Abschieds- / Trennungsrituale

Hallo

Ich bin auf der Suche nach Abschiedsritualen, die helfen „Beziehungsabbrüche“ zu verarbeiten.

Speziell in meinem Fall geht es um eine schon seid 11 Jahren beendete Beziehung, die ich aber noch nicht verarbeitet hab;
um den "Beziehungs"abbruch zu einem ehemaligen Kollegen, der in meinem Leben in kurzer Zeit sehr viel (zum positiven) verändert hat und dessen Rausschmiss letztes Jahr mich sehr aus der Bahn geworfen hat, was durch einen neuen Job seinerseits und damit verbundenem Ortswechsel vor kurzem noch mal wieder aufgewühlt wurde;
und um eine „Freundin“, die mich seid Monaten - mehr oder weniger von einem auf den anderen - Tag komplett ignoriert und mich scheinbar aus ihrem Leben gestrichen hat, dass alles ohne das ich weiss, weshalb und ein klärendes Gespräch wird von ihr abgelehnt.

Bis jetzt hab ich meine Probleme, Sorgen und Nöte immer in mich reingefressen, auch, weil ich relativ wenig Freunde/soziale Kontakte habe und mir meistens jemand fehlt, mit dem ich über solche Dinge reden kann. Das ging jahrelang gut, bis Anfang des Jahres dann der Zusammenbruch kam.

Ich habe mit Abschiedsritualen überhaupt keine Erfahrung, und was ich bis jetzt bei meiner Suche im Netz gefunden hab, bezog sich meist auf auf die Verarbeitung von Todesfällen.

Habt ihr irgendwelche Anregungen für Abschiedsrituale für mich, die ich benutzen kann, um mit den genannten Situationen abzuschließen?

Danke
diemaus

Brief schreiben und abschicken oder in der Schublade vergammeln lassen und dann neue Freunde suchen.

Hallo!

Ich bin kein Psychologe.

Da du schreibst, dass du Probleme in dich reinfrisst, wenig Freunde zum Reden hast und Anfang des Jahres einen Zusammenbruch erlitten hast, erlaube ich mir dir zu professioneller Hilfe zu raten.

ImhO führen Rituale nur bedingt und begrenzt zu einer Verarbeitung solcher Erlebnisse. Du solltest dich möglicherweise nicht an Ritualen festhalten, sondern lernen, deine Erfahrungen richtig zu verarbeiten. Dann wirst du auch an solchen Erlebnissen wachsen können, statt zusammenzubrechen.

Was spricht dagegen, dass du dir psychotherapeutische Hilfe suchst?
Und welcher Art war denn der Zusammenbruch und wie wurdest du danach behandelt?

Alles Gute

wünscht dir

Noi

Moin Maus

Grundsätzlich gibt es nicht DAS Mittel um mit solchen Dingen fertig zu werden! Aber mit etwas Glück findest du hier ein Paar gute Ratschläge um wieder mit dir zurecht zu kommen.

An sich finde ich den Hinweis mit dem Brief-schreiben schon ganz gut. Ich habe schon von einigen gehört denen das geholfen hat, allerdings auch eher zur Verarbeitung von Todesfällen. Und dabei ist es auch ganz egal ob du Brief in einer Schublade vergisst, ihn verbrennst, jemandem schickst oder als Flaschenpost auf Reisen schickst.

Da du geschrieben hast das du wenige soziale Kontakte hast ist die Überlegung dir „professionelle Hilfe“ zu holen in sofern gut um einen Gesprächspartner zu haben und dir einfach mal alles von der Seele reden zu können.
Ich persönlich rede gerne mit meinem Schwager wenn ich Probleme habe und selbst unsicher bin. Bei ihm weis ich das er alles für sich behalten kann und das er mit seine persönliche Meinung dazu sagt ohne mich dabei irgentwie schief anzugucken.

Eventuell vertraust du deinem Ex-Kollegen ja auch soweit das du dich ihm anvertrauen möchtest. Da kann auch der Abstand von Vorteil sein. Zumindest wenn ich das richtig verstanden habe und es „nur“ eine Arbeits-Beziehung war die da abgebrochen wurde.

liebe Grüße
Dorgar

Hallo

Danke für deine Antwort, hätte bei meiner Frage vielleicht erwähnen sollen, das ich schon in psychologischer Behandlung bin :o)
Dh. bis morgen bin ich noch in ner Tagesklinik und danach gehts ambulant weiter. Das ich diese „Beziehungsabbrüche“ noch nicht so richtig verarbeitet hab, kam auch erst durch die Therapie zu Tage…

Der Zusammenbruch kam Anfang des Jahres, ausgelöst durch Mega Stress (sowohl physisch als auch psychisch) auf der Arbeit. Die ersten Vermutungen gingen dann auch eher Richtung massiver Erschöpfungszustand / BurnOut, aber mit der Zeit stellte sich dann raus, das eigentlich viel Mehr Dinge schon aus früherer Zeit „Schuld“ sind, und im Moment steck ich halt richtig schön in ner Depression…

diemaus

Hey

Danke auch Dir für deine Antwort, wie ich deinem Vorredner eben schon schrieb, hätte ich erwähnen sollen, das ich bereits in psychologischer Behandlung bin. Aber der Rat ist natürlich immer gut…

Das mit der Flaschenpost find ich ne gute Idee, mal sehen, ob ich da was draus mache.

Was meine Arbeitskollegen angeht, von meiner Seite steckt da scho noch nen bischen mehr dahinter :o), was er allerdings auch weiss, und ich habe ihm auch schon eine lange email geschreiben, in der ich ihm noch einmal alles gesagt hab, was er mir bedeutet und was er eigntlich für mich getan hat. Das war schon eine ziemliche Erleichterung, trotzdem glaube ich, ich muss noch etwas tun, um endgültig mit der Geschichte abzuschliessen.

diemaus

und dann neue Freunde suchen.

DAS sagt sich immer so leicht… vor allem von Leuten, die damit wenig Probleme haben ( sorry, klingt grad wie ein Angriff gegen dich, soll es aber gar nicht sein…)
Will jetzt nicht zu tief in meine Probleme eintauchen, aber leider verstehen viele Leute nicht, das man auch mit so vermeintlich einfachen Dingen Probleme haben kann, grade, wenn man wie ich, aktuell in ner netten Depression steckt…

diemaus

Moin Maus

Zu deinem Kollegen: Hat er denn auf deine Mail denn geantwortet? Kommt von seiner Seite da auch was zurück?

Wenn ja könntest du überlegen in diese Richtung weiter zu bauen. Meiner Erfahrung nach hilft / tröstet bei Trennungsschmerz oft nichts besser als ne neue Beziehung.

grüßend
Dorgar

Hey

Zu deinem Kollegen: Hat er denn auf deine Mail denn
geantwortet? Kommt von seiner Seite da auch was zurück?

Bis jetzt hat er noch nicht geantwortet, und was eine mögliche Beziehung angeht, keine Chance :smile: Das wusste ich aber auch schon relativ schnell…

Wenn ja könntest du überlegen in diese Richtung weiter zu
bauen. Meiner Erfahrung nach hilft / tröstet bei
Trennungsschmerz oft nichts besser als ne neue Beziehung.

Wie gesagt, nicht mit ihm… Trennungsschmerz ist vielleicht auch das falsche Wort.

LG
diemaus