Abwasser

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,
ich habe im letzten Jahr ein freist. Haus BJ 1960 gekauft und alles mit meinem Mann selber renoviert und saniert. Im Zuge einer Kamerageführten Untersuchung unserer Abwasserrohre wurden starke Beschädigungen festgestellt (Steinrohre defekt, Höhenversatz, etc.). Nun zu meiner Frage:
Wie wird die Dichtheitsprüfung genau durchgeführt? Wir haben neue KG-Rohre verlegt. Ein Kellerablauf mit Rückstausicherung ist eingebaut und an die neue Hauptabwasserleitung angeschlossen. Die Hauptabwasserleitung hat kurz vor dem Kellerausgang einen neuen Rückstauverschluss mit Revisionsöffnung, sodass man von da aus ins Haus rein- und vom Haus weggucken kann mit der UW-Kamera. Ca. 2 Meter nach (also außerhalb des Hauses) dem Rückstauverschluss soll das alte, noch intakte Regenrohr mittels Abzweig angeschlossen werden und eine Ringdrainage aus alten Tonrohren. Beide werden mittels Abzweig und Übergängen von Tonrohr auf KG angeschlossen.
Können die sogenannten Blasen für die Dichtheitsprüfung von der Revision aus in diese Abzweige gesetzt werden? Weil wenn nicht, kann ja kein Druck aufgebaut werden, da z.B. eine Drainage ja sonst ihren Zweck verfehlen würde. Ich wäre sehr dankbar für schnelle Antworten, da wir dieses BVH auch abschliessen möchten.

Vielen Dank im voraus.

Da sollten Sie sich an einen Kanal-Experten wenden, die Fragen gehen doch sehr weit über das hinaus, was ein „Freiwilligen-Forum“ stemmen kann und will.

Gruß
Rudolf

Trotzdem dankeschön. Hätte ja sein können, dass schon mal jemand das gleiche Problem hatte.

Gruß
Kerstin

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Hallo Kerstin1976:
Ich versuche mal, so gut wie möglich zu helfen.
In der Regel gibt es 2 Verfahren zur Überprüfung:
1.) Durch geeignete, zugängliche Öffnungen wie z.B. Kanalschächte oder Revisionsöffnungen im Kellerbereich werden per Hand die erforderlichen aufblasbaren Dichtungselemente(Blasen) eingebracht und es wird mit Luft oder Wasser die gesperrte Strecke gefrüft, der Prüfdruck ist 0,5 bar, was einer Wassersäule von 5,00 m senkrechter Höhe entspricht. Die Prüfdauer beträgt i.d. R. 3,00 bis 5,00 Min., je nach Rohrdurchmesser Ø 100 bis Ø 200 mm. Probleme treten dann auf, wenn zugefürte Leitungen per Abzweige an die Prüfleitung angeschlossen sind. Diese „Zugänge“ müssen dann auch abgedichtet werden, sonst macht die Sache keinen Sinn.
2.) Wenn man keine sog. Revisionsöffnungen hat in der Grundleitung (ScHächte etc.) dann kann man nur per ferngesteurten Gerät die Strecke schließen oder prüfen. Es gibt sogenannte fahrbare Roboter mit Kamera, die bis an die Einschiebmuffen(Steckmuffen der KG-Rohre z.B.) heranfahren und diesen Bereich sowohl prüfen auf Dichtigkeit und bei erwiesener Undichtigkeit mit einem Art Gel die Stelle mit Überdruck verschließen.
Anschließend wird nochmals kurz geprüft auf erfolgreicher Dichtigkeit.
Dieses Verfahren ist teurer, aber man kann alle Stellen erreichen und alle Arbeiten werden mittels Video dokumentiert, Start-Länge-Abzeig links oder rechts-Prüfdruck-Datum–usw… Der Kunde erhält dann ein Viedeoband und entsprechende Prüf-Protokolle.
Drainagen an eine Abwasserleitung anzuschließen ist eigentl. nicht erlaubt, da dann zusätzl. sog. „Fremdwasser“ mit in die komunale Kläranlage eingeleitet wird. Das finden die Abwasserwerk „offiziell nicht gut“ aber „inoffiziell schon, weil dann mehr verdünnte Spülmenge an Abwasser“ ankommt, lt. einem mir bekannten, aber anonym bleibenden Abwasserexperten.
Es wird aber selbst heute noch gerne aber unerlaubt gehandhabt, um den eigenen Keller relativ trocken zu halten.
Ich hoffe, ich konnte helfen, ansonsten bitte ein regionales Unternehmen suchen, ein Kostenangebot erstellen lassen oder im Bekanntenkreis nachfragen.
Grüße

Vielen Dank für die wirklich anschauliche Beantwortung meiner Frage. Hat auf jeden Fall geholfen.

Gruß
Kerstin

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Hallo,
leider kenne ich mich damit nicht aus.
Ich bin mehr Fachmann auf dem Gebiet der Abwasserbehandlung.

Gruß Holger

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Trotzdem danke, habe mittlerweile jemanden gefunden, der mir die ganze Sache erklärt hat.
Gruß
Kerstin

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