gestern habe ich in einem Nebensatz den Aderlass respektlos als Hokuspokus erwähnt und eine Krankenschwester hat mich dann aufgeklärt:
Aderlass würde auch heute praktiziert, wenn irgendwelche XY - Dinger (habe das Wort vergessen)im Blut zu viel geworden sind, dann wird so etwa ein halber liter Blut abgelassen.
Mein Einwand, dass sich dadurch doch nicht die Zusammenstellung des Blutes ändert wurde so widerlegt: Doch, der Körper füllt ja wieder die Blutmenge auf. Und die Xy - Dinger kann der körper nicht so schnell nachbilden und so ist dann für einige Zeit die Zusammensetzung des Blutes doch anders.
Meine Frage: gibt es diese Methode wirklich? Oder ist es eine Methode von modernen Quacksalbern?
natürlich gibt es diese Methode auch heute noch. Ist z.B. bei Hämachromatose die (fast) einzige Möglichkeit, den Krankheitsverlauf aufzuhalten. Immer wieder gerne gemacht: alle 14 Tage 500ml Blut.
die Methode gibt es deswegen „natürlich“ noch, weil es für den Mediziner, der die Vorgänge kennt, die sich dabei abspielen, ganz natürlich, selbstverständlich ist, zur Ader zu lassen - weil es eben richtig und wirksam ist.
Nur wenn man nichts (oder nicht genug) weiß, rennt man mit der Herde vor etwas weg (oder zu etwas hin), weil es grade Mode ist, in diese Richtung zu rennen.
Hi,
gibt zwei Indikationen, die mir einfallen:
Die erwähnte Hämochromatose. Hier nimmt der Körper wesentlich mehr Eisen aus dem Darm auf, als er braucht. Und dann bekommt ers nicht mehr los. Macht auf Dauer die Leber (und Bauchspeicheldrüse und Gelenke…) kaputt. Da Eisen vorwiegend in roten Blutkörperchen ist, kann man Eisen durch Aderlass aus dem Körper holen.
Zweite Möglichkeit ist Polyzythämia vera. Hier produziert das Knochenmark viel zu viel rote Blutkörperchen. Aderlass hilft aus verständlichen Gründen.
Aderlass würde auch heute praktiziert, wenn irgendwelche XY -
Dinger (habe das Wort vergessen)im Blut zu viel geworden sind,
dann wird so etwa ein halber liter Blut abgelassen.
Mein Einwand, dass sich dadurch doch nicht die
Zusammenstellung des Blutes ändert wurde so widerlegt: Doch,
der Körper füllt ja wieder die Blutmenge auf. Und die Xy -
Dinger kann der körper nicht so schnell nachbilden und so ist
dann für einige Zeit die Zusammensetzung des Blutes doch
anders.
Meine Frage: gibt es diese Methode wirklich? Oder ist es eine
Methode von modernen Quacksalbern?
Wie preisselpohl schon sagte Es gibt diese Methode wirklich und sie wird auch geübt.
Sie hat allerdings ihre Nachteile: Der Körper nimmt den Blutverlust zur Kenntnis und liefert im Falle der Polyzythämia vera um so schneller nach.
Man gerät in einen Teufelskreis, der am Ende tödlich endet. Aber immerhin hat man auf diese Weis das Leben eine zeitlang verlängert.
habe ich nicht verstanden - muss vielleicht auch gar nicht
sein.
genauer : „natürlich NOCH gibt“ weil sie sich als wirksam erwiesen hat bei verschiedenen krankheitsbildern und das schon vor mehreren 100 Jahren also gaaaaaaaaaanz so neumodisch ist sie wirklich nicht