Bei uns an der TU im Fach Chemie(!) kann man entweder D.Chem.
oder D. Ing. machen.
Das sind aber zwei verschiedene Studiengänge.
Diplom-Chemiker = D2 = 8 Semester, Doc für 'ne vernünftige Arbeiststelle quasi Pflicht.
Dipl.Ing = D1 = 6 Semester, Doc meistens eher unerwünscht („Überqualifiziert“)
i.A. ist der Dipl.Ing eher Praxisorientiert, Zielberuf eher Produktion bzw. Randgebiete wie Technik, QS/QM, Kundenkontakt, Reklamationen etc. Labor eher selten. Normalerweise hat die jeweilige Uni dort auch eine Spezialisierung, in Wuppertal beispielsweise war das Textilchemie.
Der „richtige“ Chemiker dagegen ist mehr der Theoretiker, Ausbildung geht schon ziemlich stark Richtung Grundlagenforschung, Anwendungsentwicklung, Technikum. Spezialisierung erfolgt häufig nach eigenem Geschmack im Hauptstudium durch die Wahl der belegten Kurse.
Der Vollständigkeit halber: da gibt’s als Spezialität noch den Lebensmittelchemiker, das ist ein staatlicher Studiengang, bedeutet neben Chemie noch umfangreich Recht und kein Diplom, sondern ein Jahr Praktikum in Industrie, Lebensmittelüberwachung und staatlichem Untersuchungsamt.
Doc möglich, aber nicht nötig. Von der Ausbildung her ganz klar Amts-Chemiker, viele gehen aber auch in die Industrie (Qualitätskontrolle und Produktentwicklung) oder in private Handelslabore, weil’s bei den Beamten zu langweilig ist.
Bei allen dreien ist das Grundstudium bis auf ein oder zwei Praktika im Prinzip identisch. Es ist normalerweise auch relativ problemlos möglich, bis zum Vordiplom noch zu wechseln. Ich selber hab als allgemeiner Chemiker angefangen, bin dann, weil mir der Stoff zu trocken wurde (Biochemie/Gentechnik gab’s damals nur in Ansätzen und in W’tal leider gar nicht) zu den Textilern gewechselt, bin dann aber schon nach vier Wochen weiter zu den Leberwurst-Chemikern gegangen, weil bei den Socken-Chemikern die Berufsaussichten eher dünn waren.
Immerhin hab ich mich damit (zum Entsetzen der Profs
um die Physik-Zwischenprüfung und vor allem den Numerus Clausus bei den Lemmies drum herum gemogelt 
Und wenn ich mich heute in „meinem“ Labor so umsehe . . . war ne gute Entscheidung . . .
lg, mabuse