Hallöchen,
Können wir in dem fiktiven Fall davon ausgehen, dass es einen Zeitpunkt gab, zu dem A einmal tatsächlich unter der Adresse von B gemeldet war? Dann wäre der Fall nämlich absolut sonnenklar.
Aber selbst wenn nicht - wenn dem B bewusst ist, dass es sich bei Person A um eine beim Absender bekannte real existierende Person handelt, muss B davon ausgehen, dass er eben nicht der intendierte Empfänger ist.
Eigentlich war die Frage, ob solch ein Brief regulär als zugestellt gilt.
Er wurde zugestellt, aber falsch.
Definition des Begriffs Zustellung: "Bekanntgabe eines Schriftstückes an einen bestimmten Adressaten "
Hiermit ist eine natürliche oder juristische Person gemeint, nicht eine Anschrift.
Wohlgemerkt, der Postempfänger kann eine andere Person sein als der Adressat.
Wikimodus an:
Nimmt eine Person eine Sendung ohne Auftrag [des Adressaten] in Empfang, handelt sie entweder in dessen mutmaßlichem Willen (z. B. Nachbar) oder diejenige handelt rechtswidrig.
Durch Öffnen der Sendung macht man die Situation dann als Postempfänger nicht besser.
Nun die Frage: Kann bzw. darf Person B davon ausgehen, daß dieser Brief für ihn ist, oder nicht.
B kann davon ausgehen, dass er gleich zwei Gesetzte auf einmal verletzt, wenn B nun die Sendung öffnet.
Erstens, rechtswidrige Annahme einer Sendung und zweitens Verletzung des Postgeheimnisses.
Der Inhalt könnte womöglich vertraulich sein, d.h. keine Urlaubsgrüße oder so (Hinweis - geht um Arbeit, Ärger & Geld), womöglich Veträge oder Kündigung, wer weiß das schon.
Wer sowas als Absender nicht per Einschreiben verschickt, sollte sich überlegen, was er da tun.
Wer die Zustellung von so etwas erwartet und nicht auf dem Versand als Einschreiben besteht, hat hoffentlich im Fall des Sendungsverlusts keinen hohen Schaden.
B kann davon ausgehen, dass die Sendung für A bestimmt ist - und B niemals das Schriftstück erhalten hat.
D.h., ist es rechtlich korrekt, den Brief mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“, an den Absender zurück zusenden ?
Ja. Es ist sogar das einzig Korrekte, was B in den meisten Fällen tun kann.
Gruß,
Michael