Abschweifen der Gedanken

Mir fällt sehr oft auf, dass meine Gedanken einfach beim lesen abscheifen. Man liest und liest, aber einfach alles unbewußt.

Was kann man dagegen machen?

Hi,

das kommt mir bekannt vor. Es ist sehr anstrengend und frustrierend, wenn man immer wieder zurückblättern muß, weil man nicht mehr weiß, was man die letzten 5 Minuten so alles gelesen hat.

Ich glaube es liegt vor allem daran, dass einem ein Buch nicht wirklich interessiert. Man liest es halt, weil man es mal gekauft hat. Bei Büchern, die einen in ihren Bann ziehen, schweift man garantiert nicht ab.

Ich habe das anfangs gar nicht registriert und mir meine Unkonzentriertheit immer vorgeworfen. Aber man kann sich letztlich nichts verordnen oder sich zum Interesse zwingen, wenn es es Wirklichkeit anders ist.

LG Rolo

Hi,

Aber man kann sich
letztlich nichts verordnen oder sich zum Interesse zwingen,
wenn es es Wirklichkeit anders ist.

Leider kann man sich nicht immer aussuchen, was man lesen will (z.B. Fachliteratur)…

Gruß

hi,

„unbewußt“? nein, eher: un-konzentriert. wenn du versuchst, den inhalt des nur überflogenen (statt wirklich gelesenen) wiederzugeben, wirst du merken, dass das nicht geht. deine aufmerksamkeit ist dann gerade auf etwas anderes gelenkt. wenn du das mal beobachtest, kannst du dich auch ertappen, wo du gedanklich gerade bist. diese themen sind gerade bedeutsam für dich, sogar so bedeutsam, dass sie über die situativ erforderliche aufmerksamkeit gelegt werden.

pause machen.

konzentrationsstörungen, und du beschreibst eine kleine, können alltäglich und harmlos sein, aber auch symptom von einer krankheit. dann fiele allerdings noch eine menge mehr auf, das ist beim ads und adhs der fall, ebenso bei depression (und anderen gemeinheiten)

doch doch…
hi,

doch, man will ein fach studieren (selbst gewählt)und man will die prüfung bestehen und das buch daher lesen. ob es aber die aufmerksamkeit hinbekommt, und die ist als fähigkeit individuell verschieden stark ausgeprägt, ist die frage. und sie ist motivationsabhängig.

wenn ich ein schwieriges fachbuch lese und abschweife, ist entweder das buch schei… geschrieben und ich besorge sofort ein anderes zum thema, oder ich habe keinen bock mehr, zu lernen.

Bei mir ist das häufig so, wenn ich innerlich mit etwas anderem stark beschäftigt bin.
Z.B. wenn ich mich über etwas geärgert habe.
Ich kann mich dann erst wieder konzentrieren, wenn ich den Kopf von der Last befreit habe.

Hi alpha

Da strotzt du aber gut… ich muss viel soziologische Literaturlesen die oft scheiße geschrieben ist (Worthülsen in Massen, 5 Sätze werden zu 10 Seiten aufgebläht…) aber da von mir erwartet wird, dass ich DIESEN Text gelesenhabe kann ich mir nicht mal eben was anderes besorgen.

Und das hat dann leider sehr wenig mit meiner Leidenschaft für Religionswissenschaft zu tun.

lg
Kate

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Hallo, Kate,

das liegt daran, dass es bei wissenschaftlicher Literatur oftmals nicht um Information des Lesers geht, sondern um Profilierung und Selbstdarstellung des Autors.

Kaum zu glauben, dass derart hochintelligente Menschen, wie Professoren und Doktoren, andererseits so blöd sind :smile:

LG Rolo

hi daher empfehle ich den klassiker:

http://www.amazon.de/Uni-Angst-Uni-Bluff-heute-studi…

da steht die begründung drin, warum sie sich aufblähen und unnötig schlaulabern und -schreiben.

an der uni wird man nämlich dazu erzogen, es ebenso zu tun. glücklicherweise hatte ich einen professor, der uns dieses buch als pflichtlektüre vorgeschrieben hatte, wenn man bei ihm studieren wollte. er hatte nämlich keinen bock auf diese „seht her, wie ich um des schlauseins-willen schlau wirken kann“ -tour. er wollte uns dazu bringen, inhalte kurz und verständlich rüberzubringen. das buch hat es echt gebracht und so wähle ich heute noch literatur aus, die das auch kann. man muss nur aufpassen, ob man wirklich in der lage ist, unnötige kompliziertheit von höherer kompliziertheit, die MEHR inhalt bringt, zu unterscheiden.

dazu sollte man dann doch das studium nutzen und viele viele viele bücher einfach ausprobieren und sich einen eindruck verschaffen. das kann man nämlich nur während des studiums, später geht das zeitlich nicht mehr, oder kaum mehr.

Hi ^^

Danke für den schönen Link!

Ich habe festgestellt, dass auf meinen Studiengebieten auch ein richtiges Fantum ausgebrochen ist…
Manche Professoren und Dozenten sind einfach besondere Fans von bestimmten Autoren und setzen sie einem immer wieder vor, egal wieviel Müll sie schreiben oder wie unverständlich.

Andere verabscheuen bestimmte Autoren, obwohl sie anerkannt und eigentlich gar nicht so doof sind, man erfährt ohne über den Tellerrand zu gucken aber nie von ihnen.

Und was das Aufblähen angeht…
ich musste mal in einem Literaturgeschichtekurs ein Protokoll schreiben und unser Herr Worthülsenschmeißer sagte etwas von Sozietät
und ich habe natürlich fein mitgeschrieben.

ALs ich das Protokoll zurückbekam hat er gemosert, dass es dieses Wort doch gar nicht gäbe, und er es nie gesagt habe. Nur 5 Mal, hust.

Ich hab grad nachgeguckt: Das Wort gibt es, es heißt nur etwas völlig anderes.

lg
Kate

Wozu was dagegen machen?
Wenn das, was man liest, gegenüber anderen Themen, die einen beschäftigen, nicht wichtig scheint, so driftet man halt beim Lesen ab. Mir schiene dies normal und ok.

Zum Problem kann es sich doch - aus meiner Sicht - erst aufbauen, wenn man etwas lesenderweis zur Kenntnis nehmen MUSS (Studium, Arbeit etc.).

Aber auch dann schiene es mir angezeigt, sich einfach die Frage vorzulegen, wie wichtig einem dies ist bzw. sein soll.

Und Mancher schafft es, das Gelesene dennoch aufzunehmen, auch wenn er wegdriftet. Ich glaub, sonst hätte ich mein Studium vor 29 Jahren (äh, ist dies wirklich schon so weit weg???) nicht abschließen können. Ich bin beim Lesen der Fachbücher (Physik) dauernd abgekackt (sorry, fand kein abschwächenderes Wort) …