Hallo, folgende Frage: Als Vorteil einer Währungsabwertung wird immer angegeben, dass unserer Waren dann billiger werden und wir somit mehr verkaufen, sprich exportieren. Ist dies wirklich so gut? Zwar verkaufen wir mehr und wir bekomme ja gleich viele Euros. Diese sind aber im Vergleich zu anderen Währungen weniger Wert, dass heißt ich kann mir weniger dafür kaufen. D.h. doch im Endeffekt wir arbeiten für andere (außerhalb des Euroraumes) und freuen uns darüber, dass wir Arbeit haben, oder? Wenn wir Waren importieren sind diese dann wieder teuer und wir können Sie uns nicht leisten. Im Endeffekt ist doch eine starke Währung sinnvoll. Dann können wir einkaufen in der Welt und die anderen arbeiten für uns. Wie seht Ihr das?
Zwar verkaufen wir mehr und wir bekomme ja
gleich viele Euros. Diese sind aber im Vergleich zu anderen
Währungen weniger Wert, dass heißt ich kann mir weniger dafür
kaufen.
Nein. Der wesentliche Teil der Konsumausgaben ist vom Außenwert unabhängig. Trotz Abwertung sinkt das Realeinkommen nicht, lediglich Waren mit hohem Importanteil (z.B. Benzin, Reisen, Südfrüchte) werden nominal teurer. Für Dienstleistungen, Mieten, einheimische Erzeugnisse ändert sich erstmal nichts. Lediglich der Inflationsdruck steigt, weil natürlich auch dort Importleistungen einfließen und der Konkurrenzdruck fehlt. Aber das ist natürlich nur ein langsamer Anstieg, der den Abwertungsvorteil wieder auffrisst.
Wesentlich mehr wirkt sich eine Abwertung auf Geldvermögen aus, weil es natürlich mit abgewertet wird.
D.h. doch im Endeffekt wir arbeiten für andere
(außerhalb des Euroraumes) und freuen uns darüber, dass wir
Arbeit haben, oder?
Das hat weniger mit dem Außenwert sondern mit dem Exportüberschuss zu tun. Bislang finanzieren wir den Konsum der Abnehmerländer mit. Allerdings im Wesentlichen zur eigenen Wohlstandsmehrung.
Wenn wir Waren importieren sind diese dann
wieder teuer und wir können Sie uns nicht leisten.
Das ist doch gerade der Hauptzweck: Die eigene Wirtschaft zu stärken, um Importe teurer zu machen. Das Problem dabei: Dauerhafter Erfolg ist nicht durch permanente Abwertung sondern durch Konkurrenzfähigkeit der Produkte zu erreichen. Und Deutschland ist ein gutes Beispiel, dass man Produkte so gut machen kann, dass man auch zu hohen Preisen verkaufen kann. Der Erfolg von PORSCHE und DAIMLER auf dem Weltmarkt kommt ja nicht, weil deren Produkte so günstig sind 
Im Endeffekt ist doch eine starke Währung sinnvoll.
Für die Menschen, die Geldvermögen (Sparbuch, Lebensversicherung) besitzen ja. Für Leute mit Sachwerten (Immobilien, Unternehmensanteilen) ist das zweitrangig.
Dann können wir einkaufen in der Welt und die anderen arbeiten
für uns. Wie seht Ihr das?
Gerade das ist ja nicht der Fall gewesen. Trotz starker Mark und starkem Euro haben wir als Exportweltmeister viel weniger eingekauft als verkauft. Und faktisch in den letzten zwanzig Jahren auch noch unsere Währung abgewertet, indem wir niedrigere Lohn- und Preissteigerungen hatten.
Ciao, Allesquatsch
Nur ein Hinweis, man sollte, wenn man von starker oder schwacher Währung spricht, immer trennen zwischen Außenwert und Innenwert !
Eine Veränderung des Außenwertes hat auf eine potentielle inländische Verwendung des Geldvermögens kaum einen Einfluss.
Ein schwacher Innenwert, also Inflation, schon, diese kann aber unabhängig von der Entwicklung des Außenwertes eintreten.
Grüßle
Hallo, Du hast vollkommen Recht.
Wer Exportüberschüsse erwirtschaftet, arbeitet sich für andere krumm und buckelig ! Er hat zunächst nichts davon. Er erhält nur Ansprüche gegen die Käufer ( Ausgleich der Leistungsbilanz durch entsprechende Kapitalbilenz ). Wenn dann so wie jetzt in Europa, deine Forderungen gegen die Importeure ( Griechenland und Co. ) plötzlich Gefahr laufen, wertlos zu werden, hat man ganz schnell in den Kies geniest.
In Deutschland, wie auch in manch anderen Ländern, herrscht aber immer noch der Irrglaube vor, dass nur Exportüberschüsse gut sind. Ohne diese droht angeblich eine nie mehr endende Rezession mit demensprechender Arbeitslosigkeit. Die Realität hat dies zwar schon längst widerlegt, aber einen tiefen Glauben legt niemand schnell ab.
Grüßle
Eric