Hallo liebe Kundige,
was ist davon zu halten wenn einer neunzigjährigen mit Arteriosklerose von heute auf morgen ASS gestrichen wird, welches schon jahrelang genommen wurde.
Wie verhält es sich mit Fentanylpflaster welches ebenfalls jahrelang verabreicht wurde?
Wie immer danke ich für gute Antworten.
Kann man schlecht sagen.
Das Nutzen/Risikoverhältnis fast aller Medikamente wird heute hauptsächlich im Lebensalter zwischen 20 und 60 jahren erforscht.
Darunter und darüber wird es schon schwieriger das Einzuschätzen.
Und für ganz alte Menschen ganz besonders problematisch.
Das nächste Problem ist, die Medikamente werden in der Regel nur in der Monotherapie erforscht, und dann auch höchstens in der kurzen bis mittleren Frist.
Was man davon halten, wenn bei einer 90jährigen Patientin mit Arter.
das ASS gestrichen wird, ohne dass die ganzen Umstände dazu bekannt sind,
das ist schon eine sehr hohe Kunst, da was von zu halten.
Wenn man keine Zeit hat, um für eine medizinische Frage 10 Zeilen zu schreiben, solche Fragen am besten direkt bei Parawissenschaften reinstellen.
Ältere Menschen bekommen auch häufig sehr viele Medikamente von mehreren Ärzten, ohne dass das genau abgesprochen wird;
da kann es durchaus auch schon mal sinnvoll sein, einige Medikamente zu streichen und nach Prioritäten vorzugehen.
Wenn man davon ausgeht, dass das ASS medizinisch notwendig ist, und nur aus Kostengründen gestrichen worden ist, eventuell über eine kostengünstige Möglichkeit nachdenken bzw. besprechen:
ASS gibt es in den Versandapotheken in größeren Mengen relativ günstig.
100 Tablett. a 100 mg kosten um die 2 Euro; bei einer tagesdosierung von 100 mg wären das dann 60 cent im Monat.
Hallo Michael,
ob es notwendig ist, ein Medikament sofort abzusetzen, ist von den individuellen Umständen abhängig. Was ist bei dieser Patientin also der Grund für das Absetzen? Der behandelnde Arzt wird das beantworten, wenn man es wissen möchte.
Ob es verträglich ist, ein Medikament schlagartig abzusetzen? Manchmal ist es notwendig (z.B. ASS vor Operationen) und nicht immer geht es ohne Störungen des Befindens ab. Manchmal ist, wenn möglich, ein schrittweiser Abbau besser.
Da wir aber nichts über den Hintergrund dieses Krankheitsfalles wissen, kann es gute Antworten auf deine Fragen eigentlich nicht geben.
Montanus
Kurz zu der Frau. Sie hat hochgradige Arteriosklerose. Hände und Füße sind besonders betroffen. Seit dem Absetzen klagt sie, soweit man es verstehen kann über sehr starke Schmerzen in Händen und Füßen. Auf den Füßen kann sie deshalb nicht stehen. Wegen Arteriosklerose ist sie schon sehr lange bei der Ärztin in Behandlung, die nun fast alle Medikamente abgesetzt hat. Der Zustand scheint unerträglich zu sein. Was tun? Die Ärztin lässt in dieser Beziehung nicht mit sich reden, warum auch immer.
Hallo Michael,
was heißt: Die Ärztin lässt nicht mit sich reden?
Dass sie über ihre Entscheidung nicht diskutieren will,mag verständlich sein. Es ist ihre Entscheidung und sie muss sie verantworten.
Aber warum sie das tut, müsste sie den Angehörigen schon erklären.
Wenn sie das verweigert, sollte man sich nach einem/r anderen Arzt/Ärztin
umsehen.
Montanus