Absenkung Höchstgeschwindigkeit bei Konstruktion

Hallo zusammen,

ich habe da mal eine Frage idealerweise an einen Motorenentwickler:

Was würde es bei der Motorenkonstruktion ändern, wenn man ein Auto nicht für 180 km sondern z.B. nur für 130 km auslegen würde ?
Wäre die Folge ein grunds. spritsparenderes Auto ?

Ich könnte mir naiverweise vorstellen, dass man die Getriebeuntersetzung anders wählen könnte und dadurch mehr Kraft hätte und so letztlich einen kleineren und sparsameren Motor bauen könnte.

Bin gespannt

Wolfgang

Hallo,

wie hoch dreht denn ein modernes Auto bei Tempo 130? Ich glaube, viel länger würde man da Getriebe (oder Achse) nicht übersetzten, da sonst beim kleinsten Hügel die Puste ausgeht (so bei meinem Focus mit 55kw, der ca. 180 max. fährt) bzw. der Verbrauch dank Dauervollgas in die Höhe geht.

Die Frage ist, ob es nicht möglich/sinnvoll wäre, die Motoren so zu konstruieren (bzw. Zündung/Einspritzung so zu programmieren), dass die max. Drehzahl geringer wäre.

Oder liege ich da falsch?

Beste Grüße
Guido

Hallo,
es gibt doch heute viele Modellreihen mit gleichen Karosserien und unterschiedlichen Motoren. Da kannst Du die Verbraeuche vergleichen. Siehe Istverbraeuche bei spritmonitor.de Beim Normverbrauch sind die Unterschiede sehr gering, die gemessenen Geschwindigkeiten sind Stand bis 50km/h, kurz 100 und sehr kurz mal 120km/h, schneller wird nicht gemessen.
So kann es auch der Fahrer machen, er kann doch mit jedem schnelleren Auto nur 130 fahren.
Ist das Auto fuer hoehere Geschwindigkeiten geeignet, so tuckert es bei 130 locker vor sich hin, mit wenig Motordrehzahl und wenig Luftwiderstand, und haelt dabei ewig. Diesen Verbrauch behalte ich auch bei kleinerem Motor. Mache ich einen kleineren Motor in dasselbe Fahrzeug, der nicht mehr schafft, dann kaempft er mit Hoechstdrehzahl gegen denselben Luftwiderstand und ist bald kaputt. Er braucht bei gleicher Geschwindigkeit vergleichsweise denselben Sprit bei gleicher Motortechnik, evtl sogar mehr, speziell wenn an der Motortechnik auch gespart wurde. Die Ersparnis fuer den Fahrer liegt in weniger Kosten beim Kauf und in guenstigerer Besteuerung und Versicherung. Zusaetzlich kann man bei Bremsen, Reifen, Laermdaemmung, Gewicht der tragenden Teile sparen, wenn das Fahrzeug nur langsamer faehrt, vorausgesetzt, es gibt nicht eine schnellere Version, die diese Teile braucht. Daran hapert es. Niemand konstruiert ein Automodell nur bis zu 130km/h. Alles wird bis 200 oder mehr vorgesehen, und die Version mit dem Sparmotor braucht dann mindestens 80PS um den schweren Stahlkaefig ueberhaupt zu bewegen. Ein neues Modell ab 100km/h bis zum Rennmotor nur fuer 150km/h duerfte sich nach Meinung des Automarketing nicht rechnen.
Gruss Helmut

Hallo Helmut,
die rein physikalischen Randbedingungen sind hinsichtlich des Spritverbrauches eine Sache : Fahrwiderstände und Betriebspunkt im Motorkennfeld.
Das Fahrerverhalten ist eine andere ganz erhebliche Sache.
Setze ich einen größeren stärkeren Motor in das Auto, ist das Leistungsangebot größer. Und eine Erfahrung ist: Ein höheres Leistungsangebot wird idR auch ausgenutzt. Ergo höherer Verbrauch.
Ein kleinerer schwächerer Motor funktioniert zwar als Spaßbremse, führt deswegen idR automatisch auf ein ökonomischeres Fahrverhalten.
Beispiel : Mit unserem 1,2-ltr Kleinwagen (3-Zylinder) kommen wir im reinen Kurzstreckenbetrieb auf 7-8 Liter. Mit dem 2,8-ltr Gefährt (6 Töpfe, nmax 20% schwerer) 10-14 Liter.
Die Werte für ausgesprochen verhaltene Fahrweise über Land : 5 Liter gegenüber 8 Liter (weniger geht wirklich nicht).
Also: ein kleinerer Motor ist fürs Spritsparen hilfreich. Ob der größere Motor langlebiger ist, das kann man nicht sicher sagen.
Gruß
Karl