auf meine frage, was denn mein neuer nachbar gerne mal trinkt, wurde mir „absinth“ gesagt. da ich aber nichts davon verstehe, und ihm statt eines gesundheitsschädlichen gift-geschenkes eine wirkliche freude machen möchte, frage ich euch: was sollte ich da kaufen, so dass er strahlt? kann ruhig was kosten, qualität soll´s sein!
Da man ausser dem Absinth nichts weiß über Dich und/oder den Nachbar isses wahrlich die Nadel im Heuhaufen. Wenn es was kosten darf gibt es soviel Luxusgüter zum verschenken.
(…) eines gesundheitsschädlichen gift-geschenkes
eine wirkliche freude machen möchte (…)
Erstens, solche Nachbarn würd ich mir auch wünschen
Zweitens: Gift kannst Du nicht kaufen, zumindest nicht legal. Seit der (Wieder)Genehmigung von Artemisium Absinthium (=Wermut, =Namensgeber für das Gesöff Getränk) in alkoholischen Getränken ist der Thujon-Gehalt fest reglementiert. Sprich: Blöd inner Birne macht primär der Alkohol
Mag es bei manchen Tschechischen Produkten anders sein (gerüchteweise NATÜRLICH ), aber im Prinzip ist alles, was Du in D kaufen kannst eher harmlos, vom Alkohol mal abgesehen.
Ein schöner französischer oder Schweizer Absinth (obacht: teuer) kommt sicherlich gut. Ansonten: Zubehör, falls er noch keines hat.
Empfehlung zur Auswahl: Vorab alle Produkte ausscheiden, die sich mit dramatischem Alkoholgehalt (es hat welche mit 80 Umdrehungen!) brüsten. Die würde ich einem Absinthfan genauso wenig zumuten wie ich einem Bierfan irgendwelche Produkte der Frankfurter oder Mannheimer Großbrauereien, versetzt mit Bananen- oder Vanillearoma zumuten würde: Mödelein kommen und gehen, und alle Fünfzehnjährigen brauchen was, mit dem sie den Pappa schockieren können.
Eine weiteres Kriterium kann das Etikett sein: Mit Schocker-Etiketten, auf denen „Tabu“ oder „Dracula“ oder sowas neben reißerischen und schlecht gestalteten Darstellungen irgendwelcher Gespensterfratzen steht, werden oft genug Absinthe äußerlich aufgemotzt, die in ihrem Inneren ziemlich ärmliche Mixturen sind.
Mein persönlicher Liebling nicht bloß beim „kastrierten Absinth“ Pastis, sondern auch beim Absinth ist Henri Badouin. In dieser Richtung, d.h. von den Destillen mit großer Tradition, ist allerlei Erfreuliches zu finden.
Auf die Franzosen wurdest Du schon hingewiesen; Spanier in der Regel etwas ruppiger, aber da hats auch schöne dabei. Die Absinthe aus deutscher Produktion haben eine ziemlich große Bandbreite zwischen ganz oben und undiskutabel, also eher nicht, wenn man sie nicht selber probieren will. Von Tschechen täte ich lieber die Finger lassen, da ist undiskutabel leider in der Mehrheit.