Aderendhülsen vs. Löten 230 V / 10A

Hallo,

ich meine Folgendes:

Kann man bei geschraubten Kontakten (Haushaltsbereich, 230V, 10A)
anstelle von Aderendhülsen zu verwenden die Drahtenden (Litze) einfach mittels Löten „hart“ machen und dann verschrauben (z.B. in gewöhnlichen SchuKoSteckern)?

Hat das irgendwelche Nachteile (ausser dass es länger dauert)?

Gruss,
TR

Hallo,
das war früher üblich und stand bis anfang 70er sogar in den VDE.
Mitlerweile ist das aber nicht mehr zulässig.
Der Grund: Lötzinn ist nicht Formbeständig und " fließt " sozusagen
unter der Schraube weg. Das ist allerdings erst über einen größeren
Zeitraum zu beobachten.
Daduch lockert sich die Verbindung mit der Zeit und Fehlkontakte sind
die Folge. > Schmorstellen > Brandgefahr

MfG
Werner

Hallo TR, hallo Werner,

Der Grund: Lötzinn ist nicht Formbeständig und " fließt " sozusagen unter der Schraube weg. Das ist allerdings erst über einen größeren Zeitraum zu beobachten.

Es gibt einen weiteren Grund, der vor Allem bei feindrähtiger Litze zum Tragen kommt:

Zinn diffundiert während des Lötens in die oberen Kupferschichten (so 0,1 bis 0,2mm) und bildet dort mit dem Kupfer eine ziemlich spröde Legierung. Das führt dazu, dass die Einzeldrähte an der Übergangsstelle zwischen verzinnter und nicht verzinnter Litze unter Schwingungsbelastung (Fahrzeuge) sehr leicht brechen.

Deshalb ist es auch z.B. nicht möglich, die hochflexiblen Litzen, welche die elektrische Verbindung zwischen Schleifkohlen und Kohlenhalter herstellen, dauerhaft zu löten.

Gruß merimies

Der Grund: Lötzinn ist nicht Formbeständig und " fließt "
sozusagen unter der Schraube weg.

Hallo,

das ist glaube ich nicht der Hauptgrund. Es ist aber so, dass der Übergang vom gelöteten zum ungelöteten Teil aus metallurgischen Gründen stark bruchgefährdet ist, und Korrosion an dieser Stelle kommt noch dazu (niemand entfernt die Flussmittel, ist auch fast unmöglich). Bricht der Draht dort ab, besteht höchste Gefahr.

Gruss Reinhard

Hallo merimies,

Zinn diffundiert während des Lötens in die oberen
Kupferschichten (so 0,1 bis 0,2mm) und bildet dort mit dem
Kupfer eine ziemlich spröde Legierung.

Das ist das Prinzip der Lötverbindung.
Das Lot legiert an der Oberfläche und schafft erst so eine mechanische Verbindung.

Kupfer und Zinn ergibt Bronze.

Bei der Eindringtiefe liegst du aber um gut einen Faktor 10 daneben.

MfG Peter(TOO)

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Hallo

Was meiner Info nach gerade noch zulässig ist das verlöten der Drahtspitzen , um ein auffächern der fein Drätiegen Adern zu vermeiden .
Die scraube ist dann auf dem Kupfer ohne Zinn und somit ist das Problem gelösst . Aderendhülsen sind aber vor zu ziehen .

M.f.G. Horst

Hallo Horst,

Was meiner Info nach gerade noch zulässig ist das verlöten
der Drahtspitzen , um ein auffächern der fein Drätiegen Adern
zu vermeiden .
Die scraube ist dann auf dem Kupfer ohne Zinn und somit ist
das Problem gelösst .

Ganz und gar nicht!

Wenn die Klemme keinen Drahtschutz hat, zerrupft deine Schraube einzelne Drähtchen und du hast einen verringerten Querschnitt.

MfG Peter(TOO)