Könnt ihr mir da einen ungefähre Abschätzung geben?
gern: Alles in Allem schätze ich, dass Du über 1 Mio. EURO Geldmittel (bei gaaaaanz viel Eigenleistung und entsprechend [Lebens-] langer Umbauzeit) investieren musst.
ich bin am überlegen mir ein altes Bauernhaus anzuschaffen,
und weiß nun nicht wie ich folgenden Kosten kalkulieren kann:
Heizung (Erdgas) oder Brennholz…
Elektrik
Sanitär
Das Objekt verfügt über ca. 450m² Wohnfläche und es müsse
alles komplett neu eingezogen werden (also es liegt nix was
man noch verwenden kann).
Raumaufteilung, Fußböden, Türen, Fenster, Dach, thermische Isolation, Trockenlegung von Fundamenten, zuzüglich der von dir erwähnten Installationen läuft alles zusammen auf die Größenordnung der Kosten eines Neubaus hinaus.
Ganz grob sind 3 Fälle zu unterscheiden:
Fundamente, Außenwände, Decken eines alten Gebäudes sind standfest, tragfähig und brauchbar. Dann kann man entkernen, alles raus, mit zeitgemäßem Standard neu auf- und ausbauen. Rechne einschl. Rausreissen und Entsorgung des alten Zeugs über den Daumen mit 1.000 € pro m². Je nach Anspruch und Eigenleistung kann man auch mit 800 €/m² auskommen. Rechnet man mit noch geringeren Kosten, wird es vorhersehbar ein verbastelter und dauerhaft teurer Kompromiss.
Ist der Rohbau aus Fundamenten, Außenwänden und Decken nicht brauchbar, ist die billigste Lösung Wegschieben und neu bauen.
Hast du ein altes Bauernhaus, das in seiner äußeren Ansicht erhalten werden soll/muss, aber du möchtest hinsichtlich thermischer Isolation, Installation auf zeitgemäßem Standard mit zeitgemäßen Betriebskosten und zeitgemäßem Erhaltungsaufwand erreichen, wird das Vorhaben teurer als ein Neubau.
Genauere Angaben sind nur mit detaillierter Kenntnis des Gebäudes, seiner Substanz und der späteren Nutzungsansprüche möglich. Es gibt durchaus über 100 Jahre alte Gebäude, die den Aufwand einer Entkernung auch unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten rechtfertigen. Es gibt nur wenige Jahrzehnte alte Häuser, die überhaupt keinen größeren Aufwand lohnen. Generelle Aussagen sind deshalb nicht möglich. Allemal muss man sich von früheren Gepflogenheiten trennen, als man bei einem alten Haus mit Farbe und ein paar neuen Leitungen glaubte, eine tragfähige Lösung zustande zu bringen.
Wenn beim alten Bauernhaus ein Energiebedarf von 300 kWh pro m² und Jahr zu decken ist, brauchst du bei 450 m² Wohnfläche jährlich 13.500 Liter Heizöl oder das entsprechende Äquivalent an Gas, Holz oder was auch immer. Unsere Altvorderen lösten das Problem, indem eben nur eine Stube geheizt wurde und der Rest außer der Küche blieb saukalt. Man kroch nächtens mit Socken und dicken Klamotten unter einen noch dickeren Deckenberg und eigentlich wurde ganzjährig Brennholz aufbereitet.
Niemand ist gehindert, wie die Altvorderen zu leben. Wer das aber nicht will oder kann, darf nicht erwarten, zeitgemäßen Wohnkomfort mit erträglichen Betriebskosten in einem Haus auf dem Stand früherer Generationen genießen zu können. Wenn dir also rund 13.000 € (mit steigender Tendenz) alljährlich nur für’s Heizen zu teuer sind oder wenn du noch etwas anderes zu tun hast, als Brennholz aufzubereiten, musst du investieren. Wie du es auch drehst und wendest, viel billiger als ein Neubau wird es nicht.
Mit blödsinnigen Angaben kann ich auch nichts anfangen…
Warum gleich so unhöflich ?
Erstens gibts du ja nicht gerade viele Infos zur Abschätzung…(mein Auto muss zur Inst. was wird es kosten ?) und zweitens
muss die Abschätzung leider gar nicht so weit von der realität weg liegen.
Renovierung und Sanierung eines Altbau kann leider erheblich mehr kosten als Neubau…und wird deshalb auch häufig praktiziert.
Guck Dir mal die Ausführungen von Wolfgang Dreyer an und überlege Dir was wir mit Deiner Fragestellung für Aussagen machen sollen.
Allein für die Berechnung der Heizungsanlage braucht man einen Spezialisten der das Haus in Augenschein nimmt und die örtlichen Gegebenheiten mit einbezieht. Für einen Wohnzimmerboden kannst Du € 6,–/qm oder € 200,–/qm ausgeben was bei 450 qm Wohnfläche auch schon einen deutlichen Unterschied macht und Wenn Du bei der Größe drei Bäder hast dann kostet das ein bisserl mehr als wenn Du nur eines bauen möchtest.
nach wie vor rechnet man bei Sanierungen mit ca. 500 Euro pro qm bei einem mittleren Standard. Aber damit ist es bei so einem Objekt sicherlich nicht getan. Da muss der eine oder andere Balken getauscht werden, Kran und Co müssen gebaucht werden, um ein Tor aus den Angeln zu heben etc. Der Hof muss mit angelegt werden und auch die Nebengebäude… vergiss nicht, dass nichts, aber auch gar nichts Standard ist und mal eben im Baumarkt gekauft werden kann. Es fängt beim Putz, den Dämmatten aus Schilf an und setzt sich über Fenster, Türen etc. fort. Unter 500.000 für das Hauptgebäude würde ich da nicht los legen. Wenn es etwas chicker sein soll, würde ich auch eher Richtung 750.000 tendieren bis man wirklich zufrieden ist auch mit Garagen, Carports, Außenanlagen ist die Mio erreicht.
So ein Gebäude braucht einfach auch Zeit zum entstehen und wenn man das Geld nicht mit einmal in Handwerker etc. investiert, kann man da schon mal 10 Jahre und mehr mit Zwischenlösungen leben. … und selbst kompetente Handwerker, die noch die alten Materialien verstehen sind eher Mangelware.
Wir arbeiten uns seit fast 6 Jahren an nur 140 qm eines verhältnismäßig neueren JugendstilGebäudes ab - neben Job und Familie voll und ganz ausreichend, was Zeit und Nerven anbelangt. Befreundete Familien sanieren seit Jahren an Bauernhöfen die um die 250 bis 150 Jahre alt sind… man muss es mögen.
ich lande mit allem drum und dran auch bei der Mio. Dafür hat man dann aber auch meistens mehr Land als bei einem Neubau und einfach ein individuelleres Objekt.
Billig gekauft ist nicht immer billig im Endergebnis. Bsp: die Baumarkthaustür bekommst Du ab 300 Euro zzgl. Beschläge und irgendwer bekommt das Ding schon eingebaut - wenn man eine genormte Türöffnung hat - aber wer will schon ne Baumarkt Kunststoffbilligtür in einen Bauernhaus einbauen? (Du investiertst ja in Dein Eigentum und willst nicht alles auf billigbillig machen und stilecht ist es auch nicht) Also brauchst Du eine Firma, die es etwas stilechter kann und dann auf Maß, weil bei den Häusern in der Regel alles aus dem Lot ist. und schwupp kostet diese Tür mal eben 7000 Euro. Das gleiche Spiel bei Fenstern etc. So ein Haus muss man mögen und lieben und es schätzen. Entweder man kennt sich bereits mit so einem Schätzchen aus und saniert alles mit einem mal durch und hat dann Ruhe - oder man hat keine Ahnung und fängt an mit dem Haus zu leben und lässt sich von dem Objekt belehren und bekommt nach und nach raus wozu die guten alten materialien gedient haben und wie die Bauweise an sich funktioniert hat.
ich bin am überlegen mir ein altes Bauernhaus anzuschaffen,
und weiß nun nicht wie ich folgenden Kosten kalkulieren kann:
wir natürlich auch nicht, das kann nur ein versierter (sprich mit solchen Objekten erfahrener) Fachmen vor Ort abschätzen und zwar meist nur (sehr) grob.
Heizung (Erdgas) oder Brennholz…
Elektrik
Sanitär
Welcher Standard schwebt Dir vor?
Basis oder Luxus?
Das Objekt verfügt über ca. 450m² Wohnfläche und es müsse
alles komplett neu eingezogen werden (also es liegt nix was
man noch verwenden kann).
Das ist eine Menge Fläche und es kommt auf viele! Details an, die wir nicht kennen und Du vielleicht selber noch nicht.:
Könnt ihr mir da einen ungefähre Abschätzung geben?
Also ich habe vor gut 15 Jahren einen deutlich kleineren Bauernhof gekauft (ca. 1/4 von Deinem Trum), bei dem die Elektrik und Teile der Sanitärgeschichte vom Vorbesitzer erledigt waren.
Wir haben folgendes gemacht.
* Neue Heizung und jetzt einen Kaminofen eingebaut
* Neue Böden rein (Holz und Fliesen) bzw. einige Böden aufgearbeitet
* Neue Fenster und Türen eingebaut
* Räume in einer Stallung zu einer Waschküche, einem Arbeitszimmer und einer Werkstatt ausgebaut
* Neuen Dachstuhl aufgesetzt
* Einen Anbau von gut 20 m2 angebaut
* Außenwände isoliert
* Neues Außentor gebaut
* Tausend kleinere Sachen gemacht.
Sehr viel Eigenleistung und keine Luxusausführung.
Exakte Zahlen kann ich keine nennen, aber so grob über den Daumen kommen da ca. 120.000 bis 150.000 € zusammen. Wenn ich alles hätte machen lassen, kämen wohl noch mal 20.000 bis 40.000 € dazu.
Und wir hatten das Glück, daß die Bausubstanz vorzüglich ist und wir kein Problem mit Feuchtigkeit haben. Wenn das noch gemacht worden wäre, kämen noch etliche tausend € dazu.
Rechnet man diese Daten hoch, sind die 1.000.000 € nicht völlig unrealistisch, je nach Situation.
Solch ein Objekt muss man lieben und vor allem das nötige Kleingeld dazu haben.