Beim verkabeln von diversen Gartenlampen wurde eine Abzweigdose vom Typ: TRACON TQBY1 (IP44) verwendet und die liegt jetzt nur ca. 5cm unter der Erdoberfläche - hängt frei an den 3 Anschlusskabeln - so vom „Fachmann“ installiert.
Frage: Ist es zulässig dieser Dosentyp ohne zusätzliche Feuchte-Schutzmassnamen in der „blutten“ Gartenerde zu vergraben?
Das darf nicht ins Erdreich, was man auch leicht an dem IP-Code IP 44 sehen kann.
Das ist eine ganz normale Feuchtraumdose, die muss aber oberhalb des Erdreichs sein, etwa an einem kleinen Pfahl dran. Wetterfest und spritzwasserdicht ist sie, ggf muss man nach unten ein Entwässerungsloch öffnen.
Es gibt Erdmuffen auch ohne Gießharzverguss. Das sind runde Dosen mit einem Schraubdeckel der Gummidichtungen für 1-4 Erdkabel aufnimmt.
Diese Muffen sind in Schutzart mind. IP 67 ( zeitweises Untertauchen in Wasser) ausgeführt. Die können direkt im Erdreich liegen, aber wie die Kabel geschützt vor Gartenwerkzeugen wie Spaten !
Mindesttiefe oder anderer Schutz ist meist nötig, denn man vergisst die Leitungen und hackt sie gerne mal an !
MfG
duck313
Hallo duck313
Ganz herzlichen Dank für deine ausführlichen Infos. Bin sehr froh, dass sich meine Bedenken somit bestätigt haben. Es ist kaum zu glauben, dass Fachleute solche Vorschriftswidrige Sachen zu Stande bringen.
das Eingraben von IP44-Aufputz-Abzweigdosen in Erdreich ist ein Anfängerfehler, den man gar nicht mal so selten erlebt.
Es ist aber ein Anfängerfehler! Den Optimismus, daß diese Dose gegen drückendes Wasser für längere Zeit dicht bleiben könnte, teilen anscheinend viele junge Elektriker
Leider vergeblich
Denn selbst wenn die Dose bei bester Verarbeitung, Sorgfalt und guter Deckelschliessung anstehendem Wasser widerstehen könnte (kann sie nicht lange), eins kann sie nicht:
Kondenswasser ableiten, welches durch die Luftfeuchtigkeit bei Abkühlen-Erwärmen-Abkühlen usw. in der Dose selbst entsteht
Dieses Kondenswasser sammelt sich langsam in der Dose an, bis sie voll ist.
Ausserdem wird das Material der Dose Minusgrade und Eis nicht dauerhaft überstehen.
Also entweder dafür (vom Hersteller) zugelassene Abzweige verwenden oder die Plastikdose mit Giessharz verfüllen.
Die Eingrabtiefe wird in Privatgärten meist flexibel nach Kundenwunsch gehandhabt.
Laut Vorschrift müssten Kabel 60cm tief eingegraben werden. Das ist aber in Privatgärten nicht durchführbar
Aber wieso? IP44 heisst doch „spritzwassergeschützt“. Und unter der Erde kommt sogar das nicht vor, der Boden schützt doch vor Regen und Wasserspritzer…
/ironieaus
Unglaublich, dass Leute vom Fach (werdend) sowas denken.
wie kommst Du darauf, dass die 60cm nicht machbar wären? Endet dein Grundstück 50cm unter der Grasnarbe
Also ich halte die selbst schon ± immer ein, wenn ich hier was verbuddele. Dazu Trassenband, und auf längeren, geraden Strecken gönne ich mir noch ein dünnes HT-Rohr (ja, draußen müsste es eigentlich KG sein, aber das ist doch „etwas überdimensioniert“). So kann man notfalls noch mal ohne erneutes Aufgraben nachziehen/austauschen.
Auf jeden Fall sollte es aber so tief sein, dass auch eine professionelle Motorfräse darüber weg geht, wenn man z.B. nach Jahren mal den Rasen neu machen lässt, oben drüber pflastern will, …