Abschied im deutschen Sprachraum

Hallo allerseits

Ich bräuchte bitte mal eure Hilfe! Ich versuche momentan Informationen über das Thema „Abschied im deutschen Sprachraum“ zu sammeln. Könntet ihr mir vielleicht etwas darüber erzählen. Ich wollte beispielsweise wissen, ob es dafür Regeln gibt. Normalerweise verabschiedet sich man von seinem Kommunikationspartner, wenn er weggeht. Gibt’s andere Situationen, in denen man sich von seinem Gegenüber verabschiedet? Wer soll bei der Abschiedssituation den Abschied initiiert? Ist ein Abschiedswort wie tschüss, wiedersehen, bis dann/später/morgen etc. obligatorisch. Wie reagiert man, wenn sein Gegenüber weggeht, ohne sich zu verabschieden? Ich benötige bitte solche Informationen. Für eure Hilfe bin sehr dankbar.

Viele Grüße
Hussein

Hallo Hussein

Ich bräuchte bitte mal eure Hilfe! Ich versuche momentan
Informationen über das Thema „Abschied im deutschen
Sprachraum“

Frag doch mal an der Uni bei den Sprachwissenschaftlern nach, vielleicht wurde das ja schon mal erforscht, oder es gibt Literatur dazu?
Ansonsten ist das Abschiednehmen regional auch unterschiedlich, im hohen Norden ist anders als im schwarzen Süden.

Grüße Allu

Standarddeutsche Abschiedsformeln
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Ich bräuchte bitte mal eure Hilfe! Ich versuche momentan
Informationen über das Thema „Abschied im deutschen
Sprachraum“ zu sammeln. Könntet ihr mir vielleicht etwas
darüber erzählen. Ich wollte beispielsweise wissen, ob es
dafür Regeln gibt. Normalerweise verabschiedet sich man von
seinem Kommunikationspartner, wenn er weggeht. Gibt’s andere
Situationen, in denen man sich von seinem Gegenüber
verabschiedet? Wer soll bei der Abschiedssituation den
Abschied initiiert? Ist ein Abschiedswort wie tschüss,
wiedersehen, bis dann/später/morgen etc. obligatorisch. Wie

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Guten Tag, Hussein

Begrüßungs- und Abschiedsformeln: Wer sich verabschieden will, sagt auf Gemeindeutsch zu Personen, mit denen er per du oder per Sie ist:

Auf Wiedersehen.
Gute Nacht.

Weitere standarddeutsche Abschiedsformeln:

at: Auf Wiederschauen (per Sie), Servus (per du)
ch: Adieu

Die Antwort lautet:

Auf Wiedersehen.
Adieu. (= Gott befohlen.)
Gute Nacht.

Der Antwort kann ein guter Wunsch oder ein Dank beigefügt werden:

Auf bald.
(Sei) Gott befohlen!
Geh mit Gott!
Gute Reise.
Mach’s gut!
Schlaf gut!
Viel Glück.
Danke für den Besuch.

Umgangssprachlich und dialektal gibt es Abschiedsfloskeln wie Sand am Meer:

Ade! Bis dann! Servus! Tschau! Tschüs! Tschüss! …

In den Standarddeutsch dürfen diese nicht verwendet werden.

In allen Fällen falsch bzw. unsinnig sind:

Wir sehen uns.
Bis bald, dann, später.
Mahlzeit.
Tschüssli.

Freundliche Grüsse
Adam

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Hallo Hussein,

im Freundeskreis meines Sohnes (22) höre ich sehr oft „Hau rein“ (= mach’s gut). Meine Tochter (20) und ihre Freunde benutzen es nicht; ich habe sie gerade gefragt.

Eine üble Abwandlung des „Wir sehen uns“ ist „Man sieht sich“

Regional (z.B. Norddeutschland, Luxemburg): Moin; Moien
(moin ~ gut; http://de.wikipedia.org/wiki/Moin - aber wiki weiß nicht alles)

Gibt’s andere Situationen, in denen man sich von seinem Gegenüber
verabschiedet?

Am Telefon oder am Ende eines Briefes / einer Mail. Da hat man seinen Partner allerdings nur gedanklich gegenüber. Am Telefon hört man ihn wenigstens.

Wer soll bei der Abschiedssituation den Abschied initiiert?

Derjenige der glaubt, dass das Ziel des Gesprächs erreicht ist ???

Ist ein Abschiedswort wie tschüss,
wiedersehen, bis dann/später/morgen etc. obligatorisch.

Ich denke, dass das so ist. Es ist unhöflich, ohne Abschiedsgruß eine Kommunikation zu beenden - es sei denn, man trennt sich im Streit.

Wie reagiert man, wenn sein Gegenüber weggeht, ohne sich zu
verabschieden?

Erstaunt bis verärgert.

In der Hoffnung, dass meine Informationen dir nützlich sind, beende ich nun meinen Kommentar und wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
Mit freundlichen Grüßen von der sonnigen, aber kalten Nordseeküste

Pit

P.S.: Versteh meinen letzten Absatz bitte nicht als Ironie dir gegenüber. „Grüße“ oder „Tschüss“ hätte genügt.

Hallo

vielen Dank für deinen Beitrag. Ich selbst erforsche dieses sprachlichen Phänomenen. Deswegen brauche ich die Meinung anderer Leute, die ich in meiner Arbeit zu analysieren versuche. Also ich brauche nur, dass die Leute über die Konventionen der Abschied im deutschen Sprachraum erzählen. Danke noch mal für deinen Beitrag.

Viele Grüße
Hussein

Hallo

vielen Dank für deinen wertvollen Beitrag. Es sind wirklich interessante Informationen. Danke noch mal!

Beste Grüße
Hussein

Hallo!

vielen vielen Dank für deinen informativen Beitrag. Das war auch hilfreich. Danke noch mal!

Viele Grüße
Hussein

Hallo Pit,

Wer soll bei der Abschiedssituation den Abschied initiiert?

Derjenige der glaubt, dass das Ziel des Gesprächs erreicht ist
???

Kommt meines Erachtens darauf an. Dürfte wie viele zwischenmenschliche Regeln sehr stark vom Anlass, vom „Rang“ etc. abhängen.

Wer kennt nicht die Situation, dass man beim Scheffe hockt, sein eigentliches Ziel erreicht hat, aber nicht loskommt, weil Scheffe plötzliche eine kommunikative Anwandlung hat?:wink:

Oder welcher Gastgeber kennt nicht die - unangenehme - Situation, dass ein letzter Gast einfach sitzen bleibt, man selber aber eigentlich ins Bett will?:wink:

Da sowohl der Chef als auch der Gast „höherrangig“ sind, würde ich darauf schließen, dass tendenziell eher der Höherrangige entscheidet, wann sich verabschiedet wird.

Grüße
Jürgen

Hallo,

Umgangssprachlich und dialektal gibt es Abschiedsfloskeln wie
Sand am Meer:

ergänzend: Lott jonn!

Viele Grüße,
Sabine

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Umgangssprachlich und dialektal gibt es Abschiedsfloskeln wie
Sand am Meer:

Ade! Bis dann! Servus! Tschau! Tschüs! Tschüss! …

In den Standarddeutsch dürfen diese nicht verwendet werden.

Wieso nicht? Gerade „Bis dann!“ und „Tschüs(s)!“ gehören längst zum Standarddeutsch dazu und sind nicht mehr nur umgangssprachlich oder dialektal.

In allen Fällen falsch bzw. unsinnig sind:

Wir sehen uns.
Bis bald, dann, später.
Mahlzeit.
Tschüssli.

Wie kommst du denn darauf, zu behaupten, diese Ausdrücke seien „in allen Fällen falsch“ oder „unsinnig“?
Das sind sie nämlich in keinster Weise. Das Tschüssli gehört sicherlich zu den dialektalen Varianten und das „Mahlzeit“ ist vielleicht auch nicht in aller Munde, da wahrscheinlich sozial begrenzt auf bestimmte Personengruppen, aber die anderen Ausdrücke sind völlig gängig und werden häufig benutzt. Sie sind absolut standardsprachlich. Man benutzt sie eher mit Personen, die man duzt, als mit Fremden.

Liebe Grüße,

  • André

Hallo,
In der Jugendsprache gibt’s noch (teilweise regional bedingt) noch viele unterschiedliche Varianten des Sich-Verabschiedens. Jemand nannte ja schon „Hau rein!“, das ist hier in Leipzig unter Jugendlichen auch üblich, genau wie „Huppe nei’!“ (

Hallo Hussein,

Dann gibt es noch kulturelle Unterschiede.

Tschüss wird in D allgemein verwendet.

In CH wird Tschüss nur verwendet, wenn man mit der angesprochenen Person per du ist.
Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, war aber so vor 20 Jahren ein „Kulturschock“ für mich :wink:

Grüsse aus der Schweiz
Peter(TOO)

Der Antwort kann ein guter Wunsch oder ein Dank beigefügt
werden:

Geh mit Gott!

Freundliche Grüsse
Adam

Hi Adam,

Deine Erklärung fand ich soweit ok. Das einzige was mich ein bissl aufhängt, ist das „geh mit Gott“.

Ich kenn es nur im negativen Zusammenhang a la

„Schau, dass Du land gewinnst und nerv mich nicht!!!“

Vielleicht sollte man das rausnehmen?

Ok, meine Meinung. Vielleicht seh nur ich das falsch.

Andere Interpretationen hierzu sind herzlich willkommen und ich lass
mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

Beste Grüße

Chris

Hallo Peter

vielen dank für deinen Beitrag!

Beste Grüße
Hussein