Angenommen, es gäbe eine junge Frau, die bereits als Baby adoptiert wurde. Die Mutter war Deutsche, der Vater kommt aus einem anderen Land
( nicht Afrika, etc., also kein Land, das man einer Person „gleich anmerkt“, wenn ihr versteht, was ich meine ).
Nun hat diese Frau bereits seit Kindesalter sehr große Affinität zu diesem Land ( obwohl sie das mit dem „Erzeuger“ erst vor kurzem herausgefunden hat ). Soll heißen - sie ist Fan von dem Land, wollte bereits als Kind dort hinreisen, das Land übt eine Faszination aus, genauso wie die Leute. Die Frau wusste bereits schon immer, dass sie adoptiert war und ist damit ohne große Probleme aufgewachsen.
Meine Frage nun:
Könnte es möglich sein, dass sich im Erbgut ( oder in den Genen ) Informationen verstecken, die diese Liebe/Faszination fördern, da ja immerhin der Vater aus dem Land kommt? Dass man unbewusst davon angezogen wird?
Falls die Frage im falschen Brett ist, bitte verschieben.
Ich hoffe, ich konnte die Frage einigermaßen verständlich formulieren!
Könnte es möglich sein, dass sich im Erbgut ( oder in den
Genen ) Informationen verstecken, die diese Liebe/Faszination
fördern, da ja immerhin der Vater aus dem Land kommt? Dass man
unbewusst davon angezogen wird?
mal eine Gegenfrage:
was würde mit diesen Gegen geschehen, wenn es dieses Land nicht mehr gibt? In den letzten 25 Jahren haben einen Haufen Länder aufgehört zu existieren. Was ist mit den Millionen US-Amerikanern und den Australiern, die ja quasi alle auslandsstämmig sind?
als genetisch vererbt kann ich mir dies nicht vorstellen.
Eine andere Möglichkeit gibt es jedoch:
Das Kind im Mutterleib kann bereits wahrnehmen, welche Sprache „draußen“ gesprochen wird (keine Hypothese, sondern konnte bereits gezeigt werden!). Desweiteren bekommt es bereits Spuren aus der Nahrung, die die Mutter isst, mit.
Eventuell ist das Kind nach der Geburt auch kurz im familiären Umfeld geblieben, was die Wahrnehmung der Sprache noch intensiviert hätte und wo es auch - falls gestillt - weitere Spuren der Nahrung aus der Muttermilch aufgenommen hätte.
Du schreibst hier zwar, dass die Mutter Deutsche war und der Vater aus einem anderen Land kam.
Wenn aber die werdenden Eltern während der Schwangerschaft zusammengelebt haben, ist wohl - obwohl die Mutter deutschsprachig ist - die Sprache des Vaters im Umfeld gesprochen worden, die Mutter hat evl. auch fremdländische Speisen gegessen.
Es würde mich nicht wundern (Hypothese!), wenn diese Erfahrungen unterbewusst da bleiben und neuerlicher Kontakt mit der Sprache, diesen Speisen o.ä. ein positives Gefühl hervorruft, sodass man sich zu diesem Land hingezogen fühlt.
Nein, Vererbung ist nicht möglich.
Möglich ist aber, dass bereits die Mutter eine große Affinität zu diesem Land hatte und dass das Kind das positiv gemerkt hat.
Das nennt man dann kulturelle Vererbung, hat aber mit genetischer Vererbung nichts zu tun.
aus der klinischen erfahrung kenne ich dieses phänomen und ich habe aufgehört, belege und beweise dafür zu suchen. ich weiss, dass das einfach sehr oft vorkommt und ich erkläre es mit einer art von familiärer überlieferung, die eben da ist, aber die so schnell nicht erklärbar ist.