Hallo,
Versucht man sie nicht gerade durch die Adoption zu 1000% zu
integrieren?
Mehr als 100% geht nicht 
Aber mit einer Adoption würde man dies doch nur
unterstreichen, dazu stehen, wie auch immer man es nennen
will!
Du und deine zukünftige Frau, ihr unterstreicht es. Es gibt keine Garantie, dass das Kinder heute und vor allen Dingen in Zukunft genausosehen.
Aus diesem Grund habe ich den Link zu adoption.de gesetzt. Eigentlich geht es auf dieser WEbsite hauptsächlich um Fremdadoption, aber es melden sich auch immer wieder Menschen (Erwachsene) zu Wort, die als Kind von den neuen Partnern ihrer biologischen Elternteile adoptiert wurden. Und das ganz und gar nicht immer positiv sehen (wobei man durchaus anführen darf, dass diejenigen, die mit der Situation zufrieden sind, selten das Bedürfnis haben, sich in einem solchen Forum zu äußern).
Eine Familie mit allen Konsequenzen…
Ich verstehe dein Anliegen, aber es ist immer falsch, automatisch anzunehmen, dass alle anderen, die davon betroffen sind, immer das gleiche Anliegen haben.
Andere haben die Probleme einer Adoption in Bezug auf die Erwachsenen geschildert - auch hier kann ich eine Geschichte, die ich sehr nah miterlebt habe zum Besten geben: Mann und Frau, Kind aus ihrer früheren Beziehung. Adoption wurde von beiden Elternteilen gewünscht. Kind war mit 5 Jahren sehr glücklich einen Papa zu bekommen (wobei ich anmerken muss, dass man ihr das gleiche Gefühl der Zugehörigkeit in diesem Alter auch ohne die legale Adoption hätte vermitteln können). Der neue Papa war ein solcher mit Leib und Seele. Er reduzierte seine Arbeitszeiten, um sich nach der Schule um die Tochter kümmern zu können. Die Ehe wurde 10 Jahre später geschieden (war bestimmt nicht geplant). Mutter bekam „ganz natürlich“ das Aufenthaltsrecht zugesprochen, beide zogen ans andere Ende von Deutschland, dem Vater gelang es nicht, sein Besuchsrecht durchzusetzen (die Tochter war nicht an Kontakt interessiert). Er zahlte noch lange und kräftig bis die Tochter mit dem Studium fertig war, gesehen hat er sie in all den Jahren sehr selten.
Aber eigentlich wollte ich von der Sicht der Kinder aus schreiben:
Eine Adoption KANN für die Kinder später bedeuten, dass sie mit allem von dem adoptierenden Elternteil angenommen wurden, es KANN aber auch heißen, dass man - ich wiederhole mich, ich weiß, aber du bist überhaupt nicht auf diese Argumentation eingegangen - den biologischen Vater einfach negiert. Und ein Kind wird hier in einen Loyalitätskonflikt gestürzt: es hat den adoptierenden Vater als „einzigen“ Vater erlebt. Aber es weiß, dass es da einen „Erzeuger“ gibt, von dem schon mal 50% der eigenen Gene stammen, von dem man also abstammt und der gerade in der schwierigen Zeit der Pubertät eine Identifikationsfigur sein kann (gerade WEIL das Kind ihn nicht kennt und ihn deshalb mit aller Fantasie ausmalen kann). Die nichtvorhandenen biologischen Elternteile sind für das Kind eine Realität.
Bei Kindern, die fremdadoptiert wurden, weiß man, dass sie diesen Loyalitätskonflikt umso schwieriger empfinden, je weniger ihnen erlaubt ist, über diese biologischen Eltern zu reden und sie ihn ihren Gedanken einzubeziehen. So wie es bei fremdadoptierten Kindern immer wieder betont wird, über die biologischen Eltern nicht negativ zu reden und nicht negativ zu urteilen (weil man damit einen wichtigen Teil des Kindes mit-kritisiert), genauso wichtig ist das bei Kindern, die nur ein Elternteil „verloren“ haben. Diese Trennung von biologischem Elternteil und Kind wird durch eine Stiefkindadoption unterstrichen und zementiert.
Man sollte sich dieser zwiespältigen Lage bewusst sein.
Wäre ich in der gleichen Lage, würde ich die Kinder JETZT nicht adoptieren. Die Sicherheit usw. kann man ihnen ganz anders vermitteln.
Sollte aber irgendwann bei ihnen der Wunsch entstehen, von dem Stiefelternteil adoptiert zu werden (so ab Ende Pubertät), wenn sie also selbst entscheiden, wäre ich dem gegenüber offen.
Gruß
Elke