Adoption

Hallo. Ich hab vor einiger Zeit mal im Fernsehen einen Bericht über Eltern gesehen die ein Kind adoptieren wollten. Und anscheinend gibt’s da ja immer eine ellenlange Warteliste, bis dann eins der Elternpaare ein Kind adoptieren kann.

Bei mir wird das mit den Kindern wohl noch ne ganze Weile dauern (bin erst 22), aber frag mich was da nicht stimmt. Anscheinend gibt’s ja ne Menge Eltern die Kinder adoptieren möchten (vielleicht weil unfruchtbar oder schlimme Erbkrankheit etc.), aber dann ewig lange warten müssen, bis sie ein Kind aus der 3. Welt adoptieren dürfen (das mit der 3. Welt soll jetzt natürlich nicht herabschauend gemeint sein!). Gibt es denn so wenig heimat- und elternlose Kinder in der 3. Welt?

Es wird bestimmt irgendeinen logischen Grund geben, aber wenn ich mir das überleg find ich das wirklich irre. Einerseits gibt’s bestimmt soviele Kinder die ohne Eltern in größter Armut aufwachsen und offensichtlich auch viele Eltern, die keine eigenen Kinder kriegen können, aber beide können nicht zusammengeführt werden. Wieso ist das so?

Liegt’s daran, dass die Eltern erst jahrelang überprüft werden müssen?
(Den Prozess könnte man dann wahrscheinlich auch abkürzen, da die Eltern wohl nicht jahrelang auf Schritt und Tritt verfolgt werden)

Liegt’s daran, dass es zu wenige Babies gibt und keiner Kinder adoptieren will, die nicht frisch geboren sind?

Ich versteh’s einfach nicht…aber ich hoff mal jemand von euch kann mir da weiterhelfen.

Hallo,
ich bin auf’s raten angewiesen. :wink:
Wie kommst Du darauf, daß in Deutschland alle Kinder zur Adopitin verfügbar sind, die weltweit Eltern suchen?
Ich nehme an, daß die deutschen Behörden nur deutsche Kinder vermitteln können. Da gibt es natürlich wenige und das wird die Ursache des Problems sein. Kinder aus dem Auisland werden die deutschen Behörden nicht vermitteln können, weil da einfach die Informationen fehlen.
An der Stelle springen dann kommerzielle Organisationen ein.
Das klingt nicht gut, ist aber manchmal wohl in beiderseitigem Interesse effektiv.

Gruß, Rainer

Auch hallo.

ich bin auf’s Raten angewiesen. :wink:
Ich nehme an, daß die deutschen Behörden nur deutsche Kinder
vermitteln können. Da gibt es natürlich wenige und das wird
die Ursache des Problems sein. Kinder aus dem Auisland werden
die deutschen Behörden nicht vermitteln können, weil da
einfach die Informationen fehlen.
An der Stelle springen dann kommerzielle Organisationen ein.
Das klingt nicht gut, ist aber manchmal wohl in beiderseitigem
Interesse effektiv.

Klar: der Kinderwunsch könnte schneller befriedet werden, wenn man selbst was dafür tun könnte…
Aber die Behörden müssen natürlich auch prüfen ob das jeweilige Kind in der potentiellen Umgebung auch Chancen hat sich zu entfalten.
Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Adoption für Weiteres.

HTH
mfg M.L.

Hallo Fragezeichen,

ein sehr komplexes Thema.
Ich probier mal mich kurz zu fassen.

  1. Man kann in Deutschland nur adoptieren,
    wenn man von einem deutschen Jugendamt als
    geeignet eingestuft wird. Egal ob man ein
    deutsches Kind oder ein auslaendisches
    Kind adoptieren will. Dieser Prozess dauert
    von Minimum 6 Monate bis 2 Jahre. Dann kommt
    die Wartezeit auf ein Kind hinzu. Was uebrigens
    keine vergeudete Zeit ist, denn wenn das Paar
    diese Zeit nutzt, kann sie sehr gewinnbringend
    sein, was die Beweggruende usw. fuer eine Adoption
    betrifft.
    Jede Adoption wird arbeitsintensiv betreut,
    auf der Ado-Elternseite wie auch auf der Kinderseite.
    Das begrenzt auf gewisse Weise auch die Zahl
    der Adoptionen.

  2. Es ist nicht allen Menschen gegeben ein
    Adoptivkind zu akzeptieren. Es ist noch weniger
    Menschen moeglich, ein fremdlaendisches Kind,
    besonders wenn das Kind auch fremdlaendisch aussieht,
    als eigenes anzunehmen.

  3. Auslandsadoptionen geraten mehr und mehr in
    die Kritik.
    Da heute erwachsene Adoptierte ueber ihre Erfahrungen
    berichten koennen, wird man vorsichtiger mit Verpflanzungen
    von Kindern in ein anderes Land. Rassismus ist ein
    Aspekt, das Verlieren von Wurzeln ein anderes.
    Organisationen, die sich lange Jahre mit Auslandsadoptionen
    beschaeftigt haben (zum Beispiel Terre des hommes) haben
    sich gaenzlich aus Auslandsadoptionen zurueckgezogen und
    sind nur noch mit Hilfe vor Ort involviert (Kinderdoerfer usw.).
    Dritte Welt Laender sehen Adoptionen ihrer Kinder
    ins reiche (westliche) Ausland inzwischen oft als neo-
    kolonialistische Ausbeutung.
    Zudem sind Auslandsadoptionen durch unlautere bis kriminelle
    Machenschaften der Vermittlungsagenturen in Verruf
    geraten. Wobei zu erwaehnen ist, dass die in Deutschland
    anerkannten Vermittungsorganisationen einen guten Ruf
    geniessen.

  4. Die meisten Laender, die Auslandsadoptionen erlauben
    (damit meine ich jetzt, Laender, in denen Menschen mit
    anderer Staatsbuergerschaft adoptieren koennen) mehr und
    mehr unter Vorbehalt. Meist werden nur Kinder, die im
    eigenen Land nicht vermittelbar sind, zur Adoption angeboten,
    das sind entweder bereits aeltere Kinder (1 Jahr und aufwaerts)
    oder kranke Kinder.
    Es ist inzwischen allgemein akzeptiert, dass es immer besser ist,
    wenn man erst Eltern im eigenen Land fuer Eltern sucht.

  5. Adoption sollte nichts mit „Kindern fuer Eltern“ zu
    tun haben, sondern es ist ein Methode um Eltern fuer Kinder
    zu finden, die aus verschiedenen Gruenden nicht bei
    ihren biologischen Eltern oder nahen Verwandten leben
    koennen. Das klingt nach Haarspalterei, aber ist ein
    sehr wichtiger Unterschied.

Ich habe bestimmt den einen oder anderen GEsichtspunkt vergessen.
Wenn du dich naeher mit dem Thema beschaeftigen willst,
kann ich zum Beispiel die Seite
http://adoption.de
empfehlen. Das ist ein Forum, in dem Ado-Eltern (im Allgemeinen
Adoptionsbefuerworter) mit Adoptierten (in diesem Forum of
Ado-Gegner) aufs Heftigste aufeinanderprallen.
Obwohl ich mit vielen Ansichten dort nicht uebereinstimme,
bringt das Mitlesen dort oft neue Perspektiven auf
ein Thema von dem ich denke, dass ich eigentlich damit
vertraut bin.

WEnn du noch Fragen hast, bitte leg los. Auf konkrete
Fragen ist einfacher zu antworten als lange STellungsnahmen
zu schreiben.

Gruesse
Elke

Hallo Rainer,

Kinder aus dem Auisland werden
die deutschen Behörden nicht vermitteln können, weil da
einfach die Informationen fehlen.
An der Stelle springen dann kommerzielle Organisationen ein.
Das klingt nicht gut, ist aber manchmal wohl in beiderseitigem
Interesse effektiv.

Eine kleine Anmerkung: die Organisationen, mit denen
man in Deutschland im Ausland adoptieren kann, sind
nur ganz selten „kommerziell“. Die meisten sind
gemeinnuetzig, bzw. arbeiten gerade mal kostendeckend.
Anders ist es zum Teil mit den Agenturen im Ausland;
von daher ist es wichtig, sich in Deutschland ueber
die Partnerorganisationen vorab zu informieren.

Gruesse
Elke

Hallo Markus,

Klar: der Kinderwunsch könnte schneller befriedet werden, wenn
man selbst was dafür tun könnte…

Wie soll man das verstehen?

Gruesse
Elke

Hallo,

Bei mir wird das mit den Kindern wohl noch ne ganze Weile
dauern (bin erst 22), aber frag mich was da nicht stimmt.
Anscheinend gibt’s ja ne Menge Eltern die Kinder adoptieren
möchten (vielleicht weil unfruchtbar oder schlimme
Erbkrankheit etc.), aber dann ewig lange warten müssen, bis
sie ein Kind aus der 3. Welt adoptieren dürfen (das mit der 3.
Welt soll jetzt natürlich nicht herabschauend gemeint sein!).
Gibt es denn so wenig heimat- und elternlose Kinder in der 3.
Welt?

Wie stellst du dir das denn vor? Kinder sind doch kein Obst, das man mal kurzerhand dahin exportieren kann, wo die Nachfrage größer ist. Natürlich gibt es in vielen ärmeren Ländern mehr Kinder, die eigentlich zur Adoption „verfügbar“ wären, aber deshalb kann man sie doch nicht einfach ins Ausland verschicken.
Auslandsadoptionen sind deswegen heikel, weil (wie Elke schon erwähnt hat) man Kinder dadurch aus ihrem eigenen kulturellen Umfeld herausholt. Oft müssen sie sich nicht nur einem neuen Klima oder einer anderen Umgebung anpassen, sondern auch mit einer neuen Sprache und Kultur zurecht kommen. Das ist für Erwachsene (die das freiwillig machen) schon schwierig genug.
In Deutschland selbst gibt es nicht so viele Kinder die man adoptieren könnte, da ungewollte Schwangerschaften auch abgebrochen werden können. Andererseits sind Kinder zwar vielleicht bei Pflegeeltern, werden aber von ihren biologischen Eltern nicht zur Adoption freigegeben.

Persönlich fände ich es auch schöner, wenn man Kinder problemlos mit passenden Eltern versorgen könnte.

Schönen Gruß
Kel

Hallo in den (H)Odenwald :wink:)

Klar: der Kinderwunsch könnte schneller befriedet werden, wenn
man selbst was dafür tun könnte…

Wie soll man das verstehen?

Stichwort: Impotenz

Alles unklar ?
mfg M.L.

***Surftip***
http://www.wissenschaft-im-dialog.de/wideu.php4?ID=10

Hallo

Ohne die anderen Antworten gelesen zu haben, denke ich, daß mit einem Grund dafür ist auch, daß die „leibliche“ Eltern (sage ich mal so) nicht das Kind zur Adoption frei geben wollen, aus welchen Grund auch immer (und davon gibt es wirklich viele!)

Ansonsten kann ich Dir versichern, daß ich mehrere Paare kenne, die einen Kind aus dem Ausland (in meinen Fällen aus Rußland mehrmals und aus China, ebenfalls mehrmals) adoptiert haben. Und es war eine langwierige und mühevolle Prozedur (aus deren Aussagen) aber bei weitem nicht sooooooo langwierig und mühevoll wie von hier aus.

Sie meinten, mir gegenüber, verhältnismäßig war es einfach ein Kind zu adoptieren. Und bis jetzt sind alle Beteiligten höchst zufrieden.

Ich hoffe ich habe Deine Frage ein bißchen beantwortet!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hallo Elke!
Selten ein so gut verfaßtes, wisenschaftlich gut begründet und bestens recherchiertes Posting hier gelesen.
Das mußte ich jetzt sagen.
Vielen herzlichen Dank dafür!
Schöne Grüße aus Nürnberg und, selbstverständlich, ein Sternchen von mir.
Helena

Hallo.

Hallo,

Bei mir wird das mit den Kindern wohl noch ne ganze Weile
dauern (bin erst 22), aber frag mich was da nicht stimmt.
Anscheinend gibt’s ja ne Menge Eltern die Kinder adoptieren
möchten (vielleicht weil unfruchtbar oder schlimme
Erbkrankheit etc.), aber dann ewig lange warten müssen, bis
sie ein Kind aus der 3. Welt adoptieren dürfen (das mit der 3.
Welt soll jetzt natürlich nicht herabschauend gemeint sein!).
Gibt es denn so wenig heimat- und elternlose Kinder in der 3.
Welt?

Wie stellst du dir das denn vor? Kinder sind doch kein Obst,
das man mal kurzerhand dahin exportieren kann, wo die
Nachfrage größer ist. Natürlich gibt es in vielen ärmeren
Ländern mehr Kinder, die eigentlich zur Adoption „verfügbar“
wären, aber deshalb kann man sie doch nicht einfach ins
Ausland verschicken.

Dass mir klar ist, dass Kinder kein Exportgut wie Obst sind, muss ich wahrscheinlich nicht weiter erläutern oder?

Auslandsadoptionen sind deswegen heikel, weil (wie Elke schon
erwähnt hat) man Kinder dadurch aus ihrem eigenen kulturellen
Umfeld herausholt. Oft müssen sie sich nicht nur einem neuen
Klima oder einer anderen Umgebung anpassen, sondern auch mit
einer neuen Sprache und Kultur zurecht kommen. Das ist für
Erwachsene (die das freiwillig machen) schon schwierig genug.

Ich denke für junge Kinder ist das Anpassen an die Sprache/Kultur an sich wahrscheinlich eher einfacher als für Erwachsene (wenn auch ein schwierigerer Schritt), aber wenn man Berichte über Kinder sieht die (ohne Eltern) in einem Entwicklungsland auf der Straße leben, von der Polizei brutal zugerichtet werden, kaum etwas zu essen geschweige denn ein Dach über dem Kopf haben und ihren Tag früher oder später damit verbringen von Klebstoff high zu werden damit sie ihr Dasein einigermaßen ertragen, könnte ich mir schon vorstellen, dass ein Anpassen an eine andere Kultur und das Erlernen einer neuen Sprache das geringere Übel wären…

Wobei ich sagen muss, dass mir die Problempunkte auf die Eklastic in diesem Adoptionsforum hingewiesen hat nicht bewusst waren.

Gruß

In Deutschland selbst gibt es nicht so viele Kinder die man
adoptieren könnte, da ungewollte Schwangerschaften auch
abgebrochen werden können. Andererseits sind Kinder zwar
vielleicht bei Pflegeeltern, werden aber von ihren
biologischen Eltern nicht zur Adoption freigegeben.

Persönlich fände ich es auch schöner, wenn man Kinder
problemlos mit passenden Eltern versorgen könnte.

Schönen Gruß
Kel