Hallo Leute,
jetzt habe ich zum wiederholten Male ein Objektiv, das für M42 / Exakta gebaut wurde, auf Nikon-Anschluß umgebaut und musste wieder feststellen, dass eine Unendlich-Einstellung damit nicht möglich ist.
Bei handelsüblichen Adaptern M42 auf Nikon steht zwar immer dabei, dass damit eine Unendlich-Einstellung nicht mehr möglich ist, aber das ist mir irgendwo klar, weil diese Adapter ja ganz billige einfache Einschraubadapter sind, die ihre eigene Dicke von 2-3 mm dem Abstand Hinterlinse des Objektivs zum Chip der Kamera hinzufügen.
Bei meine Umbauarbeiten nehme ich aber immer das M42-Gewindeteil weg und montiere statt dessen ein originales Nikon-Bajonett, das Argument des zusätzliche Abstands fällt da weg (oder ich feile den Abstand am Aluminiumkörper weg), aber:
Die hinterste Linse eines Objektivs darf beim Nikon-Bajonett nicht mehr als 8,5 mm „eintauchen“ (also tiefer in das Kameragehäuse hinein ragen als die Bajonett-Auflagefläche), sonst stößt der Schwingspiegel an der hintersten Linse an.
Mein letzter Umbau war z.B. ein 55mm f/1.4 Objektiv, dessen riesige Hinterlinse 1 mm tiefer eintauchen müsste als sie darf, um auf Unendlich scharf stellen zu können.
So kann ich leider nur bis etwa 5 m scharfstellen.
Warum ist der Abstand vom Bajonett zur Chipoberfläche bei Nikon z.B. 47,5 mm und bei anderen Kameras kleiner?
Fragt Beuteltier
Hallo Beuteltier,
soweit ich weiss ist seit 1959 46,5mm das Nikon Auflagenmaß das aus Kompatibilitätsgründen nie geändert wurde, im Gegensatz zu anderen Marken.
vielleicht ist es der 1mm Irrtum der das Problem macht ?
Ansonsten warum, und was sich Nikon 1959 gedacht hat, kann ich dir nicht beantworten, auch wenn es die eigentliche Frage war.
Offline
Hallo Offline,
VIELEN DANK für denn Link zum Flaschenboden, hat mir SEHR geholfen!
Demnach habe ich als langjähriger Freund der gelben Fraktion (ok, 2 Jahre lang hatte ich eine Canon EOS 20D, aber meine erste Nikon habe ich vor 30 Jahren gekauft) sozusagen den Längeren gezogen 
Nur Leica R hat mit 47 mm ein um 0,5 mm tieferes Auflagemaß als Nikon mit 46,5 mm (hatte mich vermessen, ich traute mich nicht mit dem Stahlfühler der Schublehre ganz bis auf den Tiefpaßfilter des 10MegaPixelSensors zu stoßen, sondern habe bis zum Befestigungs-Rand des Chips gemessen und gefühlsmäßig 2 mm zugegeben, jetzt weiß ich dass 1 mm gereicht hätte), alle anderen KB-Kameras haben weit kürzere Auflagemaße!
Jetzt habe ich auch gesehen, daß genau 1 mm Unterschied zum M42-Anschluß ist, damit erklärt sich auch der 1 mm der mir zur Unendlicheinstellung fehlt.
Gruß
Beuteltier
Hallo Offline,
Ich habe ja bisher bei allen M42-Objektiven die ich mir für Nikon umgebaut habe 1 mm weggefeilt bzw. gesägt, und wo die Hinterlinse zu weit in den Spiegelkasten gereicht hätte (8,5 mm tiefer ist absolutes Maximum, sonst stößt der Spiegel an) habe ich halt eine Streulinse (bzw. einen Linsensatz) hinter die hinterste Linse und die Brennweite des Objektivs damit deutlich verlängert, was bei einem Tele ja nicht unbedingt schlecht ist.
Aber an meinem neuen 1,4 / 55 mm wollte ich das nicht machen, weil ich ja gerade die hohe Lichtstärke und die kurze Portrait-Brennweite behalten wollte.
So habe ich heute bei einem Optikergeschäft mir eine Fern-Brille für das Objektiv schleifen lassen:
Das Objektiv geht bloß bis 4 m in die Weite scharfzustellen, also habe ich eine -0,25 Dioptrien vergütete Linse mit 57 mm schleifen lassen und vor das Objektiv in einen alten Filterhalter geklebt.
SUPER!
Gruß
Beuteltier