Hallo MiND,
da ich vor kurzem festgestellt habe, dass ich vielleicht ADS
haben könnte, wollte ich fragen, wer sich damit auskennt und
wer schon Erfahrungen damit gemacht hat.
Ich bin diagnostizierte ADS’lerin. Erst durch meine Kinder, die ebenfalls AD(H)S in verschiedener Ausprägung und teilweise mit, teilweise ohne Hyperakivität haben, kam ich langsam auf den Gedanken, dass ADS auch bei mir der Schlüssel zu einigen „Merkwürdigkeiten“ sein könnte.
Nach außen hin bin ich gut sozialisiert, komme beruflich gut klar (bin allerdings auch selbständig), habe Mann und Kinder. Dass ich mir schon als Kind oft „komisch“ vorkam, konnte ich nie einordnen, damit hatte ich mich abgefunden. Als Träumerkind mit guten Noten falle ich unter die typische unerkannte ADS-Klientel.
Wie kommen Erwachsene mit dieser „Krankheit“ zurecht?
Die Diagnose ist eine Mischung aus Schock und Erleichterung. Man fragt sich rückwirkend, was hätte anders laufen können, man hat aber auch im Laufe der Zeit mehr Nachsicht mit sich selbst, wenn man eine schlechte Phase hat, in der einem nichts von der Hand läuft.
Im Laufe der Zeit erkennt man auch die positiven Seiten und kann ganz gut damit leben.
Auf jeden Fall finde ich es hilfreich, wenn man eine seriöse (!!!) Diagnose möglichst mit schriftlichem Gutachten vorliegen hat. Solange Du nur vermutest, dass Du betroffen bist, wird immer ein inneres Fragezeichen bleiben.
Zwar habe ich schon einen Termin beim Arzt deshalb bekommen,
aber ich möchte Vorweg schon mal einiges darüber wissen.
Information ist das A und O bei dieser Krankheit. Allerdings habe ich große Zweifel, ob ein Hausarzt (?) wirklich richtig dianostizieren kann. Bei mir dauerte die Untersuchung bei einer seit Jahren auf ADHS spezialisierten Psychologin mit allen Tests rund 4 Stunden, zusätzlich gab es einen dicken Stapel an Fragebögen.
Ich würde Dir empfehlen, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, auch wenn die Diagnose noch nicht steht. Schau mal unter http://www.ads-ev.de, die sind bundesweit aktiv und haben sogar reine Erwachsenengruppen. Aber auch in den Elterngruppen sitze viele erwachsene ADS’ler, da wird Dir sicher auch ein(e) kompetente® Psychologe(in) genannt werden. Für eine saubere Diagnose lohnt sich auch eine lange Wartezeit.
Nichts kostet einen mehr Kraft als ein Hausarzt, der lapidar sagt „SIE ? Ach was, Sie sind eben gestresst, Sie haben doch nicht diese Modekrankheit!“ - ähnliches hören sehr viele ADS’ler.
Alles Gute wünscht
Inselchen