Adoption

Liebe/-r Experte/-in,
Ich habe eine Tochter(21Jahre).Sie brachte im Nov.06 einen Sohn zur Welt.Auf ihren eigenen Wunsch hin,beantragten wir(Oma und Opa) die Familienpflegschaft und bekamen sie auch zugesprochen.Als damalige Begründung gab meine Tochter beim Jugendamt bzw.Gericht an,das sie für diese Aufgabe noch zu unreif sei(obwohl Sie schon eine eigene Wohnung hatte und von uns Hilfe bekam!!)Wir hatten in den letzten jahren mehere Termine beim Jugendamt bzw. beim Gericht wegen der Überprüfung zur Rückübertragung der F,-Pflegschaft!Leider sah das Gericht bzw.Jugendamt keine Anäherung zwischen meiner Tochter und ihren Sohn.Sie wollte bis jetzt keine Bindung zu ihren Sohn aufbauen.Die Stunden,die sie mit ihren Sohn in der geasmten Zeit verbrachte,sind leider nur sehr wenige!!!Einen Regelplan über den Umgang mit ihren Sohn (wurde vom Jugendamt erstellt) wurde von ihr auch nur ignoriert!Mein Enkel wohnt bei uns die ganze Zeit,geht in den Kindergarten,hat viele kleine und große Freunde hier.Meine Frage jetzt,wir würden jetzt gerne unseren Enkel adoptieren weil meine Tochter uns immer wieder versucht Unruhe bei uns zu stiften ,Und zwar in der Form,ich hole den Kleinen bei euch raus(obwohl absolut keine Voraussetzung dafür gegeben sind).
Das macht uns seelig fertig,weil im Endefekt sie ihren eigenen Sohn als Spielball benutzt!!Wir wollen jetzt nur in Ruhe weiter leben und unseren Enkel nicht mehr aus seinen jetzigen Umfeld rausreisen lassen!!!Aus diesen Gründen möchten wir jetzt gerne -Nägel mit Köpfe- machen und unsern Enkel adoptieren!Wie würden dabei unsere Möglichkeiten vor Gericht ausehen???Eins möchte ich zum Abschluß noch mit erwähnen,falls meine Tochter ihren Sohn zu sich nehmen sollte.dann auf keinen Fall aus LIEBE,sondern nur des Geldes wegen!!!Das klingt hart,ist aber leider wirklich so!Für Ihre Meinung bzw. fachliche Antwort bedanken wir uns und wünschen Ihnen einen schönen Abend noch!! MfG Carla und Jens

Hallo Carla, hallo Jens,
das Kind ist jetzt ja schon über 2 Jahre bei euch in Pflege. Damit ist eigentlich der Status auf Dauerpflegekind vorhanden. Da eure Tochter ja belegbar keine Anstalten macht (und gemacht hat), sich ihres Sohnes anzunehmen, wird nach dieser langen Zeit kein Familiengericht das Kind aus eurer Pflege herausreissen. Die Schäden, die der Junge dann nehmen würde, wären unvertretbar.

Eine Adoption allerdings ist erst einmal eigentlich nur mit Zustimmung der leiblichen Eltern möglich. Aber auch wenn es keine Adoption gibt bleibt der Junge ja erst einmal euer Pflegekind.
Habt ihr die Vormundschaft, oder das Jugendamt? Wenn das Jugendamt die Vormundschaft hat, dann solltet ihr die erst einmal beantragen, das macht schon mal einiges im täglichen Leben einfacher. Wichtig wäre auch noch, aus welchem Bundesland ihr kommt. In NRW könnte ich euch einen sehr guten Familienanwalt aus Köln empfehlen, der euch da evtl. weiterhelfen kann, eure Adoptionsbemühung vorwärts zu treiben.
mfg christoph

Hallo Carla und Jens,

erstmal danke für euer Vertrauen, eure Geschichte einem fremden Menschen anzuvertrauen.

Ich habe leider keine Erfahrung vor deutschen Gerichten, was Adoption, schon gar nicht Familienadoption (im Gegensatz zur Fremdadoption) betrifft.

Im Forum würde ich euch als Ansprechpartnerin „Ingrid Schuhmacher“ empfehlen, da sie sich durch ihre Antworten als kenntnisreich, was Gerichte betrifft, ausweist.
Sie hat momentan mind. einen Artikel im Brett „Eltern und Kinder“ stehen. Ich weiß nicht, wie gut ihr euch im Forum auskennt - ihr könnte ihr eine Mail schreiben, in dem ihr einen Artikel von ihr anklickt und auf das Briefsymbol hinter ihrem Namen klickt. Sie kann euch dann direkt antworten.

Von mir nur ein ziemlich allgemeiner Rat: da ihr schon mit dem Jugendamt in Kontakt seid - versteht ihr euch gut mit der Sachbearbeiterin? Habt ihr den Eindruck, dass sie sich a) auskennt und b) auf eurer Seite steht? Dann redet mit ihr.

Andernfalls gibt es bei Rechtsanwälten eine Erstberatung, die nicht die Welt kostet.

Alles Gute!

Elke

Hallo,

leider kann ich in bei dieser Frage nicht helfen!
Ich (44) wurde vor drei Jahren als Erwachsener adoptiert.
Ich konnte alles selber regeln
in verbindung mit meiner Adoptivmutter (84)
Alles auch nicht so einfach.

Ich habe mir damals Hilfe bei einem allgemeinen Rechtsanwalt geholt.
In ihrem Fall würde ich einen Rechtsanwalt wählen, der
sich mit Familienrecht auskennt, denn einen Rechtsanwalt und Notar benötigt man in jedem Fall.

Alles Gute für Sie und ihren Enkel

Mit freundlichen Grüssen
Thomas Schmidt

Liebe Carla und Jens,

ich wünsche Ihnen von Herzen, daß das klappt. Ich kenne mich zwar in Ihrem Fall nicht juristisch aus, kann nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Wir haben vor 5 Jahren unsere Zwillinge adoptiert. Wir mußten alles über das Jugendamt laufen lassen. Bei Ihnen sieht es etwas anders aus, da es sich ja sogar um Ihren Enkel handelt, der bei Ihnen wohnt. Ich denke aber auf jeden Fall, daß Sie sich als allererstes an Ihr zuständiges Jugendamt wenden müssen. Die werden Ihnen dann sagen, welche Wege (bzw. Umwege - es lebe der Bürokratismus!) Sie gehen müssen. Ich denke, da kommen Sie nicht drum herum und notfalls, falls die nur auf der Seite der Mutter stehen, noch einen anderen Sachbearbeiter hinzuziehen!
Ich wünsche Ihnen alle erdenkliche Kraft, die Sie benötigen werden, aber das Kind wird es Ihnen danken. Es sind alle Wege, die Sie auf sich nehmen, es Wert. Sie bekommen es 1000 Mal von Ihrem kleinen „Sohn“ zurück. Viel viel Glück und ich hoffe, es geht alles gut.
mfg Sabine

Liebe Clara, lieber Jens,

eine Adoption Ihres Enkels, steht und fällt mit der Einstimmung der leiblichen Mutter.
Sollte Sie diese Ihnen nicht geben, so haben Sie leider keine guten Aussichten.
Sie können natürlich beim JA vorsprechen und dies mit den bereden. Evtl. würde das Gericht ja zum Kindeswohl ein Umgangsverbot aussprechen, welches die Trumpfkarte Ihrer Tochter zunichte machen würde und evtl. wäre Sie dann auch für die Adoptionsfreigabe bereit.

Bitte erst mit JA sprechen und dann evtl in einem Gespräch zusammen mit Ihrer Tochter.

Freundliche Grüße und alles Gute für die Zukunft

Lieber Carla, lieber Jens,
aus dem Urlaub zurück ein paar Gedanken zu Eurem Anliegen.
Die Situation, die ihr schildert, ist kompliziert und unangenehm - eine Mutter, die ihr Kind nicht versorgen will und kann, aber Unfrieden stiftet, und die bittere Erkenntnis, dass das Eure eigene Tochter ist. Nun ist die Frage, ob sich irgendetwas verbessert, wenn sie rechtlos ihrem Kind gegenüber wird oder ob das ihre und eure Schwierigkeiten nicht noch größer macht. Sie kann trotzdem jeder Zeit bei Euch auftauchen und Verwirrung stiften!
Eine Adoption ist dann sinnvoll, wenn sie klare Verhältnisse schafft. Aber Ihr seid und bleibt die Eltern Eurer Tochter, egal, was für Schwierigkeit sie hat und macht und Ihr seid und bleibt die Großeltern, nicht die Eltern dieses Kindes. Das mag bitter, chaotisch und schmerzhaft sein, aber es gehört zum Leben dieses Kindes. Und das Unangenehme abzuspalten und auszuschließen, hat noch selten zu Gutem geführt…

Die Adoption wird ohnehin nur mit Zustimmung der Mutter vollzogen werden.
Die Zeit ist auf Eurer Seite, Jugendamt ja offensichtlich auch und mit der Pflegschaft auch die entsprechenden Verfügungsrechte. Ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoll ist, es dabei bewenden zu lassen und nicht darum zu kämpfen, Eure Tochter auszuschließen - setzt die Energie lieber positiv ein!

Alles Gute
Susanne Domnick