Ads/Adhs

Immer mehr bstätigt sich bei mir dass meine kleine Tochter Ads hat.
Dennoch bin ich kein Arzt, ich würde sie gerne „Testen“ lassen von Leute die sich mit der Matherie auskennen und mir zu seite stehen.
Leider jede versuch mit mein und mit den Kinderarzt zu sprechen waren erfolglos.
Ich musste mir anhören Ads ist eine Modekrankheit ich sollte es nicht zu ernzt nehmen.

Kann mir bitte jemanden helfen!!
Bin seit kurzem nach Franken gezogen (nahe Nürnberg) weisst jemanden an wehm ich mich wenden kann?
Danke in vorraus.

Hi Silvia,

auf jeden Fall würde ich, wenn nicht schon geschehen, den Arzt wechseln.
„Modekrankheit“, na der scheint ja Ahnung zu haben. Wenn du Befürchtungen hast, soll er dein Kind gefälligst untersuchen.

ADS ist immer noch aktuell, nicht wieder, und hat schlimme Folgen, wenn es keine Beratung bzw. Behandlung gibt.

LG, Bomba

gibts das oder gibts das nicht?
Hallo Silvia,

wir haben in dieser Hinsicht zwar keinerlei Probleme, aber wegen einer Freundin, deren Kind Medikamente nimmt weil ADSH Diagnostiziert wurde, habe ich es bei meinem Kinderarzt angesprochen.

Er sagte auch, diese Krankheit würde es gar nicht geben.

Ich gerate immer wieder ins Grübeln, wenn erneut irgendwo die Sprache darauf kommt.

Was augenscheinlich ist, ist die Tatsache, dass in der Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizit“ steckt. Prinzipiell kann man Defizite ausgleichen.

Dies sind nur Gedanken von mir, kein Rat. Hole Dir doch eine zweite Meinung ein, Du mußt ja nicht gleich dauerhaft den Arzt wechseln.

Ich habe mal einen Interessanten Bericht im Fernsehen gesehen (Dokumentation). Das Kind hatte laut Arzt ADS ob mit oder ohne Hyperaktivität weiß ich nicht mehr.

Aufgrund der Nebenwirkungen der Medikamente haben sie sich dafür entschieden, diese nicht zu geben. Sie haben folgendes gemacht:

Zum einen mehr mit der Familie unternommen, sich mehr um das Kind gekümmert. Zum anderen haben sie das Kind in einen Sportverein gesteckt, wo es all seine überschüssige Energie und Kraft ausleben konnte.

Das Kind wurde nach zwei Wochen ruhiger. Konnte sich wieder besser Konzentrieren und normaler Umgang war möglich.

Einige Ärzte sind mit dieser Diagnose allerdings vorschnell bei der Sache.

Meine persönliche Meinung ist folgende: überlege, wie viel Zeit Du mit Deinem Kind verbringst bzw. wie viel ihr zusammen spielt, bastelt, malt…

Ist der Tagesablauf vielleicht stressig für Dein Kind?

Gibt es eine Veränderung im Umfeld des Kindes?

Bitte versuche, mal ganz objektiv zu überlegen, was Du am Tagesablauf ändern könntest, wie viel Zeit Du für Dein Kind einplanen kannst und ob Du körperlich mehr mit dem Kind machen kannst. Z. B. Wettrennen, Radfahren, Fußball spielen, eben alles, wobei das Kind Power loswerden kann.

Informiere Dich doch mal hier: http://www.medizinfo.de/ Das ist ein sehr gutes und (so wie ich es kennen gelernt habe) seriöses Forum.

Gruß,

Wassernixe

Hallo Sylvia,

dein Arzt steht mit seiner Vermutung nicht allein da.
Hier kannst du ein paar kritische Stimmen zum Thema lesen; z. T. wird auch auf mögliche Ursachen und Therapien hingewiesen:

http://www.balance-online.de/texte/105.htm

http://www.wahrheitssuche.org/ritalin.html

http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/2886.htm

Ich kann deine Sorge gut nachvollziehen und sicher willst du nur das Beste für deine Kleine, aber leider besteht die Gefahr, dass das Kind ggf. auf Droge gesetzt wird, denn das ist die übliche Therapie der Schulmedizin anlässlich dieser „Erkrankung“, über deren Ursachen man wenig bis garnichts weiß.

Ich wünsche euch alles Gute!
LG
sine

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Hallo ihr Lieben,

Damit es keine missverständnisse auftreten:
Ich bin Hausfrau das heisst ich bin eigentlich rum um die Uhr für meine Kinder da (2 Mädel).
Wir unternehmen denke ich reichlich mit den Kinder, sie haben ausserschülerische aktivitäten, und ich glaube ich habe auch meistens ein offenes Ohr für ihre Belange.
Bei meine Tochter handelt sich eindeutig um ADS (ohne Hyperaktivität).
Und ich setze mich seit Jahren mittlerweile mit diese Thematik ausseinander.
Dieses Jahr ist meine Tochter in die Schule gekommen und ich merke sie fängt an Probleme zu bekommen:
Ständig vergisst sie was, Hausaufgaben nicht vollständig, schlampige Arbeit, wut ausbrüche, dies ist ein kleines Teil von ihre probleme.
Leider eine nicht behandelte ADS kann zu Psychische störungen führen.
Die Tochter von meine Nachbarin war durch ADS suizid gefärdet!! Weil sie den Druck in ihre soziales Umfeld nicht ausshalten konnte.
Seit sie Ritalin nimmt gehts ihr bestens sie schreibt gute note und kann sie sich konzentrieren und ein „normales“ Leben führen.
Ich sehe das meine Tochter schlecht geht. Eigentlich ist Sie sehr schlau aber Sie schafft einfache Aufgabe nicht. Das macht Sie fertig und sie weint viel.
Das kann auf dauer nicht in Ordnung sein, vorallem weil der Drück auf die schülerische Leistung größer wird je älter sie wird.
Ich bin langsam mit mein Latein am ende ich brauche fachliche Hilfe.

Sorry wegen meine schreibfehler. (bin ausländerin)

Liebe Sylvia,

vorneweg: lass dir kein schlechtes Gewissen einreden, wieviel du mit deinem Mädchen machst und: dein Hausarzt ist eine Pflaume. Er wird wissen, wie man Bluthochdruck behandelt ( z. B. mit Medikamenten), aber von einer möglichen psychischen Erkrankung, speziell ADS, versteht er nichts!!
Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich dir nur raten: lass dich von deinen Gefühlen leiten und such dir jemanden, der oder die im Raum Nürnberg auf ADS / ADHS spezialisiert ist.
Es hat lange gedauert, bis bei meinem Sohn ADS diagnostisziert wurde, und zwar von einer darauf spezialisierten Psychologin, die umfangreiche Tests gemacht hat. Vorher hatten wir in der Familie das Chaos. Die Schule war eine Katastrophe. Er ist danach in eine Therapie gegangen. Das hat ihm einigermaßen gut getan, aber wirklich besser wurde es erst, als er Ritalin, bzw. den Wirkstoff genommen hat. Inzwischen ist er 16 und nimmt sein Medikament eigenverantwortlich.
Ich habe damals bei Cordula Neuhaus angerufen, die mir eine Adresse in unserer Nähe genannt hat. Vielleicht kann dir die Praxis, sie arbeitet in Tübingen, auch helfen.
Hier ein Link zu einer Seite, die wirklich informativ ist:
http://www.adhs.ch/

Ich wünsche dir, dass du schnell eine positive oder negative Diagnose für dein Mädchen erhältst. Das klärt nämlich sooo viel.

Liebe Grüße

Jorge

Hey Silvia,

erstmal vorweg, du schreibst fehlerfreier als manche Einheimische! :wink:

Ich kenne mich auf dem Gebiet leider nur begrenzt aus, das heißt, fachliche Hilfe kann ich dir nicht geben, aber es gibt bestimmt in diesem Forum Leute mit besserem Wissen. Außerdem bist du ja wie du sagtest umgezogen und es gibt bestimmt kompetente Ärzte da.

Ich wünsche dir viel Glück beim Fündigwerden!!

LG, Bomba

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Hallo Jorge,

sicherlich habt ihr euch eure Entscheidung nicht leicht gemacht, aber hast Du Dir euch mal die Links von Sine angeschaut?

Hier sind ein paar Zitate aus einer Seite, die ich sehr bedenklich finde:

Die amerikanische Drogenbehörde DEA hat Ritalin mittlerweile als eine mit Kokain vergleichbare Droge eingestuft

[…]Ritalin sogar an dritter Stelle gleich hinter Heroin und Kokain […]und zu einer Abhängigkeit führen kann.

Ich möchte hier niemanden angreifen, aber zu sagen

dein Hausarzt ist eine Pflaume.

Weißt Du, die Medizin entwickelt sich weiter. Und es ist sehr viel leichter für manche Ärzte, ein Medikament zu verschreiben und allen geht es besser. Ein Beispiel:

Ein Nachbar von uns ist Arzt. Die müssen sich immer wieder bei Fortbildungen weiterbilden. Aber, die gehen nur dahin, was sich für sie interessant anhört, nicht dahin, wo evtl. was dazugelernt werden könnte. Bei mir war es schon mehrfach so, dass ich von meinem Arzt Medikamente bekommen habe, die diesem Arzt gar nicht bekannt sind. Will heißen, er bildet sich nicht genug fort, ist nicht auf dem neuesten Stand.

vorneweg: lass dir kein schlechtes Gewissen einreden, wieviel du mit deinem Mädchen machst

Niemand möchte hier jemandem ein schlechtes Gewissen einreden. :o)

Er wird wissen, wie man Bluthochdruck behandelt ( z.
B. mit Medikamenten), aber von einer möglichen psychischen
Erkrankung,

Siehst Du, hier schreibst Du es selbst, Du schreibst von einer psychischen Erkrankung. Wenn die Psyche aber krank ist, gibt es dafür auch eine Ursache. Eine z. B. KANN sein, dass das Kind zuwenig Möglichkeiten hat, Stress abzubauen.

Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich dir nur raten

Ich habe eine Frage an Dich, was habt ihr Probiert, bevor ihr euch für eine medikamentöse Behandlung entschieden habt?

danach in eine Therapie gegangen. Das hat ihm einigermaßen gut
getan,

Habt ihr ausser der Therapie auf für einen sportlichen Ausgleich gesorgt? Wie lange habt ihr alternative Methoden probiert, was für welche?

Jorge, ich stelle Dir diese Fragen nur, weil Du behauptest, andere wollen ein schlechtes Gewissen machen. Vielleicht gibt es aber mittlerweile wirklich neue Erkenntnisse, wie man bei ADS reagieren kann.

aber wirklich besser wurde es erst, als er Ritalin,
bzw. den Wirkstoff genommen hat.

In einem Artikel steht, Ritalin wirkt folgendermaßen:

Ritalin führt zu einer Überstimulation und damit Desensibilisierung der Noradrenalin-, Dopamin- und Serotoninrezeptoren im Gehirn. Das heißt, es kommt zu euphorischen Stimmungen, die unabhängig sind von den realen Erlebnissen des Menschen, das Hungergefühl und Wachstum werden gehemmt und die körperliche Ausdauer und die Konzentration nehmen zu. Das Medikament unterdrückt dadurch kreative, spontane und selbständige Aktivitäten, die Kinder sind weniger aufsässig, gehorsamer und genügsamer für routinemäßige, ‚langweilige‘ Aufgaben, wie Schularbeiten im Klassenraum und zu Hause.

So etwas stimmt mich sehr Bedenklich.

Inzwischen ist er 16 und
nimmt sein Medikament eigenverantwortlich.

Es wird sogar von einer Langzeitabhängigkeit gesprochen.

http://www.adhs.ch/

Die Seite habe ich mir angesehen, dort steht aber auch:

Wenn nicht konsequent auch auf andere mögliche Ursachen von ADHS-typischen Beschwerden geachtet wird, erhalten zu viele Patienten fälschlicherweise eine ADHS-Diagnose.

Ganz so einfach ist es wohl doch nicht.

Wie sahen denn die Test aus? Darfst Du darüber reden? Wie wird so etwas fundiert diagnostiziert?

LG,

Wassernixe

hoher IQ?
Hallo Silvia,

ich bin kein Mediziner und weiß, dass ich mich hier immer weiter in die Nesseln setze, aber:

habt ihr mal ihren IQ testen lassen?

Was Du beschreibst, habe ich im Bekanntenkreis erlebt. (ich bin vielfältig interessiert und halte stets meine Ohren offen, deshalb so viele Beispiele).

Dort war es genau so, aber nur, weil das Kind unterfordert war. Dies würde ich (wenn nicht schon geschehen) abklären lassen. Kann sein, dass die Lehrer anderer Meinung sind, geht damit zu Deinem Kinderarzt und frage ihn danach. Bei besagtem Kind kam ein IQ von 139 heraus. Seitdem er mehr gefordert wird, gibt es keine Probleme mehr.

Eigentlich ist Sie
sehr schlau aber Sie schafft einfache Aufgabe nicht.

Das kann ein Zeichen von Unterforderung sein. KANN, MUSS aber nicht.

Kläre doch beides parallel ab, melde Dich bei Jorges vorgeschlagenem Psychologen und frage Deinen Kinderarzt nach einem Intelligenztest.

Lass Dich bei beiden nicht abwimmeln. Egal, wie Du Dich entscheidest, hauptsache, Du stehst dahinter und ziehst es durch.

LG,

Wassernixe

Hallo Silvia,
da ich viel mit Kindern mit ADS/ADHS arbeite kann ich dir sagen, welche Möglichkeiten du hast, bzw. welche Vorgehensweise üblich ist. Wie schon in anderen Beiträgen geschildert kann es verschiedene Ursachen für das Verhalten deiner Tochter geben. EIn hoher IQ wie in einem anderen Beitrag geschrieben, kann ebenfalls die Ursache sein. Dieser wird bei einer Diagnostik aber sowieso getestet, wobei man solche Testergebnisse immer mit Vorsicht geniessen sollte und sie nicht immer als absolute Wahrheit nehmen sollte. Die Ergebnisse hängen oft von viele Faktoren ab.
Du hast die Möglichkeit dein Kind in der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder bei einem niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater vorzustellen. Kinder- und Jugendpsychiater hört sich erstmal abschreckend an, aber dies ist die richtige Anlaufstelle. Meistens ist es so, dass die Wartezeit in der Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie recht lange ist. Dort würde dann aber eine umfassende Diagnostik, mit Intelligenzdiagnostik statt finden. ADS/ADHS ist aber trotzdem eine Beobachtungsdiagnose. Es gibt keinen Test der zu 100% eine ADHS diagnostizieren kann. Ein erfahrener Kinder- und Jugendpsychiater kann in der Regel, aber eine gute Aussage machen. Empfohlen wird dort meistens eine multimodale Therapie, also Therapie + Ritalin oder ähnliches. Das ist aber weiterhin Entscheidung der Eltern. Nicht jedes Kind mit ADHS/ADS braucht Medikamente. Vielen Kindern reicht eine Verhaltenstherapie, Strukturierung der Umgebung/des Alltags kombiniert mit Lernstrategien und eines Elterntrainings (in dem die Eltern lernen, wie sie ihr Verhalten ändern können und somit den Kindern helfen können). Das Vorgehen ist ganz individuell abhängig vom Kind. Einige Kinder brauchen langfristig oder kurzfristig Medikamente, weil soziale Probleme z.B. innerhalb der Schule nicht anders entschärft werden können.
Mein Tip an dich ist, informiere dich im Internet, ob die Diagnose Kriterieren wie z.B. Impulsivität, motorische Unruhe auf dein Kind zu treffen (ein gutes Buch ist auch das Opti-mind, Elterntraining), suche einen Kinder- und Jugendpsychiater auf und suche wenn sich der Verdacht bestätigt eine Stelle für eine Therapie. Eine gute Anlaufstelle wäre z.B. eine Heilpädagogische Praxis (dort kann dein Kind, die Familie Hilfe bekommen und in der Regel wird auch viel mit Schulen/Kindergärten zusammen gearbeitet).
Die Kosten für eine heilpädagogische Behandlung kann z.B. vom Jugendamt übernommen werden. Dort aber frühzeitig einen Antrag stellen (parallel Gutachten von der Kinder-und Jugendpsychiatrie einholen) und nicht abwimmeln lassen…
Viel Glück,
Stefanie

Erfahrungen einer Betroffenen und die FAQ 1236
Hallo Forum!

Zu einer ADS-Diagnostik gehört auch immer ein IQ-Test, und man kann auch Läuse und Flöhe haben…sprich ADS und Hochbegabung.

Ich beschäftige mich seit ca. 15 Jahren mit dieser Kombination und denke, ich kann eine Menge dazu sagen.

Ein Arzt, der ADS als Modediagnose bezeichnet, wäre für mich ein Grund den Arzt zu wechseln.
Richtig ist, dass ADS in den letzten Jahren zunehmend in unser Bewusstsein rückt, einfach deshalb, weil die Forschung immens an neuen Ergebnissen hinzugewonnen hat.

Natürlich gibt es immer Seiten/Organisationen, für die Medikamente, die in den Gehirnstoffwechsel eingreifen, Teufelszeug ist.
Das gilt nicht nur für den Wirkstoff Methylphenidat (Handelsnamen Ritalin, Medikinet, Concerta etc.).
Hier tut sich die Scientology sehr hervor, nachzulesen bei Ingo Heinemann:
http://www.ingo-heinemann.de/Ritalin.htm

Aus unserer Erfahrung (sowohl unser Sohn als auch ich sind HB ADS-ler mit Bedarfsmedikation)kann ich sagen, WIE hilfreich eine medikamentöse Unterstützung sein kann.
Und auch, dass sie nicht zwangsläufig bis ans Lebensende dauern muss!

Nur ist eine Medikation häufig erst die Basis, um weiterführende Therapien überhaupt möglich zu machen!
(Gieße Wasser in ein Sieb und versuche es zu transportieren, oder rühre vorher Gelatine ins Wasser).

Ebenso die Behauptung, dass MPH abhängig mache ist absoluter Schwachsinn!!

Fragt man Eltern von ADS-Kindern, so bekommt man meistens zu hören, dass sie mit den Medikamenten hinter ihren Kindern herlaufen müssen, um eine regelmäßige Einnahme sicherzustellen.
Das spricht wohl nicht für eine Abhängigkeit…

Und dann haben wir in diesem Brett noch die FAQs 1236, die jede Menge Infos bieten.

Angelika

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Hallo Wassernixe!

Wenn es doch so einfach wäre, dass man sich nur ein wenig mehr mit seinem Kind beschäftigen müsse, um das Aufmerksamkeit-Defizit eines ADS-Kindes zu beheben.

Leider klappt das nicht!
Wobei grundsätzlich intensive Zeit für JEDES Kind gut wichtig ist.

Was augenscheinlich ist, ist die Tatsache, dass in der
Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizit“ steckt. Prinzipiell kann man
Defizite ausgleichen…

Ja, kann man.
Durch die Gabe von Medikamenten kann man den Gehirnstoffwechsel so beeinflussen, dass die Signalverarbeitung besser bis optimal funktioniert.
Bei Schulkindern kann man das u.a. an einer lesbaren Handschrift und dem Umsetzen von mündlichen Aufforderungen erkennen.

Wie ich lese, hast Du bisher keine Erfahrungen mit ADS in Deiner Familie oder Deinem Umfeld, sondern berufst Dich auf gehört oder gesehen.

Mehrmals in der vergangenen Jahren wurde ich von verschiedenen Sendern gefragt, ob wir nicht einen Einblick in unser Leben als ADS-Familie geben würden.
Im Prinzip ja, aber es scheiterte an meiner Bedingung, vor dem Ausstrahlen den gesamten (!) Beitrag von mir abzusegnen.
Im Umkehrschluss hieß das für mich, dass man nur das zeigen wollte, was quotenträchtig ist.
Von Fernseh-Sendungen zu diesem Thema halte ich also nicht viel.
Sie werden selten wirklich seriös und fundiert erstellt, sondern sind mir zu sehr auf Effekthascherei aufgebaut.

Wenn Dich das Thema interessiert, gibt es wesentlich bessere Infomöglichkeiten als RTL und SAT1, nämlich die FAQs 1236

Angelika

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Hi Angelika,

danke.

Liebe Grüße
Elke

Hallo Elke!

Gruß von Haus zu Haus, wir, ihr und etliche andere (er)leben und überleben täglich ADS und kennen die Kämpfe mit den unterschiedlichsten, schlecht informierten Institutionen und Menschen.

Angelika

Liebe Wassernixe,

du hast bestimmt die anderen Artikel gelesen. Sie nehmen einiges vorweg, was ich dir antworten möchte.

Ganz offensichtlich hast du keine direkten Erfahrungen mit AD(H)S. Aber du machst dir Sorgen wegen des Medikaments.

Es ist inzwischen unter Informierten relativ bekannt, dass die Scientology reichlich Informationen sponsert, die gegen „Ritalin“ wettert, und wenn du über die Sc. ein weinig Bescheid weißt, kannst du dir auch denken warum.

Wenn ich pointiert geschrieben habe, der Hausarzt sei eine „Pflaume“, dann deshalb, weil er wohl meint, ADHS sei eine Modekrankheit bzw. gäbe es überhaupt nicht. Nach meinen Informationen sagt sogar die WHO, dass bis zu 8% der Kinder diese Erkrankung haben.

Das Problem ist nach meiner Meinung nicht das Medikament, sondern der inkompetente Arzt, der es verschreibt und der so dazu beiträgt, dass es in Verruch kommt. Ich komme aus der Psychiatrie und würde jeden Hausarzt für bekloppt halten, der ohne Rücksprache mit einem Facharzt Haldol oder Zyprexa verordnet.

Sei mir nicht bös, aber ich vermute, dass du dir nicht vorstellen kannst, wie eine Familie leidet, die mit einem AD(H)S Kind „geschlagen“ ist, wenn die Familie zerfällt, wenn alles in Scherben liegt. Wenn das Kind zu einem Außenseiter wird, wenn der Lehrer dir sagt, das etwas mit deinem Kind nicht stimmt. Wenn es ständig zu Streitereien mit den Eltern und Geschwistern kommt. Wenn ich abends nach 10 Stunden Arbeit heimkomme und mein Frau „abhaut“, weil sie, verständlicherweise, die „Schnauze voll hat“. Das alles ist fürchterlich. Mein persönlicher Anteil ist, dass die Scheidung von meiner Frau damit zusammenhängt. Ausschlaggebend war etwas anderes, aber es hatte sicherlich einen Anteil. Das wird Stefanie bestimmt nicht unbekannt vorkommen.
Und dann ist es einfach nicht damit getan, „Stressabbau“ zu versuchen. Mit Sport oder ähnlichem.
Wie Stefanie schreibt, ist ein Medikament nicht zwingend. Bei AD(H)S gibt es sone und sone Formen.
Wenn man es verantwortungsvoll machen will, sucht man sich jemand Erfahrenen (KuJP oder, wie in meinem Fall, eine spezialisierte Psychogin, die einen umfangreichen schriftlichen Test gemacht hat, 2 Elterngespräche und einen 3-stündigen Kontakt mit dem Kind). Dann kam bei meinem Sohn eine 2-jährige Verhaltenstherapie. Daneben bin ich ein Jahr lang zu Elterngesprächen gegangen. Und dann, weil es so nicht mehr ging, nach langer Diskussion mit der Therapeutin ( nicht , weil die dagegen war, sondern weil es gut besprochen sein sollte), die Entscheidung für „Ritalin“. Verschrieben von einem Psychiater, der vorher eine Blutuntersuchung und ein EEG gemacht hat. Und danach ist mein Sohn noch 2 Jahre begleitend in die Therapie gegangen.

Meine Erfahrung ist, dass Mütter ( ich habe noch keine Mann dazu schreiben gesehen!) mit oder ohne emotionale Erfahrung mit dem Thema, eher dazu neigen, diese Erkrankung nicht wahr haben zu wollen, weil sie etwas mit dem Gehirn zu tun hat. Sie haben Mühe, sich vorzustellen, dass ihr Kind nicht somatisch sondern psychisch krank ist. Zumindest hat diese Erkrankung psychische Auswirkungen.
Sie suchen dann verzweifelt nach Alternativen (Beschäftigung, Globuli wie Zappelin o. ä.). Mir fällt es da, weil beruflich „vorbelastet“ einfacher, weil ich ständig mit Psychotikern, Manikern oder „endogenen“ Depressiven zu tun habe. Ich habe es akzeptiert und versuche, das Beste für meinen Sohn und für uns daraus zu machen.

Zum Suchtpotenzial von „Ritalin“. Ein Argument hat Stefanie schon geschrieben. Mein Sohn nimmt es strikt nicht an Wochenenden und in den Ferien. Er hat inzwischen unter dem Medikament so viel gelernt, dass es für mich und uns erträglich ist. Und : in unserer Klinik wird unter der Hand mit allem gehandelt, was einen Kick verspricht. Ritalin o . ä. gehört eindeutig nicht dazu. Damit lässt sich definitiv keinen Umsatz machen!

Ich hoffe, ich habe dazu beigetragen, dass du ein differenzierteres Verhältnis zu AD(H)S und zu „Ritalin“ entwickeltst.

Noch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße

Jorge

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Hallo Jorge!

Ein Dankeschön von mir, und ein Sternchen.
Du hast Recht.
Väter schreiben zu dieser Thematik eher selten, und das meine ich wertfrei.
Meistens sind es eben die Mütter, die vom Aufstehen bis zum Schlafengehen die mehr oder weniger große Problematik ertragen bzw. aushalten müssen.
Häufig ist auch noch ein (oder sogar beide) Elternteil selbst betroffen, was die Sache nicht einfacher macht.
Auf der Suche nach sogenannten Alternativen vergeht wichtige Zeit, manchmal Jahre.
Während dieser Zeit der Suche verfestigen sich die unangenehmen Verhaltensweisen des Kindes, und diese dann später in andere Bahnen zu lenken ist sehr schwer.
Wie Du schon schriebst, alle leiden. Aber am meisten das betroffene Kind, das so gern anders wäre und sich auch wirklich anstrengt.
Leider kommt auf Dauer ohne begleitende Therapien keine Veränderung zustande, was frustrierend und aggressiv macht.

Nur mit „oben Pille rein und gut“ ist es - wie Du ebenfalls sagst - nicht getan.
Aber dadurch die Basis für eine multimodale Behandlung schaffen, das klappt prima.

Angelika

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Hallo Jorge,

vielen Dank für Deine Offenheit.

Ganz offensichtlich hast du keine direkten Erfahrungen mit
AD(H)S.

Ich habe es nur bei Freunden miterlebt. Sie haben sich auch für Ritalin entschieden.

Aber du machst dir Sorgen wegen des Medikaments.

Sehr sogar.

Nach meinen
Informationen sagt sogar die WHO, dass bis zu 8% der Kinder
diese Erkrankung haben.

Heftig finde ich, dass einige Ärzte viel zu leichtfertig mit der Diagnose umgehen.

Das Problem ist nach meiner Meinung nicht das Medikament,
sondern der inkompetente Arzt, der es verschreibt und der so
dazu beiträgt, dass es in Verruch kommt.

Mangelnde Aufklärung oder mangelndes Wissen ist leider allzu oft die Wurzel allen übels. Deshalb hatte ich auch gleich in meinem ersten Artikel geschrieben, dass wir nicht direkt davon betroffen sind, ich mir aber sehr viele Gedanken zu dem Thema mache.

Sei mir nicht bös,

Bin ich überhaupt nicht :o)

aber ich vermute, dass du dir nicht
vorstellen kannst, wie eine Familie leidet, die mit einem
AD(H)S Kind „geschlagen“ ist, wenn die Familie zerfällt, wenn
alles in Scherben liegt.

Wenn das Kind zu einem Außenseiter
wird, wenn der Lehrer dir sagt, das etwas mit deinem Kind
nicht stimmt.

Das ist einer weiteren Bekannten von mir passiert. Sie hat gekämpft. Die Lehrer wollten dieses „gestörte“ Kind abschieben, in der Klasse war sie nicht akzeptiert, eben alles, was Du schreibst. Mittlerweile ist sie auf einer anderen Schule (Hauptschule) und kommt dort gut zurecht. Ist in die Klasse integriert und kann ein einigermaßen normales Leben führen.

Wenn ich abends nach 10 Stunden Arbeit
heimkomme und mein Frau „abhaut“, weil sie,
verständlicherweise, die „Schnauze voll hat“.

*lächelt* Ich kann es nachvollziehen. Auch im normalen Ablauf geht es mir manchmal so. Zwillinge können sich streiten, da fliegen die Fetzen! Abends hat man einen Kopf wie ein Rathaus und muß einfach mal raus.

Mein Mann hat auch einen 10 Stunden Tag. Wobei er dann eher froh ist, erst mal abschalten zu können, wenn er nach Hause kommt.

Jedoch kann ich die Problematik bei Euch gut verstehen.

Das alles ist
fürchterlich. Mein persönlicher Anteil ist, dass die Scheidung
von meiner Frau damit zusammenhängt.

Ist es Dir recht, wenn wir per Mail Kontakt haben?

Und dann ist es einfach nicht damit getan, „Stressabbau“ zu
versuchen. Mit Sport oder ähnlichem.
Wie Stefanie schreibt, ist ein Medikament nicht zwingend. Bei
AD(H)S gibt es sone und sone Formen.
Wenn man es verantwortungsvoll machen will, sucht man sich
jemand Erfahrenen (KuJP oder, wie in meinem Fall, eine
spezialisierte Psychogin, die einen umfangreichen
schriftlichen Test gemacht hat, 2 Elterngespräche und einen
3-stündigen Kontakt mit dem Kind). Dann kam bei meinem Sohn
eine 2-jährige Verhaltenstherapie.

Leider gibt es zu viele Fälle, in denen der Arzt nur durchs anschauen die Diagnose stellt.

Meine Erfahrung ist, dass Mütter ( ich habe noch keine Mann
dazu schreiben gesehen!) mit oder ohne emotionale Erfahrung
mit dem Thema, eher dazu neigen, diese Erkrankung nicht wahr
haben zu wollen, weil sie etwas mit dem Gehirn zu tun hat.

Ich habe die andere Seite kennengelernt. Das Kind verhält sich nicht wie gewünscht, also hat es mit Sicherheit ADS! Daher auch meine Skepsis bezüglich dieses Themas.

Mir fällt es da, weil beruflich
„vorbelastet“ einfacher, weil ich ständig mit Psychotikern,
Manikern oder „endogenen“ Depressiven zu tun habe. Ich habe es
akzeptiert und versuche, das Beste für meinen Sohn und für uns
daraus zu machen.

Weißt Du dass ich a) Deine Offenheit unwarscheinlich toll finde und b) es ganz große Klasse finde, dass Du so hinter Deinem Sohn stehst?! :o))

Mein Sohn nimmt es strikt nicht an
Wochenenden und in den Ferien.

Das finde ich genial.

Er hat inzwischen unter dem
Medikament so viel gelernt, dass es für mich und uns
erträglich ist. Und : in unserer Klinik wird unter der Hand
mit allem gehandelt, was einen Kick verspricht. Ritalin o . ä.
gehört eindeutig nicht dazu. Damit lässt sich definitiv keinen
Umsatz machen!

Wie ist es denn nach lanjähriger Einnahme mit der Abhängigkeit?

Ich hoffe, ich habe dazu beigetragen, dass du ein
differenzierteres Verhältnis zu AD(H)S und zu „Ritalin“
entwickeltst.

Auf jeden Fall. Weißt Du, ich bin einfach der Meinung, dass „Leben“ bedeutet, ständig dazuzulernen, für Probleme eine Lösung zu finden und auch mal alternative Methoden in Betracht zu ziehen. Das heißt jedoch nicht, dass ich mich logischen Folgerungen verschließe und meine Meinung nicht auch einmal ändere. Ich bin lernfähig :o)) (und froh, was die Krankheit ADS betrifft, jetzt etwas klarer zu sehen. Danke)

Noch ein schönes Wochenende.

Ebenfalls

LG,

Nixe

Liebe Angelika,

auch von mir danke und Sternchen.

Hatte gerade nicht so die Nerven für eine ausführlichere Antwort an die Fragestellerin und gehofft, dass das jemand mit Erfahrung übernimmt :wink:.

Viele Grüße,
Insel

Hallo,

Mein Sohn nimmt es strikt nicht an
Wochenenden und in den Ferien.

Das finde ich genial.

Das ist die Norm bei allen Kindern, die ich kenne, die Medikinet oder Ritalin bekommen, sofern sie diese Möglichkeit bekommen. Der Grund bei meinem Sohn, warum er in den Ferien und am WE das Medikament verweigert, hat übrigens nichts mit der eigentlichen Wirkung zu tun, sondern damit, dass er sich „Muskeln anfressen“ (O-Ton) will und Appetithemmung ein anerkannter Nebeneffekt des Medikaments ist.

Wie ist es denn nach lanjähriger Einnahme mit der
Abhängigkeit?

Ritalin wird seit den 50er Jahren Kindern verschrieben. Es ist von allen Medikamenten, das Kindern verschrieben wird, das am längsten und ausführlichsten getestete. Es gibt keinen Untersuchung, die eine Abhängigkeit (auch nach längerer Einnahme) beweist oder auch nur vermuten lässt.
Eine verwandte Behauptung ist, dass Ritalin zwar nicht per se abhängig mache, aber die Bereitschaft zur Abhängigkeit vergrößere („ich habe ein Problem“ --> ich werfe eine Pille ein). Auch das wurde durch Langzeitstudien nicht bestätigt. Es deutet viel mehr einiges daraufhin, dass mit Ritalin behandelte ADS/ADHSler weniger selten im Erwachsenenalter substanzabhängig werden als nicht behandelte.

Gruß
Elke

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Hallo Nixe

Ist es Dir recht, wenn wir per Mail Kontakt haben?

Nur zu!

Zu Elke´s Info im mail unten kann ich kaum was hinzufügen.

Vielleicht nur, wie ich es mir erkläre: mein Sohn hat während der Zeit mit „Ritalin“ gelernt ( durch mich und seine Therapeutin), dass er mit dem Medikament seine Probleme nicht löst, sondern dass ihm das Medikament Möglichkeiten eröffnet, seine Probleme zu lösen, wenn er es will. Das gilt gerade auch für die komplizierten Dinge in seinem Leben, zB. Schule aber auch die Anforderungen, die die häusliche Gemeinschaft an ihn stellt. Auch er ist gefordert, sich zu beteiligen. Nimmt er das Medikament nicht, wird es eigentlich immer schwierig und es kommt zu Auseinandersetzungen. Wenn er es nimmt, ist er zeitnah mit den Dingen fertig und hat ein Erfolgserlebnis.
Aber das Leben besteht Gott sei Dank nicht nur aus Problemen und Anforderungen. Sondern aus Spaß!! Und da braucht er wahrhaftig kein Medikament.um es zu genießen.

In diesem Sinne wünsche ich dir noch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße

Jorge

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