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Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,

ich habe Sie unter ADS gefunden. Ich bin derzeit Pädagogik - Student der Universität Salzburg, Österreich im 1. Semester auf Bachelor. Mein Studium finanziere ich vollständig durch das Geben von Nachhilfe in den Fächern CH MA PH MU EN EK und Maschinenbau.

In MATHE habe ich einen Nachbarn, der ein sehr guter Kunde ist. Er hat durch einen kurzen Block seine KORREKTHEIT bei überhaupt gelösten Aufgaben verbessern können (bevor es in die Nachprüfung ging).

Er schrieb in der Nachprüfung dennoch leider eine 5. Das Ergebnis war so (!!), dass er fast alle Aufgaben, die er gelöst hat, richtig hatte, hätte also sein Tempo gereicht, wäre eine eins (!!) drin gewesen.

Schon bei der Nachhilfe fiel auf, dass sein Arbeitstempo (7. Klasse Realschule Deutschland, Gleichungen umformen, etc.) 8 - 10 * (!!!) niedriger ist als meins. Ich habe schon viele schlechte SchülerInnen gehabt, aber seine Langsamkeit ist äußerst auffallend. Er wirkt schüchtern und hat oft ein gutes Konzept wenn ich nachfrage („jetzt nehme ich die Umkehrfunktion“; „jetzt bringe ich x auf die andere Seite“, etc.) und kann es Sekunden (!!) später nicht mehr aufs Papier schreiben und starrt ins leere … er wirkt dann immer so, als wäre er enttäuscht und sauer auf sich selbst. Auch sein Schreibtempo ist extrem langsam.

Sein Vater meinte bei der (er war anwesend) 1. Probestunde, er habe ADS von einem Diplompsychologen diagnostiziert bekommen. Ein Marburger Konzentrationstraining verlief wohl erfolglos.

Zu mir: Ich bin selbst ehemaliger Pilot, Fluglehrer und Fluglotsenanwärter und habe daher ein hohes Arbeitstempo im allgemeinen. Leider weiss ich mit meinem einem Semester Pädagogik - Bachelor - Studium noch nicht wissenschaftlich korrekt, welche Maßnahmen ich in der Mathenachhilfe machen muss, um den jungen Mann auf Tempo zu bringen und ihm bessere Zensuren zu bescheren.

Könnten Sie mir - möglichst mit wissenschaftlich fundiertem Hintergrund - Spezialtipps geben, wie ich auf PÄDAGOGISCHER Ebene intervenieren kann?

Was ich da hätte sind Zeitschriften wie der PM Logiktrainer, ein PC - Multitasking - Trainer der öst. Fluglinie Tyrolean, ein Konzentrationsprogramm von einem Nürnberger Psychologen, etc.

Bezweifele aber, dass iwas DAVON Sinn machte …

Über Antworten freut sich:

HR

Hallo Holger,

im Internet ist es ja wie unter Studenten üblich, sich zu duzen, ich hoffe, es ist Dir recht, wenn ich das auch so halte? :smile:

Ich fürchte, mit Konzentrationstraining alleine werdet ihr da nicht weiter kommen.

Aus meiner Sicht sind folgende Dinge erfolgsversprechend.

  1. eine angemessene Therapie des ADS:
    Wenn die ADS-Diagnose steht - wurde im Zuge dessen darüber nachgedacht, ihm neben der Vermittlung von Strategien zum Umgang mit dem ADS auch durch medikamentöse Unterstützung zu helfen? Das ist eigentlich aus wissenschaftlicher Sicht heute Standard:
    http://www.adhs.ch/adhs/faq/faq-allgemein/faq-allgem…
    Bei ADS ist der Stoffwechsel der Neurotransmitter im Gehirn verändert. Unter anderem wird Dopamin in bestimmten Regionen des Gehirns zu schnell wieder aufgenommen, weil die Transporter, die dafür zuständig sind, bei Menschen mit ADS zu dicht angesiedelt sind. Dies wird durch die Medikamente während ihrer Wirkdauer wieder auf ein annähernd normales Niveau gebracht, u.a. indem ein Teil dieser Transporter besetzt wird, so dass das Dopamin wie bei anderen menschen länger zu Verfügung steht. Das hat also nichts mit „Doping“ o.ä. zu tun sondern normalisiert nur eine gestörte Funktion.
    Stöber ruhig mal auf der Seite http://www.adhs.ch und in dem dortigen Forum und den Links. Da findest Du viele weiterführende Informationen und Tipps, von denen gewiss auch Deine späteren Schüler profitieren werden. :smile:

  2. Die Gewährung eines angemessenen Nachteilsausgleiches durch Arbeitszeitverlängerung in Prüfungen und, wenn zusätzliche feinmotorische Probleme bestehen sollten (krakeliges, langsames Schreiben) eventuell das Schreiben nicht mit der Hand sondern am Laptop o.ä. Behinderungsbedingte Nachteilsausgleiche müssen in Deutschland auf Antrag gewährt werden. Die Details sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Einige Links zu den Regelungen dazu findest Du z. B. hier:
    http://www.rehakids.de/phpBB2/ftopic42910.html
    Oder hier ist eine Vorschrift aus Niedersachsen zitiert:
    http://www.adhs-anderswelt.de/index.php?topic=30688…
    Ich bin sicher, dass es auch in Österreich Entsprechendes gibt. Am besten stöbert ihr mal in den Schulgesetzen. Auskunft kann man Dir sicher auch bei Adapt geben, das ist ein Österreichischer Verein, der sich mit ADS befasst:
    http://www.adapt.at/
    Offenbar gibt es in Österreich auch Beratungslehrer für Probleme mit ADS:
    http://www.adapt.at/schule.php
    (siehe dort unter 2), leider scheinen viele Links dort veraltet zu sien, aber auf Nachfrage kann man Dir bestimmt aktuelle Adressen nennen)

  3. Noch eine Frage - wenn er ins Leere starrt - ist er dann ansprechbar? Reagiert er auf Berührung oder auf Bewegung nah vor seinen Augen? Meines Erachtens sollte vorsichtshalber auch abgeklärt werden, ob nicht evtl. zusätzlich eine Form der Epilepsie vorliegt, die mit kurzen, kaum merklichen Bewusstseinseintrübungen einhergehen kann. Ein solches Löcher-in-die-Luft-starren gibt es natürlich auch bei ADS, weil die Gedanken in monotonen Situationen schnell abdriften, und auf Zuruf reagieren die Betroffenen ebenfalls oft nicht, aber wenn man sie kurz berührt, schrecken sie auf. Bei einem epileptischen Anfall wie z. B. einer Abcence reagiert man auch dann nicht oder nur eingeschränkt oder verzögert.

  4. Und last not least - ist mal ein vernünftiger, mehrdimensionaler Intelligenztest gemacht worden? HAWIK III oder IV z. B.? Denn auch bei kognitiver Unterforderung kann es Probleme geben. ADS und Hochbegabung schließen einander nicht aus. Können aber bei gemeinsamem Auftreten die Probleme verschärfen, wenn die Hochbegabung unerkannt bleibt und nicht angemessen gefördert wird.

Denn Langeweile ist „tödlich“, bei ADS ebenso wie bei Hochbegabung.
Beiden hilft es, wenn Aufgaben möglichst interessant, abwechslungsreich und spannend dargeboten werden, während eintönige Routine die Aufmerksamkeit sehr schnell gegen Null sinken lässt.
Werden all diese Dinge berücksichtigt, dann können Konzentrationstrainings sicherlich eine ergänzende Hilfe sein, sofern sie nicht „langweilig“ und „öde“ aufgebaut sind. Viele Kinder lösen z. B. auch gerne Logicals, die ja von ihrem Schwierigkeitsgrad her recht gut zu variieren sind.

Viel Erfolg!
Cornelia

Das Wichtigste hätte ich beinahe vergessen: Ganz, ganz viel loben! ADSler haben meist ein sehr niedriges Selbstbewusstsein, weil sie ständig Misserfolgserlebnisse wegstecken müssen und meist von allen Seiten mit Kritik überhäuft werden. Doch sollte auf einer Waage das Lob den Tadel eigentlich täglich weit überwiegen.
Aber das Lob sollte nicht oberflächlich, sondern „verdient“ sein, sonst wird es als unehrlich erlebt und das Selbstwertgefühl sinkt weiter. Also halte gut Ausschau und suche und überlege, wofür jeweils ein Lob angemessen sein könnte. Lobenswert ist immer auch die Mühe, die man sich gibt, nicht nur das Ergebnis.

LG Cornelia

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Also wie man auf Pädagogische weise das Tempo erhöhen kann, ist da denk ich der falsche ansatz. Menschen mit ADS HABEN OFT EINE HOHE INTERLIGENZ sie können sie aber leider nicht so gut umsetzen. Gerade mit Mathe haben ADS-ler große Probleme. Man lässtsich leicht ablenken und kann sch sehr schwehr konzentrieren. Gerade deshalb ist es für einen Betroffenden extrem schwehr aufgaben in einer bestimmten zeit lösen zu können,gerade wenn s sich um Mathe handeld. Es giebt die vermutung das zbsp einstein auch ADS hatte. Nach heutigen Bildungsstandat ohne behandlung hätte er aber gerade so die Hauptschule geschafft. Gerade in Mathe war er sehr schlecht,erst recht wenn es um Kopfrechnen ging… Trotzdem konnte er hochkomplizierte Berechnungen machen,er brauchte halt nur viel zeit dafür. Aus rein Pädagogische sicht kann man darauf rücksicht nehmen und sollte man auch,aber es giebt keine ansätze wie man es verbesser könnte. Das geht nur mit einer zusammenarbeit mit einem Psychotherapeut. Es giebt extra welche für ADS/ADHS sie können da einiges tun damit sie schneller Probleme bearbeiten können,sich besser konzentrieren und sich weniger ablenken lassen. Gerade mit der Kombi mit Medikamenten wie Trevilor oder Ritalin läßt sich da viel machen. Aber allein mit Pädagogischen maßnahmen läßt sich nicht viel machen. und auch mit einer Therapie dürfen sie keine wunder erwarten,denn gerade was Mathe angeht,haben ADS-ler sehr starke probleme damit.

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danke für die Tipps

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