Hallo, wenn ich mich da einmischen darf… Es geht um die Mengen
A := {(-1/2)^n + 1/m | n,m in N},
B := {1/n + i/m | n,m in N}.
Die Menge A z.B ist auf jeden
Fall ein abgeschlossenes Intervall.
Das trifft sicher nicht zu. Ein Intervall enthält überabzählbar viele Punkte, dagegen sind A und B offensichtlich abzählbar. Aber vielleicht meinst Du „abgeschlossene Menge“.
Also bewiesen werden bei solchen eher einfachen Mengen die
Angaben nicht, da wird das einfach so gesagt, nach dem Motto:
Sieht man.
Hm, und ich dachte man könnte mit solchen Aufgaben einfache Beweistechniken üben…
Ich vesuche mal anhand der ersten Menge vielleicht einen möglichen Lösungsweg zu formulieren.
Der erste Teil ist natürlich etwas heuristisch, d.h. man versucht sich anschaulich klar zu machen, welche Situation vorliegt. Gerade wenn man sich nicht sicher ist, ist übrigens eine Zeichnung nicht unnütz. Die gemachten Vermutungen kann man meist recht schnell z.B. anhand der Definitionen der jeweiligen Begriffe beweisen.
Die Punkte (-1/2)^n sind offenbar Glieder einer alternierenden Nullfolge:
-1/2, 1/4, -1/8, 1/16…
Auch der zweite Summand besteht aus Gliedern einer Nullfolge:
1, 1/2, 1/3, 1/4…
Die „resultierende“ Menge besteht aus allen vorkommenden Summen, d.h. es sind nur um die Null „verstreute“ Punkte, wobei -1/2 nie unterschritten und 1+1/4 nie überschritten wird. Einziger Punkt um den sich das ganze häuft, ist der Nullpunkt (beide Folgen sind konvergent, haben also nur einen Häufungspunkt). Dieser gehört hier, wie Dima auch schon festgestellt hat, zur Menge mit dazu.
Jetzt muss man, nachdem die Situation anschaulich klar ist, die Definitionen und die Beziehungen zwischen den Begriffen zur Hilfe nehmen, um die Fragen zu beantworten. Fangen wir mit dem Abschluss cl A (closure A) an. Er ist immer eine Vereinigung aus der Menge selbst und den Häufungspunkten (die nicht notwendig zur Menge gehören müssen wie z.B. im Fall {1/n|n in N}). Hier gehört der einzige Häufungspunkt zur Menge dazu, es ist also:
cl A = A
Die Inklusion von rechts nach links ist immer erfüllt, für die umgekehrte Richtung muss man also nur zeigen, dass alle Häufungspunkte in A liegen. Welche sind das? (Definition nachschlagen). Für jedes von Null verschiedene a in A kann man ein (hinreichend kleines) r>0 angeben, derart dass das punktierte offene Intervall
(a-r, a+r) \ {a}
die Menge A nicht schneidet (Für jedes a0 enthält das Intervall (a-|a|/2, a+|a|/2) nur endlich viele Punkte aus A, wie man leicht ausrechnen kann. Daher ist der Schnitt mit dem offenen Intervall (a-a/2^k, a+a/2^k) für große k leer). Es kommt also nur die Null als Häufungspunkt in Frage - dieser Punkt liegt jedoch in A. Man muss hier also nicht einmal zeigen, dass die Null ein Häufungspunkt ist (bei B sollte man das tun, es ist aber nicht schwer…).
Ein Punkt a liegt im Inneren von A (int A), wenn es ein Intervall (a-r, a+r) gibt, das vollständig in der Menge A liegt. Gäbe es das tatsächlich, wäre wie schon ganz oben erwähnt, eine überabzählbare Menge Teilmenge von A und damit auch A überabzählbar. Da dies offenbar nicht der Fall ist, muss
int A = {}
sein. Schließlich gilt
Rand A = (cl A) \ (int A) = A \ {} = A.
Gruß,
Martin
P.S. Daniel, bist Du tatsächlich 15-16 Jahre alt und Schüler?