Ackerland verkaufen oder bearbeiten?

Hallo zusammen, habe eine Frage bezueglich Ackerlaender.

Habe die Ackerlaender meines Vaters geerbt, es handelt sich hierbei um etwa 30 Hecktar, da ich jedoch nicht seinen Beruf als Bauer nachgehen will (also nicht in der Form wie er es gehandhabt hat) sondern eher an was groesseres Denke, zb Obst und Gemuese anpflanzen zu lassen und dieses dann zu verkaufen um so meinen Lebensunterhalt zu sichern. Wie kann ich da vogehen um mein Vorhaben zu erreichen?

Die Ackerlaender befinden sich im Sueden Dtl. naehe stuttgart
Wuerde ich bei meinem Vorhaben einen Kredit von der Bank ueberhaupt bekommen, da ich ja kein wirkliches Einkommen besitze bis jetzt. zb um mir einen neuen Traktor zu besorgen, muss ich mein Acker selbst bewirtschaften, oder kann ich da Mitarbeiter einstellen?Wuerde ich evtl. Subventionen bekommen, und wie hoch waeren die?

Oder sollte ich die Ackerlaender verkaufen? Oder verpachten fuer einen ziemlich geringen Preis?

Bin ziemlich am Gruebeln wie ich das machen koennte, was wuerdet ihr mir Vorschlagen.

Vielen Dank im Vorraus

Servus,

30 ha ist für eine eigene Existenz im Ackerbau um knapp eine Zehnerpotenz zu wenig.

Wegen Sonderkulturen wäre es interessant zu wissen, wie die Stücke bewertet sind: Zwischen Fildern und Heckengäu liegen Welten, in dieser Hinsicht.

„Anbauen lassen“: Vergiss es. Um allein eine einzige Fremd-AK bezahlen zu können, braucht es - wenn man die eigene AK nicht voll (und ich meine voll, d.h. ca. 2.500 h und mehr/Jahr und mit einer gscheiten Qualifikation für das Metier) einbringt, die zehnfache Fläche.

Verpachten vs. Verkaufen hängt von den örtlichen Pachten und der Bodenbewertung ab. Selbst 90er Böden können u.U. eine durchaus mickrige Pacht abwerfen, wenn sie blöd gelegen sind oder wenn die letzten zwei Vollerwerbsbetriebe der Region jeweils 30km weg liegen: Wege- und Transportkosten fressen dann die Pacht. Im Stuttgarter Raum dürften 30 ha ganz grob gepeilt etwa 5.000 € im Jahr bringen, aber wie gesagt, das hängt von so dermaßen vielen Faktoren ab, dass das mit der vorliegenden Angabe genausogut ungefähr richtig wie gänzlich falsch sein kann.

Kurz: Angaben zur Lage und zur Bewertung sind das Minimum, was hier notwendig zu wissen ist.

Schöne Grüße

MM

einen betrieb mit null ahnung oder auch nur interesse zu starten, halte ich auch in der landwirtschaftsbranche für ähm… riskant.

einen betrieb mit null ahnung oder auch nur interesse zu
starten, halte ich auch in der landwirtschaftsbranche für
ähm… riskant.

…nicht unbedingt riskant,aber mit sehr,sehr,sehr viel arbeit verbunden,weil man das erst einmal im nebenerwerb machen müsste,um finanziell klar zu kommen.
wobei ich davon ausgehe,dass derjenige sich schon vorher ein bisschen grundwissen besorgt.
einen rat kann man eigentlich gar nicht geben.

Servus,

immerhin liegt die Angabe „ich will nicht dem Beruf nachgehen“ vor, und der an sich interessante Ansatz, mit Sonderkulturen die Flächenproduktivität zu erhöhen und auf diese Weise mit einem 30ha-Gütlein irgendwie klarzukommen. Die Alternative bei so wenig Fläche wäre Veredelung, idealerweise nach Entdeckung einer Nische (wobei es um die Erzeuger von Perlhühnern, Wachteleiern und sowas wieder ziemlich ruhig geworden ist…).

Wenn man diese vorgelegten Angaben hernimmt, geht das in Richtung „Land Verkaufen und schauen, was man in Bulgarien oder Georgien dafür kriegen kann“. Da sind dann allerdings wieder ganz andere Spezialkenntnisse als unmittelbar landwirtschaftliche gefragt (ordentliche Agronomen kriegt man dort vor Ort, aber…), um nicht ganz schnell in einem Dickicht von schmerzhaften Überraschungen unterzugehen.

Schöne Grüße

MM

Hallo Dragon187,

Du hast Land geerbt und willst das bewirtschaften (lassen), ohne - gelinde gesagt - von Tuten und Blasen auch nur ansatzweise einen Schimmer von Ahnung zu haben.

Ich wage hier die Prognose, dass Du das Land ähnlich schnell verlieren wirst wie es Dir in den Schoß gefallen ist - einer wie Du ist willkommene Beute für Scharlatane und Betrüger.

Wende Dich an unabhängige und unparteiische Stellen (Landvolk, Landwirtschaftskammer) und lass´ Dich dort beraten: voraussichtlich bringt der Zinsertrag aus dem Verkaufs- oder Verpachtungserlös mehr und sicherere Rendite als Deine (Selbst-) Versuche als Agrarier. Vermutlich wäre sogar die EU-Prämie für Brachland höher.

Heute muss ein moderner Landwirt mind. genauso Unternehmer sein wie in jeder anderen Branche auch, um bestehen zu können. Du als Karpfen im Hechtteich hast m. E. keine reale Chance, zumal 30 ha als Grundstück für ein Einfamilienhaus viel ist, als landwirtschaftliche Fläche vermutlich kaum ausreicht.

Servus,

Vermutlich wäre sogar die EU-Prämie für Brachland höher.

die gibt es nicht mehr.

Seit 2006 können „Stillegungszertifikate“ gehandelt werden, mit der Folge, dass der abgebende Betrieb einen kleineren Anteil seiner Flächen unbewirtschaftet lassen muss, während der aufnehmende einen Preis dafür erzielt, dass er seine eigene Bewirtschaftung stärker einschränkt, als er sowieso schon müsste.

Naturgemäß richten sich die Preise nach dem Deckungsbeitrag, den der abgebende Betrieb auf Flächen erzielen kann, die er durch Abgabe des Zertifikates bewirtschaften darf. Insofern ist mit der Übernahme von Stillegungszertifikaten ein Deckungsbeitrag zu erzielen, der demjenigen entspricht, den ein leistungsfähiger Nachbar mit zusätzlichem Flächenbedarf erzielen würde. Der Staat gibt da bloß noch den Rahmen vor, er legt keine Preise fest.

Schöne Grüße

MM

stilllegung ist für 2006 abgeschafft,zahlungsansprüche können gehandelt werden—preise dafür ergeben sich durch angebot und nachfrage.
derjenige,der die zahlungsansprüche hat,MUSS SIE NICHT hergeben(pächter).
es wäre schön,wenn die bauern ihre deckungsbeiträge bei ihren wirtschaftlichen überlegungen mehr berücksichtigen würden,leider ist das nicht so der fall,sondern viele sind davon überzeugt,dass gerade sie auch mit weniger zurecht kommem–verfrühstücken der afa z.b.

Wenn man diese vorgelegten Angaben hernimmt, geht das in
Richtung „Land Verkaufen und schauen, was man in Bulgarien
oder Georgien dafür kriegen kann“. Da sind dann allerdings
wieder ganz andere Spezialkenntnisse als unmittelbar
landwirtschaftliche gefragt (ordentliche Agronomen kriegt man
dort vor Ort, aber…), um nicht ganz schnell in einem
Dickicht von schmerzhaften Überraschungen unterzugehen.

ob die dort ansässigen agronomen wirklich zu gebrauchen sind?
(ich denke gerade an meine ersten erfahrungen in ostdeutschland 1992)
das wichtigste wäre dann erstmal die investition in die WACHSCHUTZABTEILUNG.
wenn man dann dort gute gewinne gemacht hat,was kann man dann damit anfangen—ein leben wie mans im westen gewohnt ist,bestimmt nicht.

Servus,

viele sind
davon überzeugt,dass gerade sie auch mit weniger zurecht
kommem–verfrühstücken der afa z.b.

in der Tat - das ist wohl ein wichtiger Einfluss auf seltsame Preise bei Milchquoten und Stillegungsquoten: Beides wird teurer bezahlt, als man rational begründen könnte.

Solange man tatsächlich deinvestieren kann - Vatters Schlepperbestand z.B. auf ein Viertel herunterfahren, das Dreschen dem Lohnunternehmer oder dem Maschinenring überlassen und die Gebäude nicht mehr schön, sondern bloß noch nützlich halten - gibt das ja auch einen Sinn. Aber irgendwann ist das fertig.

Nungut, es geht halt eine Weile. Danach müsste es umso interessanter werden, Land und allemöglichen Quoten zu pachten.

Schöne Grüße

MM