http://www.physiowissen.de/thema-artikel2-Modediagno…
Hallo zusammen,
ist das nun wirklich eine Modediagnose oder werden besonders aktiven Kindern, auf die nicht angemessen eingegangen wird, Krankheitsbilder übergestülpt?
Was meint ihr?
To.i
http://www.physiowissen.de/thema-artikel2-Modediagno…
Hallo zusammen,
ist das nun wirklich eine Modediagnose oder werden besonders aktiven Kindern, auf die nicht angemessen eingegangen wird, Krankheitsbilder übergestülpt?
Was meint ihr?
To.i
Hi T-i,
während meiner nun mittlerweile 14jährigen Laufbahn in der Jugendarbeit musste ich hunderten (nicht übertrieben zur Abwechslung mal) Kindern und Jugendlichen tonnenweise Strattera, Dipiperon, Risperdal, Ritalin, den ganzen Scheiß halt verabreichen.
Das wurde denen von ihren Wald- und Wiesenärzten verschrieben und wir dürfen uns nicht anmaßen, deren Einschätzungen anzuzweifeln (ist ja theoretisch erstmal auch völlig in Ordnung so).
Einem ganz ungeheuerlich verschwindend geringen Prozentsatz dieser Unruhegeister wurde überhaupt ansatzweise der Hauch einer psychiatrischen Diagnostik, die diese Verzombifizierung rechtfertigte zuteil.
Aber die Kids störten den Unterricht, waren hibbelig, konnten sich nicht konzentrieren, schwänzten gar die Schule ganz, legten ein sozialunverträgliches Verhalten an den Tag, wurden zuweilen übergriffig und delinquent und die überforderten Eltern waren erleichtert mit der „Diagnose“ ADHS.
Unbenommen gibt es natürlich selbstverständlich auch sehr deutliche medizinische Indikationen (eben wirklich und wahrhaftig klinisch nachgewiesene manifeste Gehirnstoffwechselstörungen) für die Vergabe der erwähnten Klopper. Aber wie gesagt, verschrieben werden sie jedem flegelhaften kleinen Rotzlöffel, mit dem die Eltern irgendwie nicht klarkommen.
Gruß
Annie
Hallo Häuptling
Habe mich gerade erst wieder mit einer Nervenärztin darüber ausgetauscht, wie wenig wir beide von dieser Modediagnose halten.
Die Diagnosen allein helfen sowieso noch nicht viel. Schon der alte Freud wusste, dass die tausend Diagnosen der damaligen Psychiatrie nur Etiketten waren auf Flaschen, die keine Heilwässerchen enthielten.
Gruß, Medizinmann
Hallo,
besonders skandalös ist es, wenn man Kindern die Droge gibt, die von Haus aus Gewalt erfahren und aus diesem Grund aufälliges Verhalten zeigen… und alle wissen es… aber solange das Kind nichts sagt, wird es eben weiter kaputt gemacht. Das ist keine Erfindung von mir, sondern basiert auf Tatsachen, möchte ich betonen!
Gruß
Istiden
hallo in die runde,
ja- ich stimme dem zu - wenn das "auffällige verhalten " einen namen hat,
wenn alles wie geplant läuft kehrt „ruhe“ ein (oder auch nicht).
ich kenne wenige, die durch die (placebo?) wirkung eine "erleichterung (oder einen „ich-fall-nicht-mehr-auf-effekt“ mit nebenwirkungen? hatten. ich kenne aber auch etliche, die außer einem „noch-mehr-neben-der-spur-sein-effekt“ nichts gewonnen haben…
das problem adhs könnte in einer gesellschaft mit anderem bewusstsein anders gellöst werden…
iq13
Hi,
eine Diagnose für das Verhalten der eigenen Kinder, beruhigt doch die Eltern ungemein.
Somit haben die Eltern die Möglichkeit alle Schuld von sich zu weisen, denn die Kinder sind ja „krank“.
(andere Erkrankungen die diese Medikamentation erfordern, sind mal ausgenommen)
Ne Mutter hat dies selbst erlebt beim Arzt. Sie nahm die Tabletten und „schnupfte“ sie selbst. Muss ein irrer Trip gewesen sein.
Nach nem halben Jahr, attestierte ihr der Arzt, dass durch die Tabletten das kind soooo schön ruhig geworden ist!
Sie hat dem Kind nie diese Tabletten gegeben (wegen Eigenbedarf).
Es kehrte nur Ruhe in die familieäre Situation ein!!!
Wenn der Arzt so ne Diagnose stellt und die Tabletten für die Eltern anstatt für die Kinder verschreibt, ist glaub ich allen geholfen!
VG René
Hallo,
das erinnert mich an einen Roman über eine ehemalige Prostituierte, die Strassenkinder bei sich aufgenommen hat. Sie erzählte, dass die meisten anderen Frauen, die auch Kinder bei sich aufnahmen (gegen Bezahlung), die Kinder mit Medikamenten ruhig stellten. Sie hat das nie gemacht - sie hat die Pillen selber geschluckt und alles war „gut“.
Soll natürlich nicht heissen, dass Eltern "ist-mir-alles-scheissegal-Pillen konsumieren wollen, da gibt es sicher bessere Entspannungsübungen (die aber alle auch erstmal etwas Kraft kosten).
Interessant ist allerdings, dass das Problem der Lebhaftigkeit der Kinder oftmals relativiert wird, wenn die Eltern entspannt sind.
Da aber die Gesellschaft an sich und auch die Schule gewisse Auffälligkeiten nicht tolerieren, sind die Eltern im Zugzwang. Die Kinder sollen getestet werden - oftmals von unqualifizierten Ärzten oder Psychologen. ADHS existiert, nur die Diagnosen überschneiden sich mit Falschdiagnosen - da werden auffällige Kinder mit ADHS abgespeist, obwohl die Ursachen ihre Verhaltens woanders lieben und bei Kinder, die tatsächlich ADHS haben, wird es nicht erkannt, weil sie bei einem Arzt waren, der sich auf die Anti-ADHS-Schiene gestellt hat und alles für Unfug hält. Im Erwachsenenalter wundern sie sich dann warum sie nie ein Buch zu ende lesen können.
Und wenn die Diagnose richtig ausfällt - was dann? Was nützt es dem Kind und deren Umfeld? Medikamente allein ist nicht die Lösung, zumal deren Wirkung auf lange Sicht sehr umstritten sind.
Viele Grüße
Hi @ll,
ab Minute 3:35 ein sehr klares Statement zu diesem Thema, das uns nachdenklich stimmen sollte:
http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U
Viele Grüße
Eve*
Danke euch allen!
Wie zu beobachten ist, wirkt allein ein leicht verändertes Umfeld und ein positiverer Umgang mit „Betroffenen“ wahre Wunder.
Gruß
To.i