Hallo,
nach einem austherapierten PTBS bleibt oft eine Lernschwäche zurück - das ist bekannt.
Kann nach dem PTBS als Folge aber auch ein ADS entstehen?
Gruß
Döini
Hallo,
nach einem austherapierten PTBS bleibt oft eine Lernschwäche zurück - das ist bekannt.
Kann nach dem PTBS als Folge aber auch ein ADS entstehen?
Gruß
Döini
Hi
Da beide Diagnosen zur Zeit d i e MOde-Diagnosen sind (womit ich ihnen aber nicht eine grundsätzliche Berechtigung absprechen möchte), lässt sich gerade mit diesen beiden Diagnosen wunderbar „jonglieren“.
Bei jedem unkonzentriert und lernunwillig wirkenden Kind wird ja heutzutage sehr schnell ADS diagnostiziert und mit der Diagnose PTBS wird womöge noch mehr Schindluder betrieben.
Wenn Leute, die tagelang nach einem Erdbeben verschüttet waren oder im Kugelhagel eines Krieges überlebt haben, eine posttraumatische Belastungsstörung diagnsotiziert bekommen, ist das wohl für jedermann nachvollziehbar. Wie mit der Dagnose PTBS aber heute inflationär umgegangen wird, finde ich -vorsichtig ausgedrückt- unsolide.
Ähnlich unbefangen wird mit den Diagnosen „burn-out“ und „borderline“ umgegangen. Die psychiatrischen und psychotherapeutischen Diagnosen wurden ja schon immer gerne inflationär gehandhabt (auch von Politikern: „Das ist schizophren“), aber zur Zeit ist es besonders nervtötend.
Deswegen -um endlich deine Frage befriedigend zu beantworten- halte ich es für schwer messbar/überprüfbar, ob eine (inflationär gebrauchte) Diagnose wie ADS häufig nach einer (ebenso inflationär gebrauchten) Diagnose wie PTBS zurecht lege artis diagnostiziert werden kann.
Gruß,
Branden
…uijuijui
hi,
das ist bekannt?
wem und woher?
ads nach ptbs, das ist meiner ansicht nach unsinn, sogar im einzelfall wäre das interessant zu prüfen. eine ptbs „austherapiert“ -sorry, aber wer sagt denn sowas? klingt auch nach unfug (oder nach angst eines patienten oder nach kostenabsage einer krankenkasse).
allerdings kann eine ptbs vorübergehend durch das symptom des hyperarousals, zu deutsch: „völlig durcheinander sein“ verhindern, dass man in ruhe etwas lernen kann. das liegt ja auf der hand.
hat nichts mit lernschwäche oder dem ads-typischen problem der konzentrationsschwäche zu tun. es ist auch vorübergehend und nicht andauernd, eher eine ermüdung.
wer also studieren will und eine ptbs-diagnose hat, sollte sich soweit kennen, dass er weiss, unter welchen umständen die trauma-typischen sorgen auftreten, wie man sie lindert und einfach nur während dieser zeit davon ausgehen, dass intensives lernen nicht gut möglich ist. stunden und tage später kann es aber dann normal weitergehen.
Man muss sich halt auf die Ärzte verlassen.
Wer kennt sich sonst mit so etwas aus, wenn nicht die Ärzte?
Gruß
Döini
… das ist bekannt:
Die Bundeswehr forscht auf diesem Gebiet. Es ist bekannt, dass PTBS-Soldaten auch nach einer Therapie oft starke Probleme haben, sich in das zivile Leben einzugliedern.
Wegen der Lernschwäche ist beispielsweise eine Lehre nicht so einfach.
Auch bei anderen Ärzten ist das bekannt.
… austherapiert:
Das sagt natürlich die fachliche Psychobetreuuung. Eine Verlängerung der Therapie wäre möglich gewesen.
Da mich das Thema interessiert, gib mir bitte Quellen an, die deine Meinungen unterstützen:
Gruß
Döini
hi,
die quelle bin ich selbst als psychotherapeut und diagnostiker, es ist meine fachliche meinung.
zu deinen punkten, etwas vertiefend:
„Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend-F 98.8“
kodiert werden und daher ist der beginn der störung vor dem 7. lebensjahr anzusiedeln, wenn man sie neben die F 90.0 stellt. wie kann man also eine kinderstörung als folge einer im erwachsenenalter erworbenen ptbs diagnostizieren? da muss man diagnostisch ganz schön basteln, meiner meinung nach nicht okay…
-erfolg der therapie ist auch abhängig vom zeitpunkt. was in einem jahr an erfolgen erzielt werden kann, kann vielleicht im selben jahr nicht weiter verbessert werden, aber doch nach 2-3 jahren.
-erfolg der therapie ist abhängig von der methode: sind die methoden auf dem neusten stand der fortbildung eingesetzt und rcithig angewendet worden? das ist meistens nicht der fall, wer will dann also sagen: „hier geht nix mehr!“?
-erfolg ist abhängig vom behandler und von der therapeutischen beziehung: handelt es sich beim therapeuten um einen erfahrenen und gut fortgebildeten therapeuten? ist die therapieschule passend? ist das vertrauensverhältnis zwischen behandler und patient optimal? viele patienten profitieren von einem wechsel des therapeuten, der methode und therapieschule, wer will da also sagen: „da ist alles gemacht worden!“?
ergänzend:
selbstverständlich haben soldaten mit ptbs extreme schwierigkeiten, in den alltag zurückzukehren und brauchen gute therapie-unterstützung, ich möchte nur nicht, dass man den neuronalen(lernhemmenden) stress eines menschen mit ptbs mit ads verwechselt. ads und adhs ist mein spezialgebiet, ich möchte das so nicht stehen lassen. einem soldaten, der mit ptbs nicht gut lernen kann, würde ich sein problem als zur ptbs dazugehörig erklären, das ist ausreichend. „austherapiert“ könnte bedeuten, dass ich als behandler einfach keine ahnung habe, was ich gegen die lernproblematik noch anbieten könnte. wenn das so wäre, sollte man als therapeut einfach mal die klappe halten, statt diagnostisch unsauber zu werden und sich nicht einzugestehen, grenzen der eigenen fähigkeiten zu haben.
Hallo!
Man muss sich halt auf die Ärzte verlassen.
Wer kennt sich sonst mit so etwas aus, wenn nicht die Ärzte?
Vielleicht solltest Du dazu wissen, dass Branden Arzt ist & sich damit auskennt…
Allerdings gibt es „man muss“ und „die Ärzte“ ohnehin nicht, letzteres nur als deutsche Punk-Rock-Band (zumindest in den Anfängen).
Lieben Gruß
Patrick
Hi Branden,
das sehe ich genauso, würde aber noch gerne hinzufügen, dass meier Meinung nach die Rahmenbedinguge (Politik, Versicherungen) Modediagnosen eindeutig begünstigen.
Unter Umständen wäre es nämlich denkbar, dass wenn man fachunkundigen Menschen wie Juristen, Versicherungsangestellten, Politikern etc. mit „hippen, neuen“ Krankheitsbildern kommt und nicht mit den „alten Hüten“ man vielfach mehr Gehör bekommt und auch wesentlich mehr Ressourcen.
Dies bezieht sich sowohl auf Verlängerungsanträge für Therapie als auch auf Forschungsgelder etc.
Zumindest ist das mein Eindruck.
Dass die Diagnose den Kassen gegenüber in der Praxis oft davon abhängig ist wie man den Patienten behandeln möchte und nicht von dem was er hat habe ich zumindest gerüchteweise irgendwo mal verlauten gehört… 
Schlimm wird es nur, wenn der Patient das liest - zuletzt hatte ich in einem Fall der Arzt (jetzt nicht im psychischen Bereich) Verdacht auf Karzinom geschrieben um eine solide Diagnostik finanzieren zu können - aber dem Patienten das Vorgehen nicht erklärt…
Lieben Gruß
Patrick
Hi Patrick
Dass die Diagnose den Kassen gegenüber in der Praxis oft davon
abhängig ist wie man den Patienten behandeln möchte und nicht
von dem was er hat habe ich zumindest gerüchteweise irgendwo
mal verlauten gehört…
Ja, man hört zuweilen davon… 
Schlimm wird es nur, wenn der Patient das liest - zuletzt
hatte ich in einem Fall der Arzt (jetzt nicht im psychischen
Bereich) Verdacht auf Karzinom geschrieben um eine solide
Diagnostik finanzieren zu können - aber dem Patienten das
Vorgehen nicht erklärt…
O Gott, der Arme. Ich meine: der aeme Patient. Dann aber wahrscheinlich auch: der arme Kollege.
Es grüßt dich
Branden
Darf ich Deine Frage umformulieren? Etwa so:
Ist es vorstellbar, dass zu den mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung einhergehenden Beeinträchtigungen auch Aufmerksamkeitsstörungen gehören?
Darauf müsste die Antwort wohl „Ja“ lauten.
Es gibt gar nicht wenig Forschungsliteratur zur Kommorbidität von PTSD und ADHD bei Kindern, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, zur Fehldiagnose von ADHD, wo eigentlich eine PTSD vorliegt (auch nach Missbrauch). Interessant ist auch, dass ADHD als ein Risikofaktor für PTSD diskutiert wird (z.B. Adler et al., 2004).
Beste Grüße
Arbeyterson
Danke für die Infos.
Da ich das Thema nicht studiert habe, kann es natürlich sein, dass ich einige Begriffe nicht optimal gewählt habe.
Hallo zusammen,
ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wenn man zu 10 Ärzten geht, kann es sein, dass man 8 verschiedene Diagnosen bekommt.
Sicherlich werden hier die Ärzte dem auch zustimmen.
Als Patient fühlt man sich da einfach nur ausgeliefert.
Ich meine, man kann sich meistens nur die diversen Meinungen anhören und dann selber versuchen, sich daraus den vermeintlich richtigen, goldenen Mittelweg heraussuchen.
Mit dieser ‚eigenen Diagnose‘ spricht man dann den nächsten Arzt an und hofft, dass es die richtige war.
So etwas ist mir immer wieder passiert. Ohne Eigeninitiative geht es manchmal eben nicht.
Ein Beispiel:
Bei meinem Vater wurde ALS, Polyneuropathie und andere Sachen diagnostiziert. Er sitzt im Rollstuhl und ist oft sehr verwirrt und immer müde.
Sein Hausarzt, der einen sehr guten Ruf hat und zudem Diabetologe, Internist und noch etwas ist, wurde darauf angesprochen, dass mein Vater nachts Atemaussetzer hat. Wir brauchten eine Überweisung zum Lungenarzt, der auch ein Schlaflabor hat. Vom ‚Schlaflabor‘ hält der Arzt gar nichts - das wird nichts bringen. Die Überweisung hat er dann aber doch geschrieben. Nun, nach etwa 6 Wochen, geht es meinem Vater schon besser. Für die kurze Zeit ist er durch die Diagnose (Sauerstoffgehalt bis runter auf 45%) und die Therapie (Atemmaske) schon fitter geworden.
Sicherlich liegt in dem Fall noch ein langer Weg vor uns, aber wenn es nun auch nur langsam bergauf geht, hat es sich doch gelohnt.
Gruß
Döini
Danke für die Infos.
PTSD und ADHD muss ich jetzt erst mal googeln.
Danke für die Infos.
PTSD und ADHD muss ich jetzt erst mal googeln.
OK, das sind schenbar die englischen Abkürzungen von PTBS und ADHS, stimmts?
Ja, genau, aber auch im Deutschen verwendet man ADS für Aufmerksamkeitsdefizitstörung.
Hallo!
ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wenn man zu 10
Ärzten geht, kann es sein, dass man 8 verschiedene Diagnosen
bekommt.
Sicherlich werden hier die Ärzte dem auch zustimmen.
Als Patient fühlt man sich da einfach nur ausgeliefert.
Ich meine, man kann sich meistens nur die diversen Meinungen
anhören und dann selber versuchen, sich daraus den
vermeintlich richtigen, goldenen Mittelweg heraussuchen.
Mit dieser ‚eigenen Diagnose‘ spricht man dann den nächsten
Arzt an und hofft, dass es die richtige war.
So etwas ist mir immer wieder passiert. Ohne Eigeninitiative
geht es manchmal eben nicht.
Ich würde dem auch nicht widersprechen.
Das Problem liegt zum Teil auch bei diagnostischen Schwierigkeiten bei den Ärzten.
Ein überwiegender Teil ist aber Haus- will sgane Patientgemacht. Denn wie an anderer Stelle erwähnt hängen Diagnosen heute nicht nur vom Patienten, sondern auch den Ansprüchen der Krankenkassen ab.
Denn der Arzt bedient ja nicht nur die Patienten, sondern auch (oder vor allem?) die Krankenkassen (KK) mit ihren zahlreichen Auflagen.
Dies möchten die Ärzte freilich nicht - aber es ist ja so „gemacht“ - von der „Politik“, d.h. von uns bzw. dem Bürger.
Dies bedeutet doch, dass der Patient mit seinem Geld zu einem sehr großen Teil nicht den Arzt, sondern ein „kaufmännisches System“ bezahlt. Wie soll bei so etwas denn eine vernünftige Diagnose rauskommen?
Im Übrigen geht ein großer Teil der Arbeitszeit der Ärzte für Dookumentation und Gespräche mit den KK drauf - man muss mit einem „Kaufmann“ bzw. „Laien“ sich über DIagnostik auseinander setzen.
Wie kann ein Patient überhaupt erwarten, dass bei einem solchen System etwas gescheites heraus kommt?
Ich denken, auf der Gegenseite sollte man auch oder sogar lieber die vielen gut diagnostizierten und behandelten Menschen sehen - trotz dieser widrigen Umstände.
Lieben Gruß
Patrick
für´n zehner kauf dir zur info über adhs und ads:
http://www.amazon.de/Zwanghaft-zerstreut-Unf%C3%A4hi…
fachlich gut und beschreibt auch die schnittstellen zu anderen störungen.
sympathisch ist, dass der autor auch adhs hat und psychiater ist.