Abweichung Schreibung - Aussprache

Hallo!

Ich hab gestern einen Artikel gelesen und bin irgendwie bei dem Wort „standardisiert“ hängen geblieben. Beim längeren Nachdenken darüber fiel mir auf, dass ich immer „standar_t_isiert“ sage, obwohl ich von den zwei -d- weiß und es auch immer so schreibe.
Als nächstes fiel mir ein, dass ich sehr oft „Standart“ lese, hier im Forum oder auch anderswo.

Jetzt ist meine Frage: Sprech nur ich im Prinzip falsch oder machen das viele? Ist es wirklich falsch oder gibt es vielleicht sogar eine Regel zur „Erweichung“ (? kenn den Fachbegriff nicht), obwohl mir das im Deutschen jetzt fremd wär und ich auch keine anderen Beispiele kenne? Wenn viele falsch sprechen, kommt oben genannter Schreibfehler vielleicht daher?

Ich hab im Moment leider keinen Deutschen um mich rum, um selber zu forschen, deswegen würde mich eure Aussprache und Meinung interessieren. :smile:

Liebe Grüße
Thorid

Falschsprechung
Anders als bei Chemie (im Saarland als „schemieh“ gesprochen, in südlicheren Gegenden als „Khemie“) ist „standart“ eine echt falsche Aussprache wie bei „übrigends“ bei mir. Es hat nämlich kein „d“ am Ende.

falsch sprechen, kommt oben genannter Schreibfehler vielleicht
daher?

Nu ja, „d“ und „t“ am Wortende sind in der Ausschbrache doch sehr nahe, so dass diese Verbuchselung der Wechselstaben leicht geschehen kann. Besonders bei Amateursprechern, die gerne die Wortenden unter den Tisch fallen lassen.

Gruß

Stefan

Nu ja, „d“ und „t“ am Wortende sind in der Ausschbrache doch
sehr nahe, so dass diese Verbuchselung der Wechselstaben
leicht geschehen kann

Nein, sie sind nicht nur „sehr nahe”, sondern absolut identisch:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Auslautver…

Gruß Gernot

Hi,

nur noch als ergänzung: das nennt man Auslautverhärtung. wir sagen auch baht (Bad) und hunnt (Hund) etc… Das ist übrigens eine der Eigenarten des DEutschen, die am heftigsten für einen deutschen Akzent im Englischen verantwortlich sind.

Die Franzi

Nu ja, „d“ und „t“ am Wortende sind in der Ausschbrache doch
sehr nahe, so dass diese Verbuchselung der Wechselstaben
leicht geschehen kann

Nein, sie sind nicht nur „sehr nahe”, sondern absolut
identisch:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Auslautver…

Gerade bei diesem Beispiel stimmt es aber nicht. Im Fall von -ng/-nk geschieht keine richtige Auslautverhärtung.

Ostlandreiter

Hi,

Gerade bei diesem Beispiel stimmt es aber nicht. Im Fall von
-ng/-nk geschieht keine richtige Auslautverhärtung.

Ergänzung: Da geschieht gar keine. -ng und -nk sind völlig verschiedene Lautgruppen. -ng ist nur der Nasal, der ist immer stimmhaft (=weich). Ich wüßte nicht, ob ein stimmloser NAsal überhaupt vorstelbar ist … kA. -nk dagegen ist eine Schreibkonvention für nasal + k. und das K ist ja schon hart (= stimmlos)

Die Franzi

Anders als bei Chemie (im Saarland als „schemieh“ gesprochen,
in südlicheren Gegenden als „Khemie“) ist „standart“ eine echt
falsche Aussprache wie bei „übrigends“ bei mir. Es hat nämlich
kein „d“ am Ende.

Hallo Stefan!

Danke für deine Antwort, es ging mir jedoch eher um das Wort „standardisiert“ als um den „Standard“. Das bei letzterem niemand ein echtes -d- spricht, ist klar, bloß wie sieht es bei ersterem aus? Was sprichst du da?

Liebe Grüße
Thorid

Hallo Thorid,

obwohl mir das im Deutschen jetzt fremd
wär und ich auch keine anderen Beispiele kenne?

Wie wäre es mit dem „Konfirmand“, ich spreche das als Konfirmant und hatte auch lange Zeit Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass es hinten wirklich mit weichem D geschrieben wird. Logisch ist mir das bis heute nicht… (ich bin Muttersprachler Deutsch)

Wenn viele
falsch sprechen, kommt oben genannter Schreibfehler vielleicht
daher?

Möglich.

Liebe Grüße, bin gespannt, was die Anderen schreiben…

Alexander

d vs. t

„standardisiert“ als um den „Standard“. Das bei letzterem
niemand ein echtes -d- spricht, ist klar, bloß wie sieht es
bei ersterem aus? Was sprichst du da?

„schdandardisierth“ und … tatsächlich auch mal „schdandarthisierth“. Sehe ich aber als falsch an und würde mich dann neu aufnehmen. Beim rumprobieren kommt es mir vor, als ob ein „th“ (also die zwote, falsche Variante) sich leichter schnelle sprechen lässt (ich glaube, ich müsst auch mal meine Interpunktion bei Adjektivfolgen überdenken).

Also zur Unterscheidung (insofern ich mal selten genug klar spreche) kommt bei mir beim „t“ ein kurzes leichtes Zischen hinterher.

Gruß

Stefan

lustige Falschschreibung bei Wikipedia
Hallo Ostlandreiter,

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Auslautver…

Gerade bei diesem Beispiel stimmt es aber nicht. Im Fall von
-ng/-nk geschieht keine richtige Auslautverhärtung.

Auf den Link bin ich durch Zufall gestoßen, als mir die Variante mit „k” im Such-Eingabefeld bei Wikipedia beim langsamen Eintippen vorgeschlagen wurde.

Da saß jemand bei der Wikipedia wohl der Schalk im Nacken: Natürlich ist die Auslautverhärtung auf Nasale wie auf sonstige Sonoranten nicht anwendbar, auch wenn sie im Falle von mit einem zweiten Graphem realisiert werden, das normalerweise für einen stimmhaften Obstruenten steht.

Ebenso böte es sich an, für den Begriff „*Haplolologie” bei Wikipedia eine Weiterleitung auf „http://de.wikipedia.org/wiki/Haplologie einzurichten.

Schade eigentlich, dass auch die Haplologie so wenig auf sich selbst Anwendung findet und nicht einfach „Haplogie” heißt.
:wink:

Gruß Gernot

Wie wäre es mit dem „Konfirmand“, ich spreche das als
Konfirmant und hatte auch lange Zeit Schwierigkeiten zu
akzeptieren, dass es hinten wirklich mit weichem D geschrieben
wird. Logisch ist mir das bis heute nicht… (ich bin
Muttersprachler Deutsch)

Hallo

der Informant informiert - der Konfirmand konfirmiert aber nicht, er WIRD konfirmiert.

Nur eine Vermutung von mir, ich wälze nicht nächtelang den Duden.

Gruss Reinhard