Äcker mit Plastikmüll - ist das bei Euch auch so?

Hallo,

immer nach der Ernte bin ich erstaunt, wieviel Kunststoffteile / müll auf dem Acker an meinem Spazierweg rumliegt. Gehe auch schon mal quer rüber, da sieht es nicht besser aus, das ist gut verteilt.
Ist in einer recht ländlichen Gegend und was da rumliegt, sind nicht fliegende Teile, sondern schon massiveres Zeug, dass offenbar schon länger liegt.

Man kann wohl davon ausgehen, dass entsprechend mehr an Mikroplastik dort im Boden vorhanden ist, das Zeug wird ja mehrmals im Jahr per Egge und Pflug zerkleinert und abgerieben, zerfällt durch UV usw…

Wie ist das bei Euch, sofern ihr Äcker in der Nähe habt? Ist das ev. nur hier so arg durch Zufall oder was auch immer, oder sieht es überall in der Nähe von Ortschaften so aus?

Und falls ja, was ist dann wohl am Ende im Getreide / Gemüse / Tierfutter, Fleisch?

Gruß,
Paran

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Servus,

kannst Du das „massivere Zeug“ eventuell genauer beschreiben? Tüten, Kanister, Flaschen, …?

Dann ließe sich dem rätselhaften Phänomen wohl etwas konkreter auf die Spur kommen. In der Pfalz, im hessischen Ried und in der Kurpfalz lässt sich das nicht beobachten.

Schöne Grüße

MM

Also wir hier haben kürzlich mal ein empörtes Pamphlet vom lokalen Müllentsorger bekommen, man solle gefälligst davon absehen, Plastikmüll in die Biotonnen zu geben, weil die das nicht (vollständig) raussortieren und das dann eben im von denen verkauften Kompost wieder auf den hiesigen Äckern landen würde.

Seit sich hier (Südbaden) seit ein paar Jahren wie eine Seuche Spargelfelder in der Landschaft ausbreiten, sieht es hier in der Umgebung ähnlich aus. Da der blöde Spargel (ja, ich mag ihn schon, aber nicht so gerne, dass ich dafür Fantasiepreise zahlen würde) inzwischen teilweise bereits ab Ende Februar (!) geerntet wird, muss er über den Winter in drei Schichten Plastik eingehüllt werden: eine schwere Plane direkt auf der Spargelreihe, ein Tunnel über der Reihe und dann noch große Plastikbahnen, die das gesamte Feld bedecken. Da wächst kein Hälmlein mehr zwischen den Reihen, da krabbelt kein Käferlein mehr - und da bleibt beim Abräumen der anscheinend nicht dauerhaft witterungsstabilen Planen jede Menge Müll zurück. Zumindest sehe ich inzwischen vermehrt im Sommer nach der Spargelsaison Planenreste, zusammen mit diversem anderem Plastikmüll, den die Erntehelfer hinterlassen, wie z.B. leere Flaschen und Lebensmittelverpackungen. Hinzu kommt noch der Müll von den benachbarten Erdbeerfeldern (Planenreste, Plastikschnüre und Plastikschalen) sowie all der Mist, den irgendwelche Spaziergänger in die Landschaft schmeißen.

Jedes Mal, wenn jemand anfängt, die Deutschen für ihren Umgang mit Müll über den grünen Klee zu loben, kann ich nur noch höhnisch lachen.

:paw_prints:

Nachtrag:

Zum Mikroplastik gibt es inzwischen Studien: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/experiment-mit-mueckenlarven-wie-mikroplastik-in-die-nahrungskette-gelangt-a-1228747.html

Ich will gar nicht wissen, was sich die Menschheit da gerade antut.

:paw_prints:

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Guten Morgen,
bei uns sind über den Gemüsefeldern zeitweise schwarze Plastikfolien gespannt. Dieser Tage ist mir aufgefallen, dass diese schwarze Folie wohl mindestens teilweise untergepflügt worden ist. Jetzt gucken die Fetzen heraus, während ein Teil noch in der Erde ist.
Kann man aber nur sehen, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad an den Feldern entlang kommt. Als Fahrer eines 3-Liter-SUVs kriegt man das eher nicht mit, weil man genügend Abstand zum Feld hat.

Gruß
Schrella

Guten Morgen,

Ich schaue aus dem Büro jeden Tag auf Felder - und latsche in der Mittagspause gerne dort herum.

Extrem viel Plastikmüll ist mir noch nicht aufgefallen, nur das übliche, Burger Tüten und Trinkbecher etc. Inzwischen selbst im tiefsten Wald zu finden

kann vorkommen, ja. Halte ich aber auch für normal und vollkommen unbedenklich.

Nix. Also auch nix anderes als ohne Plastik, weil Pflanzen sonst auch voller Sand bzw. Glas wären :wink: Da sind irgendwelche Gifte und Genmanipuliertes Zeug IMHO bedenklicher.

J, ist bei uns auch so.
Hir gibt es weniger Äcker, dafür aber Viehweiden. Wenn das Gras gemäht wird, wird es ja neuerdings in Siloballen verpackt, also dick in Plastik verpackt. Es wird auf den Wiesen selber gelagert und dort auch wieder ausgepackt.

Diese Folie von den Siloballen fliegt überhall herum, wird auch beim nächsten Mähen mit zerkleinert und mit in die Ballen gepresst, und gerät so ins Futter der Tiere (meist Milchkühe, aber auch Pferde). Mir kann niemand erzählen, dass das für die Tiere gesund ist. Und das Problem des Mikroplastiks ist ja bekannt.
Die Bauern scheint es nicht zu stören. Ich sage das nicht gern, aber der Ausdruck „dummer Bauer“ drängt sich in diesem Zusammenhang auf…

Da haben die ja Recht!
Es gibt immer noch so strunzdumme Leute die es nicht schaffen ihren Biomüll in Zeitungspapier zu packen. nein, der wird, beratungsresistent und XXL stur samt Plastetüte in die Biotonne entsorgt. ramses90

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Aha, dann ist Plaste und Elaste in Deinen Augen kein Gift und damit auch ein vollkommen harmloses, im Futter der Tiere oder im Mehl des Getreides landendes Mittel.
Ist ja super, dann muß man sich nicht wundern, dass das so wie hier geschildert, auf den Fledern aussieht und einfach untergepflügt wird. ramses90

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Es gibt kompostierbare Plastiktüten. Speziell für Biomüll. Die nur leider gar nicht kompostierbar sind.



https://www.die-bremer-stadtreinigung.de/detail.php?gsid=bremen206.c.10954.de

Solange dieser gefährliche Unsinn nicht VERBOTEN wird, wird sich für die Unwissenden leider auch nichts ändern. Aber unseren industrie- und geldhörigen Herren Politikern reicht es ja, wenn irgendwo versteckt auf einer Internetseite ein kleiner Hinweis steht. Ist doch dann genug Umweltschutz.

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Hallo Ramses,

in der Tat ist keiner von den Kunststoffen giftig, die so langlebig sind, dass sie nach Jahrzehnten mechanisch fein zerrieben als Mikroplastik in der Gegend herumgeistern. Giftwirkung können einige von ihnen allenfalls entwickeln, wenn sie verbrennen.

Wie Kunststoffpartikel selbst im Nano-Format mit Durchmessern von weniger als 100 nm von Pflanzen aufgenommen werden sollen, ist mir beiläufig schleierhaft - Pflanzen nehmen über die Wurzeln sonst nur in Wasser gelöste Ionen auf.

Schöne Grüße

MM

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Servus,

mein SUV heißt Patria - ich liebe diese muffengelöteten Stahlrahmen heiß und innig -, und seit ich mir etwa die Hälfte der Lungenkapazität weggeraucht habe, fahre ich damit nicht mehr so zügig, dass mir eine Verschmutzung von Äckern mit „massiverem Zeug“ aus Kunststoff nicht auffiele. Es ist genau so, wie ich bereits geschrieben habe, und das liegt nicht an irgendeiner Verblendung: Die Gemüsebauern der vorderen Pfalz, die seit Jahrzehnten alle möglichen Kunststoffe in ihrer Produktion verwenden, von Pflanztöpfen über Folienkultur und Hagelschutznetze bis zu Pflanzenschutzmittelkanistern, gehen damit so um, dass nichts davon in der Gegend herumliegt.

Und im Ackerbau, von dem Paran spricht, gibt es weiter keinen Anlass, irgendwelche „massiven“ Kunststoffteile, von denen wir bisher noch nichts Konkretes wissen, zu verwenden oder herumliegen zu lassen - Frühkartoffeln zähle ich jetzt mal mit Spargel zum Feldgemüsebau, da die Anbautechnik sich da ähnelt.

Ohne eine genauere Beschreibung des „massiveren Zeugs“ kann man es keinesfalls der Landwirtschaft anlasten, auch wenn diese üblicherweise für alles zuständig ist, was einem draußen nicht gefällt. Für eine genauere Diagnose wäre eine genauere Beschreibung der Symptome notwendig.

Schöne Grüße

MM

Zufall? Meiner auch … aber mit Rohloff!
Grüßle
Schrella

Hallo,

Du hälst Kunstoffteile auf einem Acker für normal?
Was würdest Du dann auf einem Acker für unnormal halten? Unkraut ev. ? Oder schlicht nichts?

Kopfschüttel, Wunder, Staune.

Gruß,
Paran

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Hallo,

schon mal Getreideernte bei trockenem Wetter (nass erntet man höchstens Silagematerial) beobachtet? Das staubt wie irr, auch Boden wird dabei reichlich aufgewirbelt.
Kleinste Plastikpartikel sind da nat. mit dabei, landen in der Luft, im Getreide, in nahen Gewässern usw.
Und schon hat mans an der Ernte.

Ob da nicht auch was aus den Kunststoffen herausgelöst wird (Weichmacher z.B.) und in gelöster Form in den Pflanzen landet, ist noch ein anderes Thema. Da Mikroplastik eine sehr große Oberfläche im Verhältniss zum Gewicht hat, kann da weit leichter etwas herausgelöst werden, als aus größeren Teilen.

Gruß,
Paran

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Hallo,

schwer zu sagen, was mir auffällt sind meist feste größere Bruchstücke. Natürlich auch mal Verpackungen, die von Badegästen am nahen See stammen dürften, aber vor allem nicht mehr zu identifizierende Hartkunststoffteile in unterschiedlichen Farben.
Könnten Kanister oder ähnliches gewesen sein, aber auch Bauteile von Fahrzeugen oder Geräten.

Gruß,
Paran

Hallo,

ich habe den Müll nicht der Landwirtschaft angelastet. Die Herkunft des Zeugs ist mir absolut unklar.

Gruß,
Paran

Hallo,

das habe ich schon gesehen. Der Rest des Threads entwickelt sich aber in diese Richtung. Das hat auch damit zu tun, dass man sich beim Lesen nicht so recht vorstellen kann, was diese größeren Kunststoffteile sind, von denen Du schreibst, und deswegen Raum für alle möglichen Einfälle offen ist. Lässt sich konkreter beschreiben, was für Kunststoffteile auf „Deinem“ Acker herumliegen? Offenbar geht es um Teile, die nicht vom Wind von der nächsten Müllumladestation oder vom nächsten Autobahnparkplatz verblasen werden können

Schöne Grüße

MM