Abwicklung des Fondrabatts ?

Hallo,
ich habe bei einer Bank gefragt,
wie ist es mit der Abwicklung
bei Kauf eines Fonds mit Fondsrabatt abläuft ?

Ich erhielt als Antwort das es unterschiedlich gehandhabt wird.

Angenommen man kauft einen Fonds
mit normalen Ausgabeaufschlag von 5,00 %,
mit einem Rabatt von 50 %,
also in dem Sinne müsste man eigentlich 2,5 % bezahlen.

Jetzt wird dies angeblich unterschiedlich gehandhabt,
entweder:

a)
man kauft z.B X-Stücke zum Fond-Stückpreis z.B.100,00 Euro
zahlt den reduzierten Ausgabeaufschlag von 2,50 %
daraus ergibt sich

100,00 Euro + 2,50 % = 102,50 Euro

oder
b)

man zahlt zuerst den vollen Ausgabeaufschlag von 5,00 %

100,00 Euro + 5,00 % = 105,00 Euro

und erhält als Rabatt die 2,50 % Ausgabeaufschlag
in mehr Fonds-Stücken (Fondsanteilen)

Version a) und b) sind völlig unterschiedlich.

Weiss einer von euch

i) ob die Version a) oder b)
abhängig von der Bank oder von der Fondsgesellschaft sind ?

ii) gibt es Unterschiede ob es eine deutsche oder ausländische Fondsgesellschaft ist ?

iii) gibt es Unterschiede ob es eine ausschüttender oder thesaurierender Fonds ist ?

iv) gibt es Unterschiede was für eine Art von Fonds es ist, Aktienfonds, Rentenfonds usw. ?

vi)ist die Abwicklung bei Fonddiscounter wie Ebase, anders als bei einer Bank ?

Hi,

man kauft z.B X-Stücke zum Fond-Stückpreis z.B.100,00 Euro
zahlt den reduzierten Ausgabeaufschlag von 2,50 %
daraus ergibt sich

100,00 Euro + 2,50 % = 102,50 Euro

genau, der belastete Betrag sollte 102,50 EUR sein.

man zahlt zuerst den vollen Ausgabeaufschlag von 5,00 %

100,00 Euro + 5,00 % = 105,00 Euro

und erhält als Rabatt die 2,50 % Ausgabeaufschlag

…als Barvergütung innerhalb der Abrechnung, was ebenfalls einen Endbetrag von 102,50 EUR ergibt.

in mehr Fonds-Stücken (Fondsanteilen)

Das allerdings habe ich bislang nicht gesehen und halte es auch für komplett sinnbefreit.

Land, Ertragsverwendung und Anlageform haben keinen Einfluß.

vi)ist die Abwicklung bei Fonddiscounter wie Ebase, anders als
bei einer Bank ?

Ob Discounter oder Filialbank, abgerechnet wird überall annähernd gleich. Die Gestaltung der Abrechnung und die Art der Berechnung der Endsumme dürften aber variieren.

Gruß
Nils

Hallo,

im Normalfall kauft die Bank den Fonds zum Rücknahmepreis (im Abwicklerdeutsch: NAV) und rechnet dann den Ausgabeaufschlag (AA) selbst drauf.
Dies entspricht dieser Methode:

man kauft z.B X-Stücke zum Fond-Stückpreis z.B.100,00 Euro
zahlt den reduzierten Ausgabeaufschlag von 2,50 %
daraus ergibt sich

100,00 Euro + 2,50 % = 102,50 Euro

Wenn eine Bank allerdings diese „normalen“ Abwicklungswege nicht nutzen kann, z.B. weil sie über einen Verbund einkaufen muss und dort selbst AA zahlen muss, dann könnte eine Lösung die andere Variante sein.
Dann würde Dir diese Bank den Rabatt aus ihrer Provision einräumen, die sie erhält.

Beispiel:
Volkssparkasse (VSK) sonstwo kauft den Fonds von ihrer übergeordneten Verbundabwicklung mit vollem AA. Der Fondsanteil wird also zu 105,- abgerechnet.
Die VSK erhält z.B. 80% des AA als Provision vom Abwickler, also 4,-pro Anteil. Davon schreibt sie Dir 2,50 in Form von Fondsanteilen für diesen Gegenwert auf Deinem Depot gut. Die verbleibenden 1,50 verprassen die Bankvorstände mit ihren Sekretärinnen :wink:.

i) ob die Version a) oder b)
abhängig von der Bank oder von der Fondsgesellschaft sind ?

Es hängt davon ab, auf welchem Abwicklungsweg diese Bank die Fonds der jeweiligen Gesellschaft beschafft. Das ist im genannten Fall offensichtlich unterschiedlich, deswegen die verschiedenen Procedere.
Also sowohl als auch.

ii) gibt es Unterschiede ob es eine deutsche oder ausländische
Fondsgesellschaft ist ?

Daran dürfte es eher nich fest zu machen sein

iii) gibt es Unterschiede ob es eine ausschüttender oder
thesaurierender Fonds ist ?

Nein

iv) gibt es Unterschiede was für eine Art von Fonds es ist,
Aktienfonds, Rentenfonds usw. ?

Nein

vi)ist die Abwicklung bei Fonddiscounter wie Ebase, anders als
bei einer Bank ?

ebase ist kein Fondsdiscounter, sondern die abwickelnde Bank für z.B. Fondsdiscounter.
Ich kenne nicht deren Abwicklungsmodalitäten für alle Fondsgesellschaften. Da ebase aber auf dieses Geschäft spezialisiert ist würde es mich sehr wundern, wenn hier die Variante b zum tragen kommt.
ebase ist in den Commerzbank-Konzern integriert und kauft vermutlich auf dem „Konzernweg“ seine Fonds. Banken kaufen üblicherweise zum NAV.

Gruß vom Money-Schorsch

Hi,

Beispiel:
Volkssparkasse (VSK) sonstwo kauft den Fonds von ihrer
übergeordneten Verbundabwicklung mit vollem AA. Der
Fondsanteil wird also zu 105,- abgerechnet.
Die VSK erhält z.B. 80% des AA als Provision vom Abwickler,
also 4,-pro Anteil. Davon schreibt sie Dir 2,50 in Form von
Fondsanteilen für diesen Gegenwert auf Deinem Depot gut.

ist das gesichertes Wissen oder deine Vermutung?
Als Kunde würde ich demnach einen Anteil zum (Rücknahme-)Preis von 100 EUR ordern, würde mit 105 EUR auf dem Konto belastet und bekäme 1,025 Anteile eingebucht? Sorry, aber das halte ich für Unsinn.

Gruß
Nils

Hallo Nils

ist das gesichertes Wissen oder deine Vermutung?

Dass es diese Vorgehensweise gibt ist Wissen.

Als Kunde würde ich demnach einen Anteil zum (Rücknahme-)Preis
von 100 EUR ordern, würde mit 105 EUR auf dem Konto belastet
und bekäme 1,025 Anteile eingebucht? Sorry, aber das halte ich
für Unsinn.

Als Kunde orderst Du bei Fonds ja nicht zu einem festen Preis (gehe von außerbörslicher Abwicklung aus), sondern gibst eine Betrags- oder Stückeorder auf.
Meistens handelt es sich um eine Betragsorder.
Beispiel:
Du willst für 10.000 euro einen Fonds kaufen. Zur vereinfachten Rechnung nehmen wir mal an, der Rücknahmepreis am Tag der Ausführung sei 100,- euro, der AA 5% (die Unterschiede in den Berechnungsmethoden des AA lasse ich jetzt auch mal bei Seite).
Wenn nun die ausführende Bank nicht zu NAV kaufen kann, dann kauft sie für 10.000 euro 95,238 Anteile zum Preis von 105,- euro (NAV + AA).
Daraus ergibt sich, dass 476,20 euro AA anfallen (10.000 - 95,238x100).
Wenn die Bank davon, wie im genannten Beispiel, 80% Provision erhält, dann sind dies 380,96 euro.
Sie hat Dir 50% Rabatt versprochen, also wird sie für 238,10 euro von diesem Betrag Fondsanteile kaufen und Deinem Depot gutschreiben.
Wieviele Anteile das sein werden und wie hoch demnach Dein Durchschnittskaufpreis über alle Anteile tatsächlich ist, hängt vom Tag der Ausführung dieses zweiten Kaufs ab.
Wahrscheinlich wird aber der Rabatt auf den AA bei diesem „Nachkauf“ auch unter den Tisch fallen. Irgendwann muss das ganze Spiel ja auch mal ein Ende haben.
Ich halte das übrigens aus für Unsinn :wink:. Aber ebensolcher begegnet uns in dieser Abwicklungswelt leider zu Hauf.

Gruß vom Money-Schorsch