13.03.2015 Guten Tag Ich meine, im Fernsehen und im Internet wurde mal darüber berichtet, dass in Orten und Gemeinden zuerst Regenwasserkanäle eingerichtet wurden und dafür Gebühren erhoben wurden, aber man kurze Zeit später die Bürger aufforderten, mehr Wasser zu verbrauchen, weil durch zu wenig Wasser die Schmutzwasserkanäle versumpften. Aber ich finde den Artikel nicht mehr. Und auch beim MDR, der meines Erachtens darüber berichtet hat, findet man nichts. Ist hier jemand mit mehr Wissen? Gruss untoterRentner
Hallo untoterRentner,
was genau möchtest Du denn wissen?
Es ging in dem Artikel (den ich selber nicht gelesen habe) sicherlich darum, dass die Städte und Stadtwerke immer häufiger Probleme haben, ihre Kanalisationen geruchsfrei zu halten und die schnelle Versumpfung zu verhindern. Das liegt daran, dass immer mehr Menschen immer weniger Wasser verbrauchen, zum Einen weil sie aus umwelttechnischer Sicht auf ihren Wasserverbrauch achten oder weil sie Geld sparen wollen. Auch die modernen Geräte verbrauchen einfach viel weniger Wasser. Dadurch muss die Stadt (bzw. die Kanalnetzbetreiber) immer häufiger die Kanalisation mit Reinigungswagen durchspülen, was natürlich Geld und Arbeitskräfte kostet. Daher wurde irgendwann mal dazu aufgerufen wieder mehr Wasser zu verbrauchen, damit die Kanalisation nicht so schnell versumpft. Was nun wirklich gut und richtig ist, vermag ich nicht zu sagen. Aus technischer Sicht ist es sicherlich ein Problem, was aber m.E. nicht vom Bürger sondern von den Kanalisationsnetzbetreibern zu lösen ist. Es gibt auch tatsächlich Gemeinden, die Ihre Trennkanalisationen wieder zu Mischkanalisationen umbauen um genau dieses Problem zu beheben.
Vielleicht konnte ich Dir ein bisschen helfen. Wenn nicht sag doch mal genauer, was Du wissen willst.
LG
André
13.03.2015
Hallo Andre´
Ja es geht um Trennkanalisation. Wo finde ich Berichte, welchte Städte diese wieder aufgehobn haben.
Grund: In den letzten Jahren haben die Städte in NRW in die Strassen Regenwasserkanäle eingebaut; für diese Baumassnahme mussten die Anwohner natürlich zahlen.
Jetzt wollen die Städte aber die Hausbesitzer zwingen, ihre teilweise weit abseits liegenden Häuser auf ihre Kosten durch einen zweiten Kanal an die Regenwasserkanäle anschliessen zu lassen.
(Um die Nichtanschliesser zu finden, leiten sie sogar Dampf in die Kanalisation, der dann in den Häusern aus WCs etc. herauskommt.)
In manchen Fällen würde das (laut Installateuren) bedeuten, dass die Bewohner anschliessend häufiger Wasser laufen lassen (und verbrauchen) müssten, damit ihre alten Abwasser-Abläufe - vom Haus zur Strasse - nicht versumpfen und die Fäkalien stecken bleiben.
Gruss uR
Servus,
diese Berichte wären allenfalls Berichte über eine fehlerhafte Konzeption eines Kanalisationssystems und nicht über den Unsinn einer separaten Kanalisation (was Du vermutlich suchst): Der Sinn einer separaten Kanalisation für Oberflächenwasser ist, dass die Kläranlage nicht mit Unmengen sauberen Wassers belastet wird. Der Sinn des Prinzips geht nicht weg, wenn man bei der Konzeption einer konkreten Anlage an einem Ort vergisst, an geeigneten Stellen eine geregelte Verbindung der Systeme vorzusehen, die es möglich macht, mit Oberflächenwasser dann zu spülen, wenn es nötig ist, und nicht zufällige Mengen von Oberflächenwasser in die Kläranlage zu drücken.
Schöne Grüße
MM
Hallo MM
Dein Kommentar geht haarscharf am Thema vorbei. Bist Du bei einer kommunalen Abwasser-Org angestellt?
Die Abwasser-Rohre von den Häusern zu den Strassen versumpfen nämlich auch, wenn Deine schöne geregelte Verbindung besteht.
Gruss uR
Hallo untoterRentner,
Ich meine, im Fernsehen und im Internet
wurde mal darüber berichtet, dass in Orten und Gemeinden
zuerst Regenwasserkanäle eingerichtet wurden und dafür
Gebühren erhoben wurden, aber man kurze Zeit später die Bürger
aufforderten, mehr Wasser zu verbrauchen, weil durch zu wenig
Wasser die Schmutzwasserkanäle versumpften.
Das ist wieder so eine Geschichte, welche von der Idee her vernünftig wäre, aber technisch nur halbherzig umgesetzt wird 
Das Trennen von „sauberem“ Meteo- und schmutzigem Abwasser ist eigentlich vernünftig.
Das Meteowasser muss nicht in einer Abwasseranlage behandelt werden, dadurch kann die Abwasserreinigungsanlage kleiner ausfallen. Ein weiteres Problem ist die Bio-Stufe in der Reinigung. Wenn hier zu viel Meteo-Wasser durch geht, haben die Bakterien nichts zu fressen und verhungern. Wenn dann die Regenperiode vorbei ist, müssen sich die Bakterien erst wieder vermehren, bis die Bio-Stufe wieder ihre Leistung erbringen kann.
Hier in Basel hat die Chemische Industrie zusammen ihre eigene Abwasseranlage so in den 70er Jahren gebaut. Leider ist man bei der Planung von normalen Anlagen ausgegangen, welche kommunale Abwässer reinigen. Nach Feiertagen, wie z.B. Ostern, hatte man immer zu hohe Werte im Abwasser. Es dauerte eine Weile, bis man erkannte, dass ganz einfach die Bakterien verhungern, weil keine Abwässer erzeugt werden. Gelöst wurde das Problem dann, mit einigen grossen Schmutzwassertanks. Über die Feiertage wird jetzt das Schmutzwasser aus den Tanks zugesetzt, damit die armen Viecher was zu fressen haben.
Das andere Problem ist, dass jeder Kanalquerschnitt einen bestimmten minimalen Wasserdurchsatz benötigt um nicht zu versumpfen.
Nun kam man auf die Idee die Leute zum Wassersparen zu bewegen, dazu legt man die ganzen Unterhaltskosten auf den Wasserpreis um.
Das funktioniert auch tatsächlich!
Nun versumpfen aber die Kanäle, da der nötige Durchfluss nicht mehr erreicht wird.
Nun muss aber der Wasserpreis steigen, weil der Aufwand für den Unterhalt steigt (Reinigen, durchspülen).
Jetzt sparen die Leute noch mehr Wasser …
Eigentlich alles einfache Zusammenhänge, welch auch seit ewigen Zeiten bekannt sind.
Grundsätzlich müsste man die Kanalquerschnitte verkleinern, da die Leute weniger Wasser verbrauchen, damit der Durchsatz für eine Selbstreinigung der Kanäle wieder erreicht wird. Erst recht ist dies nötig, wenn man das Wasser noch in Meteo- und Abwasser trennt.
Aber dazu fehlt dann irgendwie das Geld, dies richtig umzusetzen 
Eigentlich alles ganz logisch und einfach zu verstehen!
MfG Peter(TOO)
Nobel geht die Welt zugrunde
Servus,
ja, ich sehe schon - Du hast gehobene Ansprüche und lässt das Trinkwasser, in das schon vorher drei reingepinkelt haben, gerne den anderen, die rheinabwärts wohnen.
Für Deine persönliche Wasserspülung könntest Du z.B. Bad Teinacher Hirschquelle verwenden. Und für die Sockenwäsche vielleicht Volvic?
Schöne Grüße
MM
Hallo!
Du bringst da viel durcheinander. Aus dem Klo raucht es nie, aber aus den Dunsthauben der Rohrbelüftung auf dem Dach.
das mit dem Dampf (das ist künstlicher Nebel(wie in Disko) oder Rauchpatronen(farbig) macht man um unzulässige Einleitungen von Regenwasser ins Schmutzwassernetz nachzuweisen.
Da käme dann der Rauch aus den Dachrinnen und man hat den Beweis, Regenwasser kommt in Schmutzwasserltg. rein.
Das ist unerwünscht, weil es das Klärwerk belastet, nicht mit Schmutz, aber mit Menge !
Man darf auch sein Regenwasser auf eigenem Grund verrieseln lassen, so kommt es wieder dem Grundwasser zu gute. Auch das ist ausdrücklich erwünscht !
Aber wenn man eben große befestigte Flächen oder Dächer hat, dann fällt viel an und dann kann man evtl. es nicht selbst versickern lassen. Dann muss man sich ans öffentliche Regensiel kostenpflichtig anschließen.
darum geht’s, nicht vordergründig um Einnahme von neuen Gebühren für das Regenwasser. Das erheben viele Städte ja sowieso, auch und gerade beim Mischsiel.
Wegen des allgemeinen Wassersparens sind die alten Kanäle heute zu groß, sie verschmutzen mehr( wird nicht selbstreinigend ausgespült), sie müssen mit hohen Kosten gereinigt werden.
teilweise baut man sie gegen kleinere Querschnitte zurück.
Deshalb die Aussage der Kanalnetzbetreiber, man solle mit dem Wassersparen eher aufhören, nicht noch weiter einsparen, wegen den Problemen mit dem veralteten Kanalnetz. Denn bezahlen müssen es immer die „sparsamen“ Bürger.
Frischwasser bleibt meist preiswert, aber der enthaltene Abwasseranteil steigt und steigt.
MfG
duck313
Hallo Peter „Eigentlich alles ganz logisch und einfach zu verstehen!“ Stimmt, aber das löst mein persönliches Problem nicht. Wenn ich den Befehlen der Kommune gehorche und zusätzliche Regenwasser-Rohre vom Haus bis zur Strasse verlegen lasse, muss ich anschliessend viel frisches Wasser durchs Klo spülen, damit meine Abwasser-Rohre die Fäkalien weitertransportieren. Im Klartext: Ich muss mehr Geld zahlen als bisher und der Natur schadet es, weil ich unnötig Frischwasser verbrauchen muss.
Ich wünschte, MM würde sich aus der Diskussion heraushalten; er versteht überhaupt nicht, worum es geht, und schreibt wie ein arroganter Armleuchter.
Hallo!
Unsere Anschlussleitung ist mehr als 30m lang bis zur Einmündung in den Straßenkanal
und ist heute noch so sauber wie am ersten Tag.
Das Regenwasser wird in eine Sickergrube geleitet, ebenso das Oberflächenwasser der
Garageneinfahrt.
Bei richtiger Verlegung und Wahl des richtigen Rohrmaterials sollte die anfallende
Wassermenge durch duschen, Klospülung, Waschmaschine und Geschirrspüler
ausreichen um die Rohre sauber zu halten.
MfG
airblue21
Hallo!
Bei richtiger Verlegung und Zustand der Abwasserleitung bleibt nichts liegen ! Gefälle und Querschnitt und Spülmenge des WC-Spülkastens sind so bemessen, das alles bis ins Hauptsiel gespült wird.
Aber gerade die alten Leitungen sind im Zustand schlecht. Auch deshalb wird ja demnächst eine Dichtprobe verlangt und man wird Leitung sanieren müssen.
Und das man Regen ins Schmutzwasser schon auf eigenem Grund einleitete ist eine ganz große Ausnahme. Das wäre durchgängig eher die Ausnahme.
Und umgekehrt wird das nicht etwa jetzt extra angestrebt.
MfG
duck313
hi,
Im Klartext: Ich muss mehr Geld zahlen
als bisher und der Natur schadet es, weil ich unnötig
Frischwasser verbrauchen muss.
Wo ist das Problem, Regenwasser aufzufangen und damit kontrolliert und begrenzt zu spühlen ohne bei jedem Wolkenbruch die Kläranlage zu überlasten?
grüße
lipi
Hallo,
dass Wassersparen zu Verstopfungen bzw. zu verstärkten Ablagerungen oder biogener Schwefelsäurekorrosion in den Kanalisationen führen kann, ist kein Geheimnis:
http://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps…
Dass es von einer Gemeinde die Aufforderung gegeben hat, dass die Bürger mehr Wasser verbrauchen sollen, um die Kanäle zu reinigen, kann ich mir aber nicht vorstellen.
Auch gibt es keine Netzbetreiber in Deutschland, die ein Trennsystem aus diesem Grund wieder in ein Mischsystem umgewandelt haben. Selbst wenn ein Kanal 4 mal im Jahr gereinigt werden müsste sind dies nur sehr geringe Kosten im Vergleich zu Tiefbauarbeiten.
Außerdem müssten diese Kommunen ausbezahlte Fördergelder von Land/Bund/EU wieder zurückbezahlen. Hinter einer Umstellung auf Trennsysteme stecken immer auch Fördergelder.
Kommunen können die Bürger zwingen, das Regenwasser vom Grundstück an den öffentlichen Regenwasserkanal anzuschließen, wenn diese bisher in den Schmutzwasserkanal einleiten. Alternativen wären die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung (z.B. Versickerung oder Speicherung und Nutzung), wie in der DIN 1986 Teil 100 gefordert wird.
Eine Speicherung und Nutzung wird übrigens auch in einigen Kommunen gefördert.
Bei uns gibt es vom Netzbetreiber zwischen 960.-EUR und 1200.-EUR für den Bau einer Zisterne mit Brauchwassernutzung.
Die Umstellung auf Trennsystem ist in der Abwassersatzung verankert. Da die Widerspruchsfrist für die Satzungsänderung wahrscheinlich schon lange abgelaufen ist, hast Du da kein Chance dagegen anzukommen.
MFG Alexander Kreis
Hallo Rentner,
es ist genauso wie Du es beschrieben hast. Die Spartasten sind der Tod der Kanalisation. Beim „kleinen Geschäft“ mag die Taste ja o.k. sein, aber alles andere bleibt in den Rohren hängen und muss mühevoll durch die gemeinden freigespült werden.
Wer versiegelte Flächen hat und diese an den Kanal anschließt, muss dafür Gebühren zahlen. Die Gartenbesitzer haben Ihrerseits wieder Sammelbehälter aller Art aufgestellt / gebaut, um auch bei trockenem Wetter im Sommer gießen zu können (spart Kosten, keine Frisch/ Trinkwasserentnahme und keine Schmutzwasser Gebühr.
Nur die wenigsten Gemeinden sind darauf eingestellt, die Kanäle doppelt ausgeführt zu haben, da sehr aufwändig. Statt dessen machen sie den Häuslebauern eine Vorschrift (so hier in Mülheim), das die Niederschlags-Abwässer auf dem Grundstück in Sisternen gesammelt werden müssen und dort ins Erdreich versickern. Damit kann man mühelos große Neubau-Flächen schaffen, ohne dass die alten bestehenden Kanalrohre zu eng werden (Rückstau).