Abschaffung der PKV

Hi Raimund,

Er ist mit sicherheit nicht nur wegen den besser kalkulierten
Beiträgen zufrieden! Es sind auch die leistungen, die um
Längen besser sind als die der Kasse.

Das ist doch das Gleiche, die Privaten haben halt das bessere Preis-/Leistungs-Verhältnis

nächster Fehler: der Beritrag eines Versichertewn wird um
keinen einzigen Cent teurer, weil er alt oder krank wird. Das
ist schlichtweg gelogen.

Das ist nur gelogen, wenn ich schon versichert bin! Wenn ich wechseln will und krank bin, dann muß ich blechen. Also lohnt sich die Private dann nur für die nicht vorbelasteten Menschen und die anderen verbleiben in der Gesetzlichen. D.h. die Pflichtversicherten müssen diese „Kranken“ dann mitfinanzieren und die Privaten müssen keinen solidarischen Beitrag leisten!

Dazu kommt, dass bei freiwillig
Versicherten mit größerem Einkommen die Private im Alter
günstiger ist, als die Kasse. Und demnächst auch für viele
Pflichtversicherte: der Grund liegt in der
Beitragsberechneung. Geplant und auch nicht anders machbar,
ist, zur Beitragfindung sämtliche Einkünfte
heranzuziehen: Staatknete, Betriebsrente, Mieteinkünfte,
Zinseinkünfte, usw. Bei den privaten dagen ist das Einkommen
gänzlich uninteressant. Hier zählt nur: wann bist Du in die
private eingetreten.

… genau, derjenige der in die Private geht zahlt einen niedrigeren Beitrag nämlich nur noch für seinen eigenen Schutz. Der Sozialbeitrag bleibt auf der Strecke.

Nein, eine Zwangsannahme muss sein für die unteren
Einkommensschichten. Ebenso eine Familienversicherung, oder
besser eine Kindermitversicherung.

…ist aber momentan NICHT so. Du verkaufst doch die Verträge und weißt ganz genau was für einen Beitrag eine 5köpfige Familie mit einem Einkommen zahlen müsste! Genau diese Leute werden in der gesetzlichen aus den Beiträgen der höheren Einkommensgruppen mitfinanziert. Wenn man, wie vorgeschlagen, die Gesetzliche abschafft, dann bleibt die Familie auf den Kosten sitzen!

Das würde der Kasse so gefallen: schlecht haushalten und sich
von den privaten finanzieren lassen.

… natürlich muß man was gegen den Filz tun aber einfach nur alles über die Private machen wär doch ne Sauerei.

Wir müssen durch Anreize erreichen, daß nicht mehr wegen jeder
Kleinigkeit zum Arzt gerannt wird.

Was ist eine Kleinigkeit? Kannst Du sie richtig einstufen?
Nein, das ist derfalsche Weg.

… in der von Dir so vertretenen Privaten funktioniert es doch! Selbstbeteiligung und Rückerstattung, das sollte Anreiz genug sein. Den Leute müssen spüren, daß es etwas kostet zum Arzt zu gehen.

Doch ein Selbstbdienungsladen
Arztpraxis muss zu Ende sein.
Bei einer Ehrlichkeit und einem anderen Abrechnungssystem (so
wie bei den Privaten) ließe sich meiner Meinung der
Beitragssatz um ca 3 Prozent senken

… es interessiert nur keinen gesetzl. Patienten, was der Arzt abrechnet, weil es ihn nicht betrifft.

Das wäre eine Katastrophe für die Gesundheit der Bevölkerung.
Das englische System funktioniert nur, weil die Patienten dazu
zahlen. Was würdest Du schreien, wenn Du 500 € hinlegen musst
(50 % der AG) und noch zusätzlich volle 100 oder mehr € damit
Dich der Arzt auch anständig behandelt?!

… ich kann mich nur wiederholen, die von Dir vertretene Private arbeitet genau mit den von mir vorgeschlagenen Mitteln und es funktioniert!
Ich will nicht das Englische System kopieren aber daß wir was die durchschnittl. Krankenhaustage betrifft in Europas erster Liga mitspielen ist wohl keine Frage.

Willst Du wirklich nur beim Abrechnungssystem ansetzen? Meinst Du das reicht aus?

Gruss
Steffen

ein kleiner Überlegungsfehler

Hi Raimund,

Er ist mit sicherheit nicht nur wegen den besser kalkulierten
Beiträgen zufrieden! Es sind auch die leistungen, die um
Längen besser sind als die der Kasse.

Das ist doch das Gleiche, die Privaten haben halt das bessere
Preis-/Leistungs-Verhältnis

Das ist gut: gerade heute habe ich einem 23- Jährigen eine Superabsicherung ausgerechnet: 200 € (icl. 2.Bett, PPV und 10 % Altertsrückstellung)

nächster Fehler: der Beritrag eines Versichertewn wird um
keinen einzigen Cent teurer, weil er alt oder krank wird. Das
ist schlichtweg gelogen.

Das ist nur gelogen, wenn ich schon versichert bin!

richtig! Doch wie Du geschrieben hast, könnte man meinen, dass jeder Privatversicherte, der später mal krank wird, dann mehr Beitrag bezahlt. Und das ist definitiv falsch.

Wenn ich
wechseln will und krank bin, dann muß ich blechen.

auch das ist richtig. Doch warum solltest Du wechseln? Du hast noch etwas vergessen: wenn Du in der privaten bist und in einen andere wechselst, bleibt Deine Alterrückstellung bei der alten Versicherung.

Also lohnt
sich die Private dann nur für die nicht vorbelasteten Menschen
und die anderen verbleiben in der Gesetzlichen. D.h. die
Pflichtversicherten müssen diese „Kranken“ dann mitfinanzieren
und die Privaten müssen keinen solidarischen Beitrag leisten!

auch das ist falsch: die Privat Versicherten leisten alle einen Solidarbeitrag an ihre Mitversicherten. Nicht an die GKV, das ist richtig. Doch warum sollten sie das auch? Würdest Du nicht auch schimpfen, wenn Du einen mercedes fährst und der Verkäufer Dir beim Kauf sagt: der Wagen wäre um 10.000 € billiger, aber wir >Mercedesfahrer müssen VW mitunterstützen, damit die billiger sein können.
Nein, die Kassen sollten erst mal kaufmännisch rechnen lernen. sollten ihr marodes System ändern. Dann gäbe es auch keine finanziellen Probleme.

Dazu kommt, dass bei freiwillig
Versicherten mit größerem Einkommen die Private im Alter
günstiger ist, als die Kasse. Und demnächst auch für viele
Pflichtversicherte: der Grund liegt in der
Beitragsberechneung. Geplant und auch nicht anders machbar,
ist, zur Beitragfindung sämtliche Einkünfte
heranzuziehen: Staatknete, Betriebsrente, Mieteinkünfte,
Zinseinkünfte, usw. Bei den privaten dagen ist das Einkommen
gänzlich uninteressant. Hier zählt nur: wann bist Du in die
private eingetreten.

… genau, derjenige der in die Private geht zahlt einen
niedrigeren Beitrag nämlich nur noch für seinen eigenen
Schutz. Der Sozialbeitrag bleibt auf der Strecke.

Nein, siehe oben. Wenn er nur für sich zahlen müsste, würde der Beitrag wohl an die 5.000 € monatlich kosten. Die Kasse wie die Privaten sind Solidargemeinschaften. Nur ist die Finanzierung unterschiedlich.

Nein, eine Zwangsannahme muss sein für die unteren
Einkommensschichten. Ebenso eine Familienversicherung, oder
besser eine Kindermitversicherung.

…ist aber momentan NICHT so. Du verkaufst doch die Verträge
und weißt ganz genau was für einen Beitrag eine 5köpfige
Familie mit einem Einkommen zahlen müsste! Genau diese Leute
werden in der gesetzlichen aus den Beiträgen der höheren
Einkommensgruppen mitfinanziert. Wenn man, wie vorgeschlagen,
die Gesetzliche abschafft, dann bleibt die Familie auf den
Kosten sitzen!

Nein, keiner will die GKV komplett abschaffen. Die hat ihren Sinn. Doch das Gegenteil ist auch falsch. Die Privaten haben sich als das bessere System herausgestellt. Warum nimmt die Kasse nicht die guten Ideen der Privaten und baut sie nach?

Weil sie sich die Ärzte nicht verärgern will? Oder weil zu viele Ärzte im Vorstand sitzen?:

Das würde der Kasse so gefallen: schlecht haushalten und sich
von den privaten finanzieren lassen.

… natürlich muß man was gegen den Filz tun aber einfach nur
alles über die Private machen wär doch ne Sauerei.

Wieso machen die Privaten eine Sauerei?
Die Privaten haben sogar mal angeboten, die GKV zu übernehmen und ebenfalls Familienhilfe zu bieten.Ebenso Annahmezwang. Lt. der damaligen Rechnung (vor ca. 10 Jahren) wären sie sogar noch günstiger gewesen. Dass das machbar ist, erkennst Du an dem Standardtarif der Privaten. Hier hat der Gesetzgeber vorgeschrieben, dass er nicht mehr kosten darf, als die Kasse. Z.ZT. ist es so, dass er etwas weniger kostet und sogar etwas mehr leistet.
Ebenso die Pflichtversicherung: Die ist durchwegs günstiger als die der Kasse. Erst vor kurzem ist der Beitrag wieder gesenkt worden.
Bei der Kasse kenne ich nur Beitragserhöhungen. Entweder in Form einer Prozentanhebung, oder der Anhebung der BBG.
Wie auch immer: die Kassen werden von Jahr zu Jahr teurer.

Wir müssen durch Anreize erreichen, daß nicht mehr wegen jeder
Kleinigkeit zum Arzt gerannt wird.

Was ist eine Kleinigkeit? Kannst Du sie richtig einstufen?
Nein, das ist derfalsche Weg.

… in der von Dir so vertretenen Privaten funktioniert es
doch! Selbstbeteiligung und Rückerstattung, das sollte Anreiz
genug sein. Den Leute müssen spüren, daß es etwas kostet zum
Arzt zu gehen.

Richtig! Nur nicht, indem man sagt: wegen der xy-Krankheit darfst Du nicht zum Arzt!

Doch ein Selbstbdienungsladen
Arztpraxis muss zu Ende sein.
Bei einer Ehrlichkeit und einem anderen Abrechnungssystem (so
wie bei den Privaten) ließe sich meiner Meinung der
Beitragssatz um ca 3 Prozent senken

… es interessiert nur keinen gesetzl. Patienten, was der
Arzt abrechnet, weil es ihn nicht betrifft.

Mit dem jetzigen System nicht… doch wenn er eine Rechnung bekommt, bzw. jeden Arztbesuch abzeichnen muss, dann wird sich einiges ändern

Das wäre eine Katastrophe für die Gesundheit der Bevölkerung.
Das englische System funktioniert nur, weil die Patienten dazu
zahlen. Was würdest Du schreien, wenn Du 500 € hinlegen musst
(50 % der AG) und noch zusätzlich volle 100 oder mehr € damit
Dich der Arzt auch anständig behandelt?!

… ich kann mich nur wiederholen, die von Dir vertretene
Private arbeitet genau mit den von mir vorgeschlagenen Mitteln
und es funktioniert!
Ich will nicht das Englische System kopieren aber daß wir was
die durchschnittl. Krankenhaustage betrifft in Europas erster
Liga mitspielen ist wohl keine Frage.

Willst Du wirklich nur beim Abrechnungssystem ansetzen? Meinst
Du das reicht aus?

Nein, das reicht nicht ganz.Doch ist es ein ganz erklecklicher Batzen, den man damit einsparen kann.
Grüße
Raimund

Ähm, hier ist gerade das W-W-W abgeraucht, ich kann also nur „unzitiert“ antworten.

In der Tat sind die Beiträge bei den privaten Krankenkassen im Bezug auf die gebotenen Leistungen sehr viel attraktiver, als bei den gesetzlichen Kassen. Ich habe z.B. 90% Zuzahlung bei Zahnarztbehandlungen – und zwar inklusive kosmetisch vertretbarer Keramik-Kronen etc. – also lediglich einen Selbstbehalt von 10%. Das gleiche gilt bei ambulanter Behandlung beim Arzt oder bei eingereichten Rezepten. Ich geniesse auch eine Beitragsrückerstattung, wenn ich ein Jahr ohne Arztkosten einzureichen auskomme. Wenn man also nur die übliche Herbstgrippe und den Heuschnupfen zu behandeln hat, dann ist das eine feine Sache. Stationäre Behandlungen werden zu 100% übernommen und es ist ein Segen, bei längerem KH-Aufenthalt ein Einzelzimmer bekommen zu können.

(Was mich übrigens bei KH-Serien im Fernsehen immer wundert: Alle Patienten dort haben selbstverständlich Einzelzimmer :wink:

Kommen wir jetzt zu den Dingen wie Krebsvorsorge, Kuren, Massagen, etc. Es hat sich gezeigt, dass Vorsorgeuntersuchungen sehr viel günstiger kommen, als zu späte Diagnose und daraus resultierende horrende Behandlungskosten. Dennoch dürfen die gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten nicht übernehmen. Sie würden wohl gerne. Auch sind Massagen und Physiotherapie rechtzeitig und in ausreichender Menge angewendet viel billiger, als eine Bandscheiben-OP. Aber auch da knausern die gesetzlichen Kassen.

Ganz krass wird es bei richtig schweren, aber knifflig zu diagnostizierenden Krankheiten. Was machen Ärzte nicht vor einer CT oder gar NMR Untersuchung immer ein Gewese, ob es denn wirklich notwendig wäre etc. Ich möchte nicht wissen, wieviele Patienten aufgrund von Knauserigkeit der Kassenbudgets schon verstorben sind.

Dank des Systems der Altersrücklage bleiben die Beiträge bei privaten Krakenkassen relativ stabil, auch im Alter. Ausserdem gilt das Problem der „Vorbelastung“ auch im umgekehrten Fall.

Wer sich z.B. als Student von der Pflichtversicherung befreien lässt, kommt nicht so ohne weiteres zurück in die gesetzliche Krankenkasse. Erst recht nicht, wenn während des Studiums eine schwere Erkrankung aufgetreten ist. Dann ist er in der Tat am besten beraten, er behält unbedingt seine private KK oder stellt sie zumindest auf Anwartschaft, bis das Gehalt endlich reicht, um wieder zurückzugehen. Denn über die gesetzlichen Leistungen hinaus wird ihn so schnell keine Kasse zu einem vertretbaren Preis versichern. Der Spruch „man kann sich ja privat zusätzlich versichern“ ist dann mehr als zynisch.

Zu guter Letzt sei angemerkt, dass die privaten Kassen stets wesentlich bessere Verwaltungskostenanteile haben, als die „gesetzlichen“ Kollegen. Warum soll ich also mein Geld für irgendwelche Vorstandsfuzzies mit Parteibuch zum Fenster rauswerfen?

Unsolidarisch verhalten sich Politiker, die die Bevölkerung zu überhöhten Beiträgen bei stetig schlechter werdenden Leistungen verdonnern.

Ich bin nir übrigens fast sicher, dass alle diejenigen, die an den Leistungen der KK herumfummeln, selbst fein privat versichert sind. Oder meint jemand im Ernst, einer der wichtigtuerischen Bundestagsabgeordneten liefert sich den gesetzlichen Leistungen beim Zahnarzt aus?

Gruß

Fritze

Hallo

ja, aber nicht von denen, die privat versichert sind, sondern
von denjenigen, die den ganzen Mist zu verantworten haben.

Das kann schon sein, ändert aber nichts an der Sache.

Dadurch, daß Du privat Versicherte in die GKV zurückholst,
verbessert man in keiner Weise die Situation der gesetzlich
Versicherten,

Doch, die Beiträge werden sinken. Das senkt auch gleichzeitig die Lohnnebenkosten und schafft so vielleicht auch noch mehr Arbeitsplätze.

sondern verschlechtert nur die Situation der

Zwangswechsler.

Das kann ja wohl auch nicht gemeint sein.

Doch! Geanu das meine ich damit. Mit welchem Recht entziehen sich die PKV-Versicherten der sozialen Gerechtigkeit der GKV-Versicherten?

Gruß
Peter

Hallo,

Doch! Geanu das meine ich damit. Mit welchem Recht entziehen
sich die PKV-Versicherten der sozialen Gerechtigkeit der
GKV-Versicherten?

Als wären PK-versicherte unsolidarisch. Wie bereits erwähnt, sind die privaten Krankenkassen genauso auf dem Solidaritätsprinzip aufgebaut, wie die gesetzlichen Kassen. Nur eben auf ihre Mitglieder begrenzt. Ich wurde übrigens niemals in meinem Leben nach dem Gesundheitszustand befragt, um in die private Krakenkasse zu gelangen, ich habe es mir auch nicht grossartig ausgesucht, ich war von Geburt an privat versichert und bin es einfach geblieben. Erst vor ein paar Jahren ist mir aufgegangen, was für eine feine Sache das doch war und ist.

Im übrigen bieten die privaten Krankenkassen recht wohl Tarife an, die UNTER den Beitragsätzen der gesetzlichen KK liegen und dabei MEHR Leistungen bieten. Wieso sollte es nicht für alle Funktionieren? Auch die Beiträge der privaten Krankenkassen werden umso günstiger und stabiler, je mehr Versicherte sie haben. Also sollen sich bitteschön alle Menschen die Kasse aussuchen dürfen, die sie gerne hätten. Wenn das früh genug geschieht, dann gibt es auch keine Probleme bei chronisch Kranken etc.

Natürlich ist es was anderes, wenn sich jemand erst mit 50 entscheidet, die Versicherung zu wechseln. Darum ist es auch fatal, die BBG ständig zu erhöhen. DAS ist in höchstem Maße unsolidarisch. Privat Versicherte sind nämlich entgegen anders lautender Gerüchte nicht alle Millionäre und darum auch auf die jüngeren Beitragszahler angewiesen, die i.d.R. weniger zum Arzt müssen, dafür aber auch die erheblich geringeren Einkommen haben.

Eine BBG von 5000,- EUR käme der Abschaffung der PKV schon verdammt nahe.

Gruß

Fritze

Hi!

was nach m.M. abzuschaffen wäre, ist die staatliche
Rentenversicherung. Die kann wesentlich besser mit eine
(Zwangs-) Versicherung geregelt werden. Das Problem ist nur
der Übergang: die Arbeitnehmer, die schon 20 und mehr Jahre in
das marode System einbezahlt haben.

Das Problem sind nicht die Arbeitnehmer, die schon 20 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, sondern die, die jetzt Rente beziehen.

Die Rentenversicherung ist eigentlich nichts weiter als eine große Geld-Umverteilungsstelle mit angeschlossener Buchhaltung. Die Rentenkassen sind nämlich durchgehend leer. Was auf der einen Seite hereinkommt, geht auf der anderen Seite sofort wieder raus - und mittlerweile geht mehr raus als rein. Glaubst du ernsthaft, irgendjemand sammelt deine Einzahlungen, legt sie an und zahlt dir davon ab 65 deine Rente? Es wird nur umverteilt, nichts weiter.

Und bei der privaten Rentenversicherung als Ersatz: das hat es in Deutschland bereits gegeben. Und zweimal durften die Arbeitnehmer ihre ganzen Einzahlungen komplett abschreiben. Das war ja der Grund für die Regelung des „Generationenvertrages“.

Wenn aber das staatliche Rentensystem durch ein privates ersetzt wird - unabhängig von den Übergangsprobleme, die dadurch ausgelöst werden -, was passiert, wenn Versicherungsgiganten wie Allianz, Hamburg-Mannheimer, Gerling den Bach runtergehen? Die deutschen Versicherer stehen z.Zt. vor einem Finanzkollaps. Da wären die privaten Renteneinzahlungen auch zum Teufel.

Also auch keine Lösung.

Grüße
Heinrich

Hi Raimund,

halten wir also fest:

  • wer als chronisch Kranker in die PKV wechseln will, dem wird dies durch höhere Beiträge od. Ablehnung erschwert. Soweit sind wir uns ja einig.
    D.h. tendenziell verbleiben mehr der ‚Kranken‘ in der GKV. Für diese Leute leistet die PKV keinen Sozialbeitrag, nur die GKV tut dies. Da braucht man sich nicht wundern wenn die GKV Probleme bekommt.

  • Leute die mehr Verdienen (zumindest bis zur BBG) müssen in der GKV auch mehr bezahlen und tragen damit ein größeres Stück der Gesamtkosten (soziale Umlage sozusagen). Bei der PKV zahlt jeder, unabhängig vom Einkommen, bei gleichen Voraussetzungen den Gleichen Beitrag.
    D.h. würde man dieses System (wie in dem ursprünglichen Beispiel vorgeschlagen) für alle einführen, dann würden für die Leute mit mehr Einkommen die Beiträge sinken und für die mit weniger Einkommen die Beiträge steigen. Das ist doch kein Sozialstaat mehr (siehe mein Bsp. mit der 5köpfigen Familie).

Gruss
Steffen

Hi

In der Tat sind die Beiträge bei den privaten Krankenkassen im
Bezug auf die gebotenen Leistungen sehr viel attraktiver, als
bei den gesetzlichen Kassen.

Das habe ich ja nie bestritten. Ich glaube nur nicht, daß sich dieses System ohne weiters auf alle übertragen lässt.

Wenn man nicht alleinstehend ohne Kinder ist, dann sieht der Beitrag halt gleich ganz anders aus.
Außerdem verbleibt ein Großteil der Risikopatienten z.Zt. in der GKV und wenn die alle in die PKV kämen, dann würde sich das auch auf den Beitrag niederschlagen.

Gruss
Steffen

hallo Steffen

halten wir also fest:

  • wer als chronisch Kranker in die PKV wechseln will, dem wird
    dies durch höhere Beiträge od. Ablehnung erschwert. Soweit
    sind wir uns ja einig.

Das ist richtig.

D.h. tendenziell verbleiben mehr der ‚Kranken‘ in der GKV. Für
diese Leute leistet die PKV keinen Sozialbeitrag, nur die GKV
tut dies. Da braucht man sich nicht wundern wenn die GKV
Probleme bekommt.

Das wäre von der Theorie her richtig… aber nur von der Theorie. Wenn alles menschen, die über der BBG verdienen in die private wechseln würden, wäre ich vermutlich Millionär. In wirklichkeit sind es nur ca 8% aller Versicherten die in die Private gewechselt hat… Nasenwasser! Dazu kommt eine Erfahrung (nicht von mir: von der privaten Versicherungswirtschaft): Privatversicherte sind um einiges anspruchsvoller, als GKV-Versicherte, also teuerer. Eine Steigerung sind diejenigen, die 2 und 1-Bettzimmer im KH haben.
Dazu ein Beispiel: Die Barmenia (nicht Barmer) hat einen sehr preiswerten und sehr beitragsstabilen Tarif, der aber in Verbindung mit 2-Bett im KH noch einiges teurer ist. Nun kam ich auf die Idee, einen Zusatztarif einer anderen Gesellschaft (2-Bett) der günstig und leistungsfähig ist mit dem mehrbetttarif zu kombinieren. Dadurch hat der Kunde 15 -30 Euro im Monat gespart. Leider kam mir die Barmenia bald auf die Schliche: sie sagten mir, dass sie solche Anträge nicht mehr annehmen würden. Auf meine Frage, warum: ein Versicherter mit 2-Bettzimmer hat ein wesentlich höheres…s.o. Duch diesen Trick würde ich aber ihre Kalkulation umgehen.
Verständlich, oder!

  • Leute die mehr Verdienen (zumindest bis zur BBG) müssen in
    der GKV auch mehr bezahlen und tragen damit ein größeres Stück
    der Gesamtkosten (soziale Umlage sozusagen). Bei der PKV zahlt
    jeder, unabhängig vom Einkommen, bei gleichen Voraussetzungen
    den Gleichen Beitrag.

Das ist nur bedingt richtig: auch bei der Privat sponsort der Gesunde die Kranken. Die Beiträge zur KV sind grundsätzlich zu hoch. Doch erreicht der Privatversicherte damit:

  1. dass die Tarife im allgemeinen bezahlbar sind
  2. Dass sie im Alter bezahlbar sind.

D.h. würde man dieses System (wie in dem ursprünglichen
Beispiel vorgeschlagen) für alle einführen, dann würden für
die Leute mit mehr Einkommen die Beiträge sinken und für die
mit weniger Einkommen die Beiträge steigen. Das ist doch kein
Sozialstaat mehr (siehe mein Bsp. mit der 5köpfigen Familie).

Nein, wenn die Privaten jetzt aufgelöst würden, würde die Kasse plötzlich statt 14 % 16 % verlangen müssen.
Warum? Weil sie auch die Alten nehmen müssen! Nicht nur die gutverdienenden gesunden, jungen.

Grüße
Raimund

Hi,

Dadurch, daß Du privat Versicherte in die GKV zurückholst,
verbessert man in keiner Weise die Situation der gesetzlich
Versicherten,

Doch, die Beiträge werden sinken. Das senkt auch gleichzeitig
die Lohnnebenkosten und schafft so vielleicht auch noch mehr
Arbeitsplätze.

das ist eine durch nichts bewiesene Behauptung. Zunächst ist es mal so, daß nicht 48 Kinder nebst Ehegatten kostenlos mitversichert sind, sondern für in der PKV jeden Versicherten Beiträge zu zahlen sind. Diese Beiträge fielen bei einem Zwangswechsel in die GKV weg. Des weiteren liegt nach den bisherigen Erfahrungen nahe, daß der Wasserkopf der GKVen einiges der vermeintlich ach so höheren Einkommen schlucken wird. Und abschließend: Bei den meisten Verträgen der PKV gibt es Selbstbehalte sowie Boni, wenn man keine Leistungen in Anspruch nimmt bzw. die Rechnungen selber bezahlt.

Dieser Anreiz existiert in der GKV nicht, d.h. die effektiv von den Versicherungen zu bezahlenden Leistungen würden ansteigen. Von einem unabdingsbaren Anstieg der Versicherungsbeiträge kann bei einer Auflösung der PKV also nicht die Rede sein.

sondern verschlechtert nur die Situation der

Zwangswechsler.

Das kann ja wohl auch nicht gemeint sein.

Doch! Geanu das meine ich damit. Mit welchem Recht entziehen
sich die PKV-Versicherten der sozialen Gerechtigkeit der
GKV-Versicherten?

Es ist also besser, wenn sich die Situation für einen Teil der Bevölkerung verschlechtert und sich gleichzeitig für niemanden etwas bessert? Das kann wahrlich ich nicht nachvollziehen.

Zu dem Gerechtigkeitsblödsinn hat fritze ja schon was geschrieben.

Gruß
Christian