Angenommen ein Schuldner hat sich vor zehn Jahren von seiner damaligen Partnerin Geld geliehen. Dies konnte bzw. wollte er nicht zurückzahlen. Wenn diese damals zum Anwalt gegangen ist und einen Titel darüber hat, wie kann man eine Adressermittlung durchführen? Das Einwohnermeldeamt wird wahrscheinlich keine Auskunft geben, oder? Ist ja besonders schwierig, wenn es ein Nullachtfünfzehn - Name ist? Was könnte man in diesem Fall tun, um überhaupt noch an Geld zu kommen, ohne größere Investitionen. Die Anwaltskanzlei von damals existiert nicht mehr. Danke Bernadette
Hallo Bernadette,
Das Einwohnermeldeamt wird wahrscheinlich keine Auskunft geben, oder?
das ist ein kolossaler Irrtum, der immer wieder vorkommt.
Falls die von dir gesuchte Person nicht ausgewandert ist und sich an die deutschen Meldegesetze gehalten hat, kannst du die Anschrift trotz möglicherweise x-mailger Umzüge nachverfolgen.
Schreib an das Einwohnermeldeamt der letzten dir bekannten Adresse. Du kannst auch hingehen, dann musst du aber deinen Ausweis mitnehmen. Telefonisch geht nicht.
Kostet je Auskunft und je nach Stadt zwischen 5 und 8 Euro. Du bekommst aber immer nur die nächste Adresse. Falls die Person mehrfach umgezogen ist, musst du von Einwohnermeldeamt zu Einwohner-meldeamt hinterhertigern und jedes Mal wieder löhnen.
Es tauchen bei diesem Thema (diese Frage kommt nämlich ständig, meist unter „Sonstiges“) immer wieder Leute auf, die glauben oder gar behaupten, das ginge aus Datenschutzgründen nicht. Absoluter Unsinn! Das Gegenteil gilt: Du brauchst keinerlei Grund angeben, warum du die Person suchst. Gib auch nicht mehr an als nötig. Ich habe mal eine Gruppe ehemaliger Kommilitonen problemlos über die Adresse ihrer Eltern zur Studienzeit aufgefunden. Als ich bei einem, dessen Geburtstag ich zu kennen glaubte, diesen angab, aber ein Zahlendreher in meinem Datum war, hatte ich ein Theater am Hals, das ich mit keinem der andern hatte, bei denen ich gar kein Geburtdatum angegeben hatte.
Gruß
Peter
Hallo Bernadette,
die Meldegesetze der Länder sehen Auskunftserteilung vor:
http://www.datenschutz-berlin.de/gesetze/berlin/meld…
Schau mal bei § 28 nach.
Dachsgruß
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Einwohnermeldeamt (etwas o.T.)
Hallo Peter und auch hallo Bernadette,
Das Einwohnermeldeamt wird wahrscheinlich keine Auskunft geben, oder?
das ist ein kolossaler Irrtum, der immer wieder vorkommt.
Schreib an das Einwohnermeldeamt der letzten dir bekannten
Adresse. Du kannst auch hingehen, dann musst du aber deinen
Ausweis mitnehmen. Telefonisch geht nicht.Kostet je Auskunft und je nach Stadt zwischen 5 und 8 Euro. Du
bekommst aber immer nur die nächste Adresse.
Hm…
Telefonisch geht das nicht, und das kostet was, sagst du???
Ich hab da anderes erlebt. Vor knapp 3 Jahren lernte eine gute Freundin von mir einen Typen kennen, von dem sie zwar den vollen Namen kannte und seinen Wohnort aber weder Telnr. noch Adresse. Es stellte sich noch heraus, das der Typ in einer Beziehung war, und sie wusste auch, wie seine Freundin und deren Sohn aus erster Ehe heisst (aber nur die Vornamen).
Typ stand nicht im Telefonbuch - Freundin und Stief"sohn" kannten wir nur vom Vornamen - und meine Freundin war zu feige den Typen einfach danach zu fragen - also hatten wir ein Problem…
Gut, wir haben dann beim Einwohnermeldeamt angerufen und der netten Dame dort ne herzzerreissende Geschichte aufgedrückt: Die Freundin vom Typ sei ne gute schulfreundin meiner Mama, die sie seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen hat und da ich sie gerne überraschen möchte, weil sie zur zeit so viel von Ihr erzählt, hätte ich gerne deren Adresse und vollen Namen, damit ich die Telefonnummer rauskriegen kann…
Die Dame hackte ein paar mal ihre Computertastatur und schwupps - hatte ich den namen

nicht ganz hasenrein die story - aber witzig wars alle mal…

Schönes WE
Kat
Hallo Kat,
Telefonisch geht das nicht, und das kostet was, sagst du???
ich habe schon mehrere Dutzend Mal Adressen über das Einwohnermeldeamt erforscht und berichtet, was ich dabei und dadurch erfahren habe.
Bernadette zeigt, was das Berliner Meldegesetz sagt. Fand ich ganz interessant, weil es formal genau das bestätigt, was ich aus der Praxis kenne.
Andererseits: Gesetze sind Gesetze und Menschen sind Menschen. Da man es bei der Anwendung von Gesetzen immer mit Menschen zu tun hat, kann man dabei positive wie negative Überraschungen erleben.
Ich war mal mit 17 in eine 15-jährige verliebt, der ich mich nicht zu offenbaren wagte. Da kam ich auf die Idee, ihr überraschend etwas zum Geburtstag zu schenken, den ich aber gar nicht kannte. Da rief ich beim Einwohnermeldeamt an, gab mich als Patenonkel des Mädchens aus und erklärte, dass es mir peinlich sei, zugeben zu müssen, ihren Geburtstag vergessen zu haben. Ich bekam die Antwort! 
Die Sache liegt schon einige Zeit zurück. Da der Begriff „Datenschutz“ in den letzten Jahen aber zunehmend ernster genommen wird, würde das heutzutage vermutlich nicht mehr klappen.
Wie gesagt: Menschen sind Menschen. Du kannst am Telefon natürlich an Leute geraten, die sich von einer Story beeindrucken lassen und darüber Gesetz und Vorschrift vergessen. Du kannst aber auch das absolute Gegenteil erleben:
Ich habe in meiner vorherigen Antwort ja schon erwähnt, dass ich mal Ärger mit einem Einwohnermeldeamt hatte. Hintergrund war Folgender:
Ich habe als Student mit einer Gruppe von Kommiliton(inn)en eine Studienfahrt Nach Israel mit mehrwöchiger Arbeit im Kibbuz mitgemacht und wollte die Gruppe Jahre danach zu einem Erfahrungsaustausch wieder zusammenbringen. Mir lag eine Liste der damaligen Adressen und Telefonnummern vor.
Als Erstes habe ich die Telefonnummern gewählt, keine stimmte mehr. Zum Teil erreichte ich die Eltern, zum Teil habe ich über Telefon-CDs andere Leute ausfindig gemacht, die damals im selben Haus oder in einem Haus daneben gewohnt hatten. Mit meiner „Story“, die in dem Fall ja echt war, habe ich die meisten zu einer Auskunft bewegen können und den oder die Gesuchte aufgefunden.
In einigen wenigen Fällen klappte das nicht. Da bin ich über das Einwohnermeledamt gegangen und habe sie ebenfalls ausfindig gemacht.
Der absolute Hammer aber war: Ich suchte eine Frau mit einem etwas ungewöhnlichen Namen, ich will ihn hier nicht nennen, etwas verändert hieß sie Katharina Bliff. Sie wohnte in einer Stadt mit rund 270.000 Einwohnern, ich kannte ihre Adresse und ihren Geburtstag.
Auf meine Anfrage erhielt ich einen Rückruf: „Unter der von Ihnen genannten Adresse hat zum angefragten Zeitpunkt eine Person mit Namen Katharina Bliff gewohnt. Aber das ist nicht die, die Sie suchen. Denn Ihre Gesuchte hat ein anderes Geburtsdatum.“
Wenn ich jetzt im Detail darstellen würde, was danach geschah, würde es Seiten füllen. Die Angabe des Geburtstages der damals dort wohnenden Person lehnte man ab - sonst hätte sich ja gleich geklärt, an welcher Stelle der Zahlendreher war. Mein Hinweis, dass das Geburtsjahr wohl stimmen müsste, weil wir in der Gruppe alle fast gleichaltrig waren, und wenn man die Ziffern des Geburtsjahrs, umkehrte, wäre sie um Jahrzehnte jünger oder älter gewesen als ich, wurde ignoriert. Auch auf meine Rückfrage, ob denn zum genannten Zeitraum dort zwei Personen mit Namen „Katharina Bliff“ gewohnt hätten, wurde mir Antwort verweigert.
Ich wurde zum Dienstvorgesetzten rauf- und wieder runterverbunden, dann zu diesem und dann zu jenem Sachbearbeiter, und nach drei oder vier Tagen intensiver Telefonierei bekam ich die Antwort dann doch.
Fazit, nochmal: Nur das Allernotwendigste sagen! Und nur wenn die Fakten nicht ausreichen, eine Story nachschieben, in der Hoffnung, dass jemand darauf anspringt.
Gruß
Peter
Hallo Peter,
ohje… ich wollt dich jetzt keinesfalls kritisieren oder deine Aussage anzweifeln! Sorry, wenn das so irgendwie rüber kam…
Ich wollte lediglich damit sagen, dass gott sei dank nicht immer nur die Hand aufgehalten wird und dass es gott sei dank (noch) Menschen sind, die an solchen Stellen sitzen…
Entschuldige nochmal, wenn das falsch rüber kam…
Schönes heisses Wochenend
Schwitzende gruss
Kat
Hllo Kat,
ohje… ich wollt dich jetzt keinesfalls kritisieren oder deine Aussage
anzweifeln! Sorry, wenn das so irgendwie rüber kam…
Nein, keine Sorge. Ein bisschen klang es zwar wie „das stimmt doch gar nicht, was du da schreibst“, aber sooo ernst habe ich es auch wieder nicht genommen. Du siehst ja, dass ich ganz gerne über dieses „Erlebnis“ berichtet habe. Wenn ich nur verärgert gewesen wäre, hätte ich dir das auch weniger aufwändig um die Ohren hauen können. 
Schönes heisses Wochenende
Schwitzende gruss
Wieso?
Ich wohne in einem Altbau mit 45 cm dicken Wänden, da bekomme ich wenig davon mit, was draußen los ist.
Nun ja, die Sonne schien heute. War sonst noch was? 
Gruß
Peter