Hallo zusammen,
ich stehe kurz vor den Prüfungen und habe eine Frage an euch in Sachen Mikroökonomie.
In aller Munde ist die Abwrackprämie. Welche Auswirkungen hat diese speziell in der Mikroökomoie?
Ich denke leider viel zu praktisch um mir wirklich einer Antwort sicher zu sein.
Freue mich über Antworten! Danke schoneinmal vorab. 
Du könntest in jedem Falle bedenken, dass vor allem Autohäuser und Schrottplätze von der Abwrackprämie profitieren und durch höhere Umsätze neue Investitionen tätigen können. Auch würden Konsumenten, die wegen der derzeitigen wirtschaftlichen Lage eher gespart hätten, zum Kaufen animiert.
Grüße
Hallo,
Du könntest in jedem Falle bedenken, dass vor allem Autohäuser
und Schrottplätze von der Abwrackprämie profitieren und durch
höhere Umsätze neue Investitionen tätigen können. Auch würden
Konsumenten, die wegen der derzeitigen wirtschaftlichen Lage
eher gespart hätten, zum Kaufen animiert.
Was ja dann wieder der praktische Denkansatz wäre.
Aber auch da fragt man sich, zu welchen Reaktionen ein Schrottplatzbesitzer tendieren würde, wenn er sich einem absehbar kurzfristigen Anstieg der Nachfrage ausgesetzt sieht.
Wird er wirklich eine zusätzliche Presse kaufen oder auch nur die alte ersetzen, wenn er dies nicht ohnehin wollte?
Er wird das wohl eher lassen und stattdessen das tun, was bei erhöhter Nachfrage erwartungsgemäß passiert: Die Preise werden erhöht.
Bei den Autohäusern stellte sich im Grunde die selbe Problematik. Daneben sollten ja neue Autos seltener Reparaturen benötigen, was den Autohäusern wieder Umsatz entzieht. Dies und den Umstand, dass damit der eigentliche Gewinn gemacht wird, sollte bei den Überlegungen nicht fehlen.
Auch die Hersteller werden wegen der Prämie kaum mehr investieren. Die haben ja schon Überkapazitäten. Diese werden durch die Prämie nicht mal ausgelastet und schon gar nicht langfristig.
Wie die Praxis zeigt, „profitiert“ vor allem ein Segment, dass auch vorher eher weniger Probleme hatte.
Auch wenn man die Nachfragerseite einbezieht oder komplexere Modelle heranzieht, kommt man zu keinem „besseren“ Ergebnis. Denn dann müssen noch Mitnahmeeffekte, sowohl auf Nachfrager- als auch auf Anbieterseite berücksichtigt werden. Und natürlich der Umstand, dass es sich nicht um eine geschlossene Volkswirtschaft handelt. Letztlich müßte noch die Entwicklung im Zeitverlauf beobachtet werden.
Wenn man dies dann tut, sollte man zum Schluß kommen, dass die ganze Aktion im besten Fall nichts bringt. Leider gehen die Modelle von eher rationalen Marktteilnehmern aus. Dass bedeutet, dass all jene, die ein Auto haben verschrotten lassen, das einen höheren Marktwert als die Prämie hatte, in den Modell gar nicht zu einer höheren Nachfrage geführt hätten.
Möglicherweise ist das der einzige wirkliche weil zusätzliche Effekt, den die ganze Aktion hervorgerufen hat. Man hat Leute mit 2.500€ Prämie dazu annimiert 3.000€ wegzuschmeißen.
Ob dies volkswirtschaftlich sinnvoll ist und langfristig zu Investitionen führen könnte, darf aber stark bezeifelt werden. Daneben wird den inländischen Herstellern ja auch noch viel mehr zugeschustert, ohne dass dadurch auch nur ein Euro zusätzliche Investitionen verursacht würden.
Gruß