudem die meisten ABS Systeme von Boch stammen, dürften sich die Unterschiede in den Einstellungsparamtern in Grenzen halten.

Interessanter fände ich da schon eine Diskussion über ESP und wieviel Gierrate man zulässt. Man muss ja heute schon einen Zweitwagen aus den 80ern kaufen, um mal ein paar Fliegen mit den Seitenscheiben einfangen zu dürfen…

Grüße,

Mathias

Hallo Steffen,

Ich machte voriges Jahr eine ähnliche Erfahrung: Fahre mit ca. 30 - 40 km/h eine schmale Hohlgasse mit ca. 10 - 15% Gefälle runter. Es lagen ca. 10cm schmieriger Neuschnee. Da kommt mir ein Schneepflug entgegen. Ausweichen natürlich unmöglich (wohin denn?). Steige voll auf die Bremse - das ABS verhindert das Blockieren der Räder, sodass die Bremswirkung ca. 0 ist. Aber zum Glück gibt es ja eine Handbremse, mit welcher ich die Hinterräder blockieren konnte (Schneekeil!), was mich ca. 20m vorm Hindernis zum Stillstand brachte.
Ohne Handbremse wäre die geschätzte Aufprallgeschwindigkeit über 20km/h gewesen…

Insofern bin ich Befürworter eines ABS-Ausschalters im Auto (wobei bei jedem Neustart das ABS autom. wieder aktiviert werden sollte).

Just my 2 cents,
Pürsti

Hallo

Ich finde das bei meinem Auto das ABS ziemlich schnell
anspricht. z.B. beim einfahren in die Auffahrt bei höchstens
10-15km/h.

Schlechte, alte harte Sommerreifen, feuchte kalte straße reicht dafür locker aus.

Kann man das unterschiedlich einstellen?

Nein. Wozu auch ? Der Fehler leigt an der Mangelenden Haftung der Räder.

Ist das bei einzelnen Autos oder eher von Marke zu Marke
unterschiedlich?

Weniger. Nur evtl. die Regelgeschwindigkeit, je nach Alter des ABS Systems.

gruß

dennis

Hi,

die Reifen
durchzurutschen drohen (mit Verlust der Lenkbarkeit des
Fahrzeuges), dann hilft ABS indem es den Bremsdruck dosiert
zurücknimmt.

nunja, fast richtig. Durchrutschen sollen sie schon, aber
weniger als bei einer Vollblockade. Ich hörte von 30-50%.

Hallo,
fast richtig : ABS-Anlagen regeln auf ein Optimum des Schlupfes s = (v-r x 2 x pi x n )/v
mit v=Geschw., r=Radius Reifen (dyn.), n=Drehzahl Rad .
Frei rollend ist der Schlupf gleich Null. Mit steigender Abbremsung wächst der Schlupf. Wird die Haftgrenze überschritten, blockiert das Rad (100% Schlupf) . Der zweite Link erläutert den Sachverhalt mit einer Grafik. Allerdings wird darin nicht darauf eingegangen, dass dieses Maximum von Fahrbahnbelag zu Fahrbahnbelag differiert. Zwischen 10% und 30% Schlupf liegt dieses Maximum. ABS-Anlagen erkennen aus dem Bewegungsverhalten des Rades, wo von Fall zu Fall dieses Optimum liegt.
http://www.kfz-tech.de/Anti-Blockier-System.htm
http://www.kfz-tech.de/Anti-Blockier-SystemZ.htm
Gruß
Karl

Bremswirkung geht dabei nicht verloren,
allerhöchstens minimal.

Hallo Karl!

In einigen Ausnahmefällen ist das ABS aber nicht nützlich.
Ich könnte mir da schon einen Notschalter für
Extremsituationen vorstellen, oder aber die
Mindestgeschwindigkeit auf 40km/h erhöhen.

Hallo Steffen,
angesichts der nur ganz wenigen Ausnahmefälle, bei denen ABS (etwas) weniger an Bremswirkung zulässt als blockierende Räder wäre es nicht angeraten, einen solchen Schalter zu haben. Welcher Fahrer hätte in einer Extremsituation noch den kühlen Kopf, um sicher zu analysieren, dass Abschalten des ABS besser sein mag ???
Auch die Mindestgeschwindigkeit anzuheben empfiehlt sich nicht. So wäre mir 40 km/h viel zu hoch, um auf die Vorteile von ABS zu verzichten.

Mir ist da in meiner beruflichen Laufbahn als LKW- Fahrer mal
was ganz blödes passiert:
Und zwar musste ich in Zwickau immer einen steilen,
gepflasterten Berg hineinfahren, der an einer Kreuzung endet.
Der Berg war bekannt dafür, dass er im Winter sehr glatt ist.
Mit dem IFA L 60 ohne ABS war das kein Problem. Der hat
scheinbar das Eis weggeschoben und stand immer bei einer
Bremsung.

Aber später, mit einem MAN mit ABS bin ich bei Schnee trotz
Schrittgeschwindigkeit den gesamten Berg heruntergerutscht,
über die 4-spurige Strase, Kreuzung + Strassenbahnschienen
darübergerutscht, und letztendlich an der Bordsteinkante der
gegenüberliegenden Sztrassenseite zum Stehen gekommen. Da hat
mir die Lenkbarkeit auch nicht geholfen, wo sollte ich denn
hin lenken ? Und ob der LKW gelenkt hätte, möchte ich stark
bezweifeln, das war wie auf einem Schlitten.
Das war wirklich riesengrosses Glück, dass es mitten in der
Nacht war, und kein Auto oder eine Strassenbahn kam.

Das ist ein bekanntes Problem : Mit dem „Schneepflugsystem“ kann man bei losem Schnee u.U. besser bremsen als mit (alten) ABS-Anlagen. Gute ABS-Anlagen sollen auch diese Bedingungen mittlerweile beherrschen.
Gruß
Karl

Grüße, Steffen!

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Danke Euch allen
mein MX5 hat ein super Fahrwerk und gute Sommer- wie Winterreifen. Das ich weiß wie eine Vollbremsung geht habe ich in einem Fahrertraining bewiesen.
Ich fahre eben gerne Auto und fühle mich auch noch gut wenns mal ein bischen hoppst und rutscht. Leider gibt es immer mehr elektronische Helferlein die man nicht abstellen kann.
Vielleicht bin doch manchmal schneller als auf der Auffahrt als ich denke :wink:

Gruß GF

Hallo Karl,

angesichts der nur ganz wenigen Ausnahmefälle, bei denen ABS
(etwas) weniger an Bremswirkung zulässt als blockierende Räder

Wie Du an meinem Beitrag unten nachlesen kannst, kann der Unterschied u.U. ganz schön gross sein (20 m vorher zum Stillstand kommen vs. mit 20 km/h reinfahren).

Welcher Fahrer hätte in einer Extremsituation noch den kühlen
Kopf, um sicher zu analysieren, dass Abschalten des ABS besser
sein mag ???

Hier verweise ich wieder auf meinen Erlebnisbericht. Da hatte ich genügend Zeit, um zu analysieren, dass 2 blockierende Räder viel besser sind als 4 rollende Räder. 4 blockierende Räder hätten den Bremsweg nochmals verkürzen können.
Ausserdem hat mein Bruder beim Audi Quattro bereits immer dann das ABS deaktiviert, sobald er auf eine entsprechende Schneefahrbahn kam.

Die geschilderte Situation war bis jetzt mein extremster Fall. Allerdings ist es in unserer Gegend gang und gäbe, dass öfters im Winter die Handbremse eine bremswegverkürzende Wirkung hat.

Schönes WE,
Pürsti

Hallo Pürsti,

Welcher Fahrer hätte in einer Extremsituation noch den kühlen
Kopf, um sicher zu analysieren, dass Abschalten des ABS besser
sein mag ???

Hier verweise ich wieder auf meinen Erlebnisbericht. Da hatte
ich genügend Zeit, um zu analysieren, dass 2 blockierende
Räder viel besser sind als 4 rollende Räder. 4 blockierende
Räder hätten den Bremsweg nochmals verkürzen können.

Du bist zu beglückwünschen, wenn du so kühl bleibst und u.U. objektiv besser als ABS reagierst.
Wie bereits von mir gepostet : Es gibt mittlerweile ABS-Anlagen, die für sich in Anspruch nehmen, diese Bedingung „Schneepflug mit blockierenden Rädern besser als geregelte Bremsung“ abzudecken. Dieselbe Problematik gibt’s auch bei Fahrt in schwierigem Gelände.
Allerdings muss man anerkennen, dass diese Bedingungen regeltechnisch insgesamt sehr komplex sind.
Auch, dass ABS die physikalischen Grenzen nicht überlisten kann. Sprich, wenn’s absolut „sauglatt“ ist (z.B. dicker, frischer Eisregen), dann kann ABS an seine Grenzen kommen. Aber 99% der Fahrer sind dann, was die Beherrschung der Bremse angeht, mit ihrem Latein schon viel früher am Ende. Deswegen : ABS ist kein Freibrief dafür, damit immer von einer Bremswirkung wie auf trockener Fahrbahn ausgehen zu können.
Unabhängig davon : Mir persönlich ist eine ABS-Anlage lieber, die das Optimum für 99% der Fahrbedingungen herausholt und u.U. deswegen bei 1% nicht so optimal ist.

Ausserdem hat mein Bruder beim Audi Quattro bereits immer dann
das ABS deaktiviert, sobald er auf eine entsprechende
Schneefahrbahn kam.

Bei Audi gab’s zumindest in der Anfangsphase vom Quattro die Möglichkeit ABS zu deaktivieren. Das lag schlicht und einfach daran, weil der Zulieferant des ABS zumindest damals für Allradantrieb bei der ABS-Bremsung „schwächelte“. Genau da gab’s Schwierigkeiten, die sogenannte Referenzgeschwindigkeit zu gewinnen. ABS muss nämlich (mehr oder weniger gut versuchen) aus dem Drehzahlverhalten der Räder die tatsächliche Geschwidigkeit „über Grund“ zu ermitteln.
Ein anderer Zulieferant bei z.B. Landrover konnte schon damals für sich in Anspruch nehmen, eine voll allrad-taugliche ABS-Regelung hinzukriegen.

Gruß
Karl

Die geschilderte Situation war bis jetzt mein extremster Fall.
Allerdings ist es in unserer Gegend gang und gäbe, dass öfters
im Winter die Handbremse eine bremswegverkürzende Wirkung hat.

Schönes WE,
Pürsti

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Hallo Karl,

Du bist zu beglückwünschen, wenn du so kühl bleibst und u.U.
objektiv besser als ABS reagierst.

Danke für den Glückwunsch! Wenn man aber bis zum Aufprall ca. 5
Sekunden Zeit hat, muss man nicht besonders kühl sein, um sich
irgendeinen Ausweg aus der Situation zu suchen. Unter uns: Ich bin
alles andere als ein guter Fahrer, eher schlecht bis mittelmässig.
Daher trainiere ich bei fast jeder Gelegenheit solche
„Ausnahmesituationen“, sodass dies für mich im Ernstfall dann eine
„Standardsituation“ ist und ich nicht mehr viel überlegen muss.

Ein Manko von mir ist auch, dass die meisten meiner bisherigen
Fahrzeuge kein ABS hatten. Daher gehe ich instinktiv immer noch davon
aus, dass bei einer Vollbremsung alle 4 Räder stehen - und bin dann
negativ überascht :frowning:

Wie bereits von mir gepostet : Es gibt mittlerweile
ABS-Anlagen, die für sich in Anspruch nehmen, diese Bedingung
„Schneepflug mit blockierenden Rädern besser als geregelte
Bremsung“ abzudecken.

Das finde ich super! Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, solch
ein Fahrzeug zu testen. Mein Corolla Bj. 97 und unsere Firmenpassat
Bj. 99 haben diese Funktion leider noch nicht. Allerdings übte ich
diese Situation bereits intensiv und bin nun ziemlich schnell mit der
Hand bei der Handbremse.

Aber für alle neueren Wagen, die bereits diese neue ABS-Version
haben, nehme ich alles Gesagte wieder zurück und behaupte das
Gegenteil.

ABS ist kein Freibrief dafür, damit immer von einer
Bremswirkung wie auf trockener Fahrbahn ausgehen zu können.

Das gehört dick unterstrichen!

Einen schönen Rest des Sonntag,
Pürsti

Hallo,

Vielleicht bin doch manchmal schneller als auf der Auffahrt
als ich denke :wink:

Wenn ich bei meiner Mutter die Hofeinfarht in der Kurve nehme, rattert das ABS auch oft, da beim Bremsen in Kurven die Kraftverhältnisse anders sind, zudem ist dort Schotteruntergrund. Zuletzt auch das „springende“ Rad durch den Randstein nicht vergessen, welches dann zur Blockiergrenze abgebremst wird, wenn es gerade für Millisekunden in der Luft schwebt, das reicht schon aus…

gruß

dennis